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Nackte Meerschweinchen!?

Leider nimmt die Zucht dieser bemittleidenswerten, nackten Kreaturen weiter zu, deshalb von uns ein paar offene Worte zu nackten Meerschweinchen. Es gibt fast nackte Schweinchen, diese werden Skinnys genannt, sie verfügen meist noch über spärlichen Haarwuchs am Kopf und über Tasthaare und sind von Geburt an nackt. Ebenso gibt es Baldwins, diese kommen mit Fell auf die Welt, das Fell fällt allerdings früh komplett aus, meist bleiben nicht einmal die Tasthaare. Baldwins gelten als Qualtzucht, die Zucht ist in Deutschland verboten.

Ob diese Tiere nun schön sind oder nicht, kann wohl ein Mensch kaum beurteilen und das steht uns auch nicht zu. Ein Mensch und ein Tier sollte niemals nach seinem Äußerem beurteilt werden. Aber gesund sind Nacktmeerschweinchen mit Sicherheit nicht - es sind kranke Tiere denen ein wichtiger Bestandteil ihres Körpers fehlt. Das Fell der Meerschweinchen erfüllt nicht nur den Zweck, dass es einem Schönheitsideal dient. Es ist nicht nur dazu da, dass die Tieren nett plüschig und bunt aussehen - das Fell hat mehrere wichtige Aufgaben:

   skinni

Das Fell schützt vor Temperaturschwankungen. Ein natürliches und normales kurzes Meerschweinchenfell sorgt dafür, dass die Tiere hohe Temperaturschwankungen problemlos überstehen

Ohne Fell frieren die Tiere - das gilt für alle Nackttiere, egal ob Nacktmeerschweinchen oder die bedauernswerten Nackthunde (die ursprünglich seit über 1000 Jahren in sehr warmen Ländern gezüchtet wurden und nicht in unsere Breitengrade gehören) oder Nacktkatzen. Skinnymeerschweinchen benötigen immer eine warme Zimmertemperatur von mindestens 22°C, damit sie nicht auskühlen. Ein Nacktmeerschweinchen verträgt keine Kälte, es verträgt nicht einmal Zugluft - schon Temperaturschwankungen von nur 10°C führen schnell zu Erkältungskrankheiten.

Viele Züchter behaupten, dass ja auch Meerschweinchen mit Fell eine Erkältung bekommen könnten, das ist richtig. Aber das fehlende Fell erhöht das Risiko zu erkranken, ebenso wie eine schlechte Ernährung oder eine schlechte Haltung das Risiko für Krankheiten erhöhen.

Werden die Tiere krank, bekommen sie große Probleme ihre Körpertemperatur zu halten, sie kühlen schnell aus. Vermutlich ist das auch einer der Gründe, warum Nacktmeerschweinchen OPs, wie z. B. Kastrationen, nur schwer überstehen. Selbst wenn die Tiere durchgehend gewärmt werden, kommt die Wärme meist nur von einer Seite (Wärmekissen oder Lampe), wird das Tier nicht regelmäßig gewendet, kühlt eine Seite aus.

Das Fell schützt vor der Sonne

Das Fell schützt vor direkter Sonneneinstrahlung und verhindert so, dass die Tiere einen Sonnenbrand bekommen. Dieser Schutz fehlt den Nacktmeerschweinchen völlig. Das Fell verhindert auch, dass die Tiere zu schnell aufheizen, auch das klappt natürlich ohne Fell nicht.

Das Fell schützt vor Nässe.

Bekanntermaßen können gesunde Meerschweinchen auch bei feuchter Witterung einen Spaziergang im Garten unternehmen. Normalen Meerschweinchen macht auch eine taunasse Wiese am Morgen nichts aus, die Feuchtigkeit gleitet an dem Fell normaler Glatthaarmeerschweinchen ab (Tiere mit anderen Fellvarianten wie Rex oder langhaarige Tiere können hingegen teilweise ebenfalls Probleme mit Feuchtigkeit bekommen und sind auch nur eingeschränkt für die Außenhaltung geeignet). Nacktmeerschweinchen können also nur kurze Zeit, bei perfekten Wetterbedingungen Auslauf auf einer Wiese genießen und selbst das ist nicht ganz ungefährlich. Eine Außenhaltung ist nicht möglich - gegen kühlen Wind, Kälte und eine feuchte Morgenwiese sind sie völlig ungeschützt.

Das Fell schützt vor Parasiten und Pilzbefall

Die meisten Hautparasiten und vor allem Zecken und blutsaugende Milben haben es bei einem dichten und gesunden Fell weitaus schwerer, an das Tier zu kommen um sich einzunisten. Man merkt es daran, dass sich Parasiten bei Tieren mit Fell vor allem an den Stellen zuerst einnisten, an denen wenig oder nur dünnes Fell ist. Ein Nacktmeerschweinchen hat diesen Parasiten nichts entgegen zu setzen. Auch Pilzbefall ist bei Nacktmeerschweinchen häufiger anzutreffen. Die Haut ist extrem empfindlich und weißt auch häufiger kleine Verletzungen z. B. kleine Risse, verursacht durch Heuhalme, Stroh, Einstreu auf, da der Schutz des Felles fehlt. Es wird nicht umsonst von einigen, langjährigen Züchtern davon abgeraten, den Tieren grobes Stroh anzubieten. In diesen kleinen Verletzungen nisten sich Parasiten und Pilze bevorzugt ein.

Das Fell schützt vor Verletzungen

Nicht ohne Grund haben ältere Nacktmeerschweinchen, die im Rudel leben, häufig viele kleine und mitunter auch größere Narben vorzuweisen. Wer Meerschweinchen im Rudel beobachtet wird fest stellen, dass die Tiere schon bei kleineren Auseinandersetzungen (z. B. der Streit um eine Scheibe Gurke) mit geöffnetem Mäulchen kurz zuschnappen (und ja - auch ganz normale Meerschweinchen die pro Tier mehr als 1 m² Platz im Gehege haben, machen so etwas). Bei Meerschweinchen mit Fell ist dieses kurze Haken völlig unbedenklich, es endet im dichten Fell. Bei Nacktmeerschweinchen kann das schon zu den ersten Kratzern führen, denn ein Fell ist nicht vorhanden. Werden Nacktmeerschweinchen vergesellschaftet, kommt es selbstverständlich zu massiveren Verletzungen, denn jeder, der einmal eine Meerschweinchenvergesellschaftung gesehen hat, weiß, dass diese zwar in großen Gehegen sehr friedlich verläuft, aber der Neuling trotzdem erst einmal lernen muss, wo er im Rang steht und was er darf - ergo wird er auch häufiger "verbissen". Bei Tieren mit Fell ist das kein Problem - der Biss endet normalerweise auch hier im Fell, selten werden die wenig bepelzten Körperteile wie z. B. die Nase oder die Ohren verletzt. Bei Nacktmeerschweinchen führt auch das zu Verletzungen. Wird der Rangkampf ersthafter geführt (was in kleinen Gehegen leider an der Tagesordnung ist), hat ein Nacktmeerschweinchen kaum noch eine Chance - denn jeder Biss sitzt und es ist kein Fell da, welches diesen Biss abwehren könnte.

Die eigenen Krallen sind ebenfalls ein Problem. Wenn Meerschweinchen sich besteigen, finden sie mit den Krallen im dichten Fell Halt. Bei nackten Meerschweinchen gleiten die Krallen an der Haut ab - das geht natürlich nicht immer ohne Verletzungen ab und sorgt auf jeden Fall für Schmerzen beim Tier. Auch wenn die Tiere übermütig übereinander her tollen (oder sich drängeln, z. B. bei der Fütterung, wo es durchaus vor kommt, dass ein Tier auf das Nächste steigt), ratschen die Krallen direkt über die Haut. Die Tiere zeigen dann auch, wie unangenehm ihnen das ist. Einem Meerschweinchen mit Fell macht das wenig aus. Jungtiere haben noch ein Problem: Das Putzen des Felles ist gerade bei jungen Tieren eine spontane Übersprungshandlung. Diese wird unbewusst ausgeführt und die Bewegung und der Druck den das Tier dabei ausübt, sind rein instinktiv auf Fell ausgelegt. Fehlt das Fell, putzen sich die Tiere zu heftig, es kann dabei sogar zu Blessuren kommen, bevor die Tiere lernen, den Druck anzupassen.

Berichte aus verschiedenen Notaufnahmen, bei denen die Nacktmeerschweinchen mittlerweile leider auch angekommen sind, zeigen auf, dass Nacktmeerschweinchen keine Häuser oder Unterschlüpfe mit engeren Eingängen haben dürfen, denn wenn diese Eingänge nicht ganz glatt sind, reißen sich die Tiere daran die Haut auf - deshalb haben Skinnyzüchter kaum Einrichtung in den Gehegen. Nur Kuschelsäcke und Etagen sind erlaubt. Zweige die im Gehege liegen, können hingegen schwere Verletzungen hervor rufen.

Züchter behaupten gern, die Nackttiere hätten nicht mehr Narben als Tiere mit Fell und es würde nur mehr auffallen, weil eben kein Fell da wäre. Selbst bei sehr alten Tieren haben wir in der Pathologie kaum Narben finden können, außer da, wo die Tiere wenig Fell haben (Ohren, Nase). Nackttiere verletzten sich viel schneller als Tiere mit Fell und die Blessuren die sie davon tragen, sind immer tiefer als bei Tieren mit Fell. Außerdem zeigt die Erfahrung mittlerweile, dass sich beim Nacktmeerschweinchen viel eher Abszesse aus solchen Wunden bilden, als beim normalen Meerschweinchen.

Tasthaare

Die Tasthaare sind wichtig. Mit ihnen orientiert sich das Meerschweinchen. Es kann damit herausfinden, ob es durch eine Öffnung passt, es orientiert sich in der Dunkelheit mit ihnen und sehbehinderte Tiere erkennen damit auch die Annäherung ihrer Artgenossen.

Baldwins fehlen die Tasthaare, sie sind also um einen sehr wichtigen Sinn - den Tastsinn in den Fibrissen - beraubt! Aber auch Skinnys haben meist verkürzte oder gewellte Tasthaare und nicht alle Tasthaare sind vorhanden, vor allem die Tasthaare über den Augen und am hinteren Kopfende fehlen meist ganz.

Hautprobleme

Die Haut der Nacktmeerschweinchen ist bei älteren Tieren nicht selten trockener und spröder und muss bei manchen Tieren regelmäßig eingecremt werden. Cremereste müssen dann wiederum mit einem feuchtem Waschlappen regelmäßig entfernt werden. Dies gefällt den meisten Meerschweinchen, die auch untereinander keinen engen Körperkontakt pflegen und den Streicheleinheiten von Menschen wenig abgewinnen können, nicht. Außerdem nehmen sie beim Putzen diese Pflegemittel auf, was bei keiner verwendeten Creme auf Dauer wirklich gesund ist.

Erhöhter Energiebedarf

Die Tiere haben einen erhöhten Energiebedarf. Sie kommen häufig leider nicht ohne zusätzliches Trockenfutter aus, was in Gemischtgruppenhaltung zu Problemen führen kann (normale Meerschweinchen verfetten schnell, wenn zu energiereich gefüttert wird). Trockenfutter kann ohnehin zu Problemen führen, wie hier nachzulesen ist: Trockenfutter für Meerschweinchen?.

Kürzere Lebenserwartung

Durch den schnellen Stoffwechsel wird davon ausgegangen, dass Skinnys eine geringere Lebenserwartung haben. Wir haben eine Zeitlang in Züchterforen mitgelesen und geschaut wie alt die Tiere dort wurden und das hat diese These leider bestätigt.

Es ist in einigen Fachartikeln nachzulesen, dass Nacktmeerschweinchen von Dermatologen als Tierversuchstiere "verwendet" werden und dafür ursprünglich auch gezüchtet wurden. Sie stammen aus einer kanadischen Versuchstiereinrichtung und werden seit ca. 1980 gezielt als Versuchstiere gezüchtet. Die heutigen Populationen stammen von Züchtern, die diese Rasse weiter entwickelt haben.

Meerschweinchen (und auch andere bepelzte Tiere) benötigen ihr Fell um gesund zu bleiben und auch um sich rundherum wohl zu fühlen. Tieren ein wichtiges Körperteil, eben das Fell, bewußt weg zu züchten ist rundherum abzulehnen.

Schön oder nicht? Darüber erlauben wir uns kein Urteil, aber Sie können sich wohl anhand der Fotos selbst ein Urteil bilden:

Skinnys

Skinnys

Skinnys

Was sagen die Züchter dieser Tiere?

Wie immer haben Züchter viele halbwahre Ausreden um sich die Vermehrung ihrer Tiere schön zu reden. Da die Züchter sich erlauben, meinen Text ungefragt zu kopieren und auf ihren HPs auseinander zu nehmen, nehme ich mir die gleiche Freiheit mit ihren Texten auch heraus (ich habe nur dort kopiert, wo vorab ungefragt mein Text ebenfalls kopiert wurde!).

Hier ein Zitat das sich auf fast allen Züchterseiten findet (da es auf vielen Seiten ohne Quellenangabe zu finden ist, können wir leider keine genaue Angabe machen, woher es ursprünglich stammt):

"Skinnys kamen ganz überraschend auf die Welt. Forscher haben es nicht gezielt darauf hin experimentiert. Die Mutation ist spontan aufgetreten."

Das sagen wir dazu:
Bekanntermaßen treten spontane Mutationen bei jeder Tierart auf - und genauso schnell wie sie auftreten verschwinden sie auch wieder, wenn diese Mutation nicht überlebensfähig ist. Der Mensch hat sich zur Angewohnheit gemacht, solche Mutanten am Leben zu erhalten. Soweit ist das noch mehr als verständlich, wir Menschen sorgen uns auch liebevoll um andere Menschen, die mit Behinderungen auf die Welt kommen und dieses soziale Zusammenhalten ist eine unserer großen, menschlichen Stärken. Aber: es wird wohl kein Mensch dieser Welt der Ansicht sein, dass man bewusst z. B. einen Menschen mit einer Behinderung mit einem ebenso erkrankten Menschen verpaaren müsste um die Art dieser Behinderten zu erhalten.

Fellverlust ist eine Behinderung - eine Mutation, die in freier Wildbahn ebenso ausgestorben wäre, wie langhaarige Meerschweinchen oder Meerschweinchen mit verkürztem Kiefer und Backenzahnproblemen. Der einzige Grund, warum diese spontane Mutation überleben konnte ist der, dass Menschen diese bedauernswerten Tiere nicht nur am Leben erhalten - sondern tatsächlich diese kranken Tiere miteinander verpaaren. Übrigens: da Züchter gern als Gegenargument bringen, dass alle Meerschweinchen in freier Wildbahn nicht mehr überlebensfähig wären: viele Zuchttiere sind es wirklich nicht und wir lehnen z. B. auch die Langhaarzucht ab. Aber in Peru kann man tatsächlich, vor allem in der Nähe von Dörfern, viele Rudel mit domestizierten Meerschweinchen in freier Wildbahn finden, sind die Tiere sonst gesund und haben sie ein normales Fell, können sie durchaus dort auch gut überleben.

Tiere mit Behinderung zu versorgen und sich darum zu kümmern ist (solange sie ohne Schmerzen überleben können), durchaus menschlich und verständlich. Aber diese kranken Tiere dann auch noch bewusst weiter zu vermehren, dass ist keineswegs mehr verständlich oder normal - das ist einfach nur der Beweis dafür, dass die Menschen verlernt haben, zwischen gesund und krank zu unterscheiden.

Übrigens: Es ist schon erstaunlich, dass auf eine "genetische Veränderung" angespielt wird. Kaum eine Heimtierart wurde bisher in einem Genlabor geschaffen oder verändert. Skinnys wurden lediglich im Labor weiter gezüchtet um sie für Versuche zu verwenden.

Ebenso behaupten alle Züchter, ihre Tiere wären gesund - wie gesund ein Tier ohne Fell sein kann, ist oben im Artikel nachzulesen.

Ein weiteres Argument der Züchter dieser Tiere ist:
"Es gibt auch in der Natur nackte Tiere (Nacktmulle) und Menschen sind auch fast nackt."

Ja, dass ist richtig, Nacktmulle sind nackt und Menschen auch. Aber diese Nacktheit hat sich über Jahrhunderte durch eine natürliche Evolution herausgebildet. Nackmulle sind unter der Erde ohne Fell einfach besser dran - es passt also zu ihrem natürlichem Lebensraum und gehört zum Tier. Menschen haben ihr Fell verloren, waren aber in der Lage, es durch Kleidung zu ersetzen. Sie können also ohne Fell auskommen.

Was sagt uns das aber über Nacktmeerschweinchen? Nun niemand wird annehmen, dass sie nun vom Meerschweinchen zum Mull evolutionieren und bald unter die Erde ziehen - und Kleidung tragen will wohl kein Meerschweinchen freiwillig (obwohl natürlich perverse Geister auch schon auf diese Idee gekommen sind). Meerschweinchen benötigen also ihr Fell aus evolutionärer Sicht nach wie vor.. eben zum Schutz vor Wind und Wetter, zum Schutz bei Rangkämpfen und zum Schutz vor Krankheiten.

Ein letztes Argument:
"Nackte Tiere können von Allergikern gehalten werden"

Vielfach wird angenommen, wenn Jemand auf eine Tierart allergisch ist, wäre er automatisch gegen die Haare der Art allergisch. Das stimmt so nicht. Eine echte Tierhaarallergie ist sogar sehr selten anzutreffen, viel häufiger sind die Halter gegen den Urin, Hormone und vor allem gegen das Heu und die staubende Einstreu allergisch. Und auch Nacktmeerschweinchen brauchen Heu, urinieren und ihre Einstreu staubt. Für die verbleibenden wenigen Menschen, die tatsächlich eine Allergie auf Meerschweinchenhaare haben sollten extra solche Tiere zu züchten ist nicht zu verantworten, zumal mir kein einziger Fall eines Allergikers bekannt wäre, der statt Felltieren dann auf nackte Tiere ausgewichen wäre.

Zu erwähnen wäre noch, dass es Vermutungen gibt, dass Nacktmeerschweinchen, vor allem Baldwins, zu Hautkrebs neigen und sich dadurch ihre Lebenserwartung verkürzt. Berichte aus Notstationen zeigen, dass Abzsesse bei diesen Tieren leider schlechter heilen, die Gründe dafür sind noch nicht bekannt.

Zitat von Züchtern (wird vielfach kopiert) Skinnypigs sind etwas für echte Fans: i.d.R. sind es Erwachsene, die dieser Rasse verfallen, die bereit sind, viel Geld dafür zu bezahlen, ihren Skinnypigs gute Haltungsbedingungen verschaffen und sie schlichtweg lieben. Man kann es auch einfach einmal so sehen, dass diese Tiere eine bevorzugte Behandlung genießen und davon profitieren.

Züchter behaupten auch immer gern: Da Skinnys so teuer sind und die Züchter nur in gute Hände vermitteln gäbe es auch keine Notfalltiere und allen Tieren die vom Züchter kommen geht es gut. Wer sich allerdings die Haltung der Tiere beim Züchter anschaut und die Käfige mit gerade mal 0,5 m² Grundfläche für eine Gruppe, die von diesen als tolle Haltung bezeichnet werden, der weiß, dass dies nur bloße Schönrederei ist. Keiner liebt sein Tier mehr, weil er viel Geld dafür bezahlt und es gibt unzählige Erwachsen, die ihre geliebten Tiere in winzige Käfige pferchen. Ich habe übrigens im Internet keine Skinnyseite finden können, die mit großen Gehegen aufwarten konnte, viele haben nur kleine Gitterkäfige oder Minimumhaltung (also nach Züchtervorschrift 0,25 m² pro Tier) und vermitteln auch in so eine Haltung (ich habe bei einigen Nachgefragt und alle hätten mir bedenkenlos Tiere in einen 100 x 50 cm Käfig vermittelt, nur einmal wurde mir ein 120ziger Käfig als bessere Haltung ans Herz gelegt!).

Zum Thema "es gibt keine Notfallskinnys"...

Notfallskinnys

Wir möchten auch noch erwähnen, dass manche Züchter leider die behaarten Nachkommen der Zuchtskinnys gern mal als Kuscheltiere veräußern. Es wurden wohl auch schon Skinnyträger in Zooläden veräußert. Sie sind von Laien von normalen Meerschweinchen nicht zu unterscheiden (obwohl die meisten schon ein dünneres Fell aufweisen). Aber wenn diese Tiere dann doch verpaart werden, dann erwartet den Halter eine große Überraschung, wenn Skinnys geboren werden. Halter die dann unvorbereitet sind, erwartet ein Schock. Schon mehrfach meldeten sich in den Beratungsstellen verunsicherte Tierhalter, deren Zooladentier oder blöderweise bewußt verpaartes Kuscheltier nackte Jungen zur Welt brachte. Tierärzte, die gar nicht auf die Idee kamen, es könnte sich um Skinnys handeln, behandelten diese Jungtiere dann auch gegen Mangelerscheinungen und Parasiten und Pilze und haben so den Tieren weiter geschadet. Manche Halter haben sich glücklicherweise dann schlau gemacht und raus gefunden, warum ihre Jungen nackt sind. Dass solche Überaschungen für Schock sorgen, dass die Jungen von Menschen, die nicht darauf vorbereitet sind, als krank angesehen werden und Halter dann vor einige Probleme gestellt werden, ist wohl klar. Auch wenn Skinnyzüchter nach wie vor behaupten, sowas käme nicht vor, müsste ihnen klar sein, dass es immer schwarze Schafe unter den Züchtern gibt.


Die gezielte Zucht eines Tieres sollte immer zum Ziel haben, das Tier zu verbessern. Es soll gesünder und langlebiger werden.

Leider scheinen viele Züchter dieses Ziel völlig aus den Augen verloren zu haben - sie vermehren Tiere nur noch nach optischen Gesichtspunkten und zwar nach völlig tierfeindlichen Schönheitsidealen. Die Gesundheit der Tiere bleibt bei vielen Züchtern völlig außen vor. Das ein Tier, dem ein wichtiger Teil des Körpers fehlt - nämlich das schützende Fell - keinesfalls gesünder ist, als ein komplett ausgestattetes Tier, wird wohl jedem denkendem Menschen auffallen.


Wir wollen auch die Züchterseiten nicht vorenthalten - machen Sie sich selbst ein Bild:

lovelyskinnys

Wir stellen überdies fest: viele Skinnyseiten und Seiten von Züchtern die gern seitenweise die Vorzüge der Tiere präsentierten, sind nicht mehr im Internet zu finden. Woran mag das wohl liegen?


Vielen Dank an Sandra Menke von der illu-station.de für die Zeichnung zum Thema. Vielen Dank an SOS Meerschweinchen für die Fotos von den Notfallskinnys.