Parasiten beim Meerschweinchen

In diesem Artikel gehen wir auf die verschiedenen Parasiten ein, die sich mitunter auf und in Meerschweinchen finden lassen und unter ungünstigen Umständen zu einem starkem Befall und Krankheiten führen. Wir möchten damit dem Tierhalter die Möglichkeit bieten, sich über die Erkrankung seines Tieres und dessen Behandlung näher zu informieren. Diese Seite soll auf keinen Fall zur Eigendiagnose und Eigenmedikation anregen! Vor jeder Behandlung muss immer ein Tierarzt aufgesucht werden!

Hautparasiten

Art: Sarkoptesräude (Trixacarus caviae),
auch Grabmilbe genannt, diese Milbenart lebt unter der Haut und ernährt sich vom Lymphe und Zellflüssigkeit. In Fachbüchern ist nachzulesen, das sich diese Milbenart zunächst an den Lippen und auf dem Nasenrücken ansiedelt. Unsere eigenen Erfahrungen zeigen aber, dass dies nicht unbedingt der Fall sein muss, mitunter findet man den Befall nur am Rücken im hinteren Bereich.
Symptome: Starker Juckreiz, Hautläsionen (schorfige, blutige Stellen), Haarausfall, das Tier wirkt unruhig und kratzt sich häufig, im fortgeschrittenen Verlauf springt das Tier sogar quietschend vor Schmerzen in die Höhe oder gibt sich ganz auf und wird apathisch und es läßt sich nur ungern anfassen da es Schmerzen hat. Die Tiere magern ab und im Extremsten Fall sterben sie an einem Befall.
Diagnose: Eine erste Diagnose ist bei einem starkem Befall oft schon durch Sichtung möglich, da die Wunden und Kusten sehr charakteristisch sind, eine eindeutige Diagnose ist allerdings nur durch ein Hautgeschabsel möglich (wobei ein negativer Befunde nicht unbedingt auch bedeutet, dass keine Milben vorhanden sind).

Art: Raubmilbe (Cheyletiella parasitivorax),
sie leben in den oberen Hautschichten und ernähren sich von Hautpartikeln und anderen Milbenarten. Die Eiablage der Raubmilbe findet am Haaransatz statt. Sie sind nicht wirtspezifisch und gehen auch auf andere Tiere über.
Symptome: Das erste Indiz für diese Milbenart sind große auffallende Schuppen, mitunter werden die Tiere auch unruhiger (es kommt sogar zu Rangkämpfen in der Gruppe) durch den entstehenden Juckreiz. Im Extremfall magern die Tiere ab und haben auch Haarausfall.
Diagnose: Mittels eines einfachen Tesaabklatsches sind diese Milben gut unter dem Mikroskop zu erkennen.

Art: Pelzmilbe/Haarmilben (Chirodiscoides caviae),
diese Milben lassen sich überall auf dem Tier finden (es wird zwar in der Fachliteratur darauf hingewiesen, sie würde nur auf dem Rücken und an der Schenkelinnenseite vorkommen, aber das können wir nicht bestätigen) und kommen häufig vor. Besonders geschwächte und Junge Tiere sind oft befallen. Diese Milbenart lebt auf der Haut und klammert sich dort an den Haaren fest, auch die Eier werden an den Haaren fest angebracht.
Symptome: Meist bleibt ein Befall mit Pelzmilben lange Zeit symptomlos. Nur bei stark geschwächten Tieren oder einem extremen Befall kann es zu vermehrtem Juckreiz, leichtem bis stärkerem Haarausfall (vor allen an den Flanken) und Rötungen der Haut kommen. Im Extremfall magern auch hier die Tiere ab und haben starken Juckreiz.
Diagnose: Mittels eines einfachen Tesaabklatsches sind diese Milben gut unter dem Mikroskop zu erkennen. Bei hellen Tieren erkennt der Halter bei genauem Hinsehen kleine, schwarze Fleckchen, Schuppen im Fell.

Art: Haarlinge (z. B. Gliricola porcelli, Gyropus ovalis und Trimenopon hispidum)
Haarlinge siedeln überall auf dem Tier, bevorzugt lassen sie sicham Kopf und an der hinteren Rückenpartie und in der Aftergegend finden.
Symptome: Haarausfall, Hautläsionen (schorfige, blutige Stellen), Juckreiz (das Tier wirkt unruhig und kratzt sich häufig). Im fortgeschrittenen Verlauf ist das Tier stark geschwächt, anfällig für weitere Infektionen und wirkt extrem unruhig bis es sich völlig aufgibt, abmagert und verstirbt.
Diagnose: Mittels eines einfachen Tesaabklatsches sind Haarlinge gut unter dem Mikroskop zu erkennen. Die Haarlinge selber sind als kleine, längliche Würmchen (1 - 2 mm lang) in weiß oder schwarz meist gut zu sehen.

Art: Herbstgrasmilbe (Trombicula autumnalis),
die Larven der Herbstgrasmilbe machen vor Meerschweinchen und vielen anderen Tieren nicht halt, sie leben in den oberen Hautschichten und ernähren sich von Blut und Gewebsflüssigkeiten. Diese Milben sind häufig auf Graswiesen zu finden und treten gerade im Herbst massenhaft auf.
Symptome: Am Kopf, an den Ohren und vor allem bei hellen Tieren sind Hautrötungen zu erkennen, es kommt ebenfalls zu Juckreiz, leichtem Haarausfall und Quaddelbildung.
Diagnose: Mittels eines einfachen Tesaabklatsches sind diese Milben gut unter dem Mikroskop zu erkennen.

Art: Flöhe
(verschiedene, nicht wirtspezifische Arten, wie beispielsweise Katzenflöhe (Ctenocephakudes felis), Kaninchenfloih (Spilopsyllus cuniculi))
Symptome: Die Tiere haben starken Juckreiz, sind nervöser und es lassen sich rote Punkte und kleine Ekzeme finden.
Diagnose: Flöhe und vor allem der Flohkot sind mit blosem Auge meist als kleine schwarze Punke erkennen.

Art: Schmeißfliegenlarven (Calliphoridae)
Schmeißfliegen legen ihre Eier bevorzugt an der Afterregion des Wirtstieres ab, dort ernähren sich die Maden von dem Gewebe und Wundsekreten. Besonders häufig werden schwache, alte und kranke Tiere befallen. Mehr Info siehe auch: Sommerprobleme, Madenbefall
Symptome: Die Tiere sind extrem unruhig oder haben sich schon aufgegeben. Die Haut ist am After großflächig zerstört und zeigt starke Krusten.
Diagnose: Meist lassen sich die Larven als weiße Würmchen in der Wunde gut erkennen.

Art: Zecken (Ixodida)
es gibt verschiedene Zeckenarten, in Deutschland finden wir in erster Linie die Schildzecken im hohen Gras, in Gebüschen und Sträuchern. Sie gehen auf verschiedene Tierarten und Menschen. Sie suchen ihren Wirt nur zum Blutsaugen zwischen ihren verschiedenen Lebensstadien auf. Wichtigster Schutz für Tiere in Außenhaltung ist ein niedrig halten der Wiese.
Diagnose: Zecken sind je nach Entwicklungssstadius von wenigen mm bis cm groß und als kleine Spinnentiere gut mit blosem Auge zu erkennen. Meist sieht man den Hinterleib aus der Haut ragen, mit dem Kopf bohren sie sich in die Haut um Blut zu trinken. Zeckenbisse sind als kleine rote Punkte zu erkennen, mitunter entzünden sich die Bisse, dann werden es große Quaddeln.
Behandlung: Ist es zu einem Zeckenbiss gekommen, sollte der unerfahrene Halter einen Tierarzt aufsuchen, der die Zecke entfernt und dann gleich die Wunde desinfiziert. Der erfahrene Halter kann die Zecke heraushebeln, hilfreich sind dabei Zeckenzangen und die Zeckenkarte. Die Wunde sollte desinfiziert werden. Die Wunde muß gut beobachtet werden, zeigen sich Zeichen einer eitrigen Infektion ist der Tierarzt aufzusuchen, evtl ist dann eine Behandlung mit Amoxicillin-Präparaten notwendig. Mehr Informationen finden Sie hier: Zecken Wikipedia

Ebenso kann es zu einem Befall mit der Tropischen Rattenmilbe oder der Roten Vogelmilbe kommen, da in diesem Fall spezielle Behandlungen nötig sind, gehen wir auf diese Milbenarten in einem speziellem Artikel ein: Infotext: Tropische Rattenmilbe / Rote Vogelmilbe.

Tipp: Ein erstes Anzeichen für einen beginnenden Befall mit Juckreiz erzeugenden Parasiten ist häufig vermehrtes Putzen. Die Tiere zucken kurz zusammen und fangen an, sich zu kratzen oder sie drehen ihren Kopf zum Rücken/Hinterteil und fangen an dort zu "nagen". Dabei wirken sie eher unentspannt und sie tun dies z.B: auch beim Fressen oder in anderen Situationen, wo sie sich normalerweise nicht putzen.

Ein unbehandelter Befall, egal mit welchen Parasiten, kann zum Tod durch Stress führen!

Eine Diagnose durch einen erfahrenen Tierarzt ist unbedingt notwendig, ein Laie kann die verschiedenen Milbenarten nicht erkennen und auch andere Sekundärinfektionen wie z.B. Pilzbefall (welcher häufig mit einem Parasitenbefall einhergeht) nicht ausschließen und behandeln. <

Folgende Faktoren begünstigen einen Befall

Ein starker Befall mit Parasiten tritt meist nur auf, wenn ein oderer mehrere der Folgenden Faktoren auftreten. Man spricht auch bei den meisten Parasiten von Faktorenerkrankungen.
  • Starker Stress - evtl. passt die Gruppe nicht zusammen, oder es gab Rangordnungskämpfe bei neu zusammengesetzten Tieren, Jungtiere die in die Pubertät kommen haben oft Stress ebenso wie Tiere die von ihren Besitzern zu oft hochgenommen werden oder von Kindern allzu wild bespielt werden.
  • Unsauberkeit - in einem zu selten gereinigtem Käfig vermehren sich die Parasiten rascher.
  • Sauberkeit - in einem zu häufig desinfizierten Käfig können die Tiere keine Abwehrkräfte bilden, das Imunsystem erlahmt.
  • Falsche Käfigeinrichtung - In Plastikhäusern herrscht ein warmes feuchtes Klima in dem sich Milben, Bakterien und Pilze wohl fühlen, solche Häuser sollten niemals verwendet werden. Meerschweinchen sollten auch immer ein Gehege mit einer guten Luftzirkulation bewohnen
  • Schlechte Ernährung - die Abwehrkräfte der Tiere sind durch Vitamin und Mineralienmangel geschwächt, die Haut wird durch den Mangel an Fettsäuren brüchig. Die Ernährung sollte überdacht und ggf. umgestellt werden
  • Krankheiten - bei bestehenden anderen Krankheiten stehen die Tiere unter Stress und das Immungsystem ist gestört, so das sich Milben ansiedeln können.
  • Kontakt mit anderen Tieren - auf Ausstellungen und beim zusammen treffen mit anderen Tieren werden Parasiten oft übertragen (Meerschweinchen sollten in ihrem Rudel leben dürfen, ohne oft umgesetzt zu werden oder gar zum Spielen mit genommen zu werden).

Behandlung von Parasiten

Eine Parasitenbehandlung darf nur nach vorheriger Ärztlicher Diagnose und nur bei einem bestätigtem Befall erfolgen! Eine prophylaktische Behandlung ist nicht möglich! Egal womit Sie die Meerschweinchen einsprühen, betropfen oder eincremen, vergessen Sie niemals, dass Sie mit GIFT hantieren. Die meisten gut wirksamen Präparate sind Nervengifte die bei einer Überdosierung toxisch wirken. Halten Sie sich unbedingt an die angegebenen Dosierungen!

Behandlung von: Sarkoptesräude und Raubmilbe

Diese Milbenarten leben unter der Haut und werden von vielen Präparaten, die nur auf die Haut aufgetragen werden nicht erreicht. Folgende Mittel haben bisher gute Wirkung gezeigt:

Ivomec® ad us. vet., Injektionslösung, Ivomec Pur On (Wirkstoff Ivermectin)
Dosierung 0,2 mg Ivermectin pro kg Meerschweinchen. Die Injektionslösung wird entweder direkt gespritzt oder es werden 2- 3 Tropfen der Pur On Lösung in den Nacken gegeben. Wichtig: niemals "Pour-On" Lösung oral eingeben oder spritzen!

Dectomax® ad us. vet., Injektionslösung (Wirkstoff Doramectin)
Dosierung 0,2 mg Doramectin pro kg Meerschweinchen. Die Injektionslösung wird direkt gespritzt.

Stronghold® 30 mg ad us. vet., Lösung (Wirkstoff Selamectin)
Eine Ampulle Stronghold wird direkt auf das Tier getropft, bevorzugt in den Nackenbereich. Es werden laut Wenzel 30 mg Selamectin pro kg Meerschweinchen benötigt, das ist höher dosiert als für andere Kleintiere. Meerschweinchen nehmen über ihre dicke Haut weniger Wirkstoff auf und verstoffwechseln ihn anders. Ewringmann gibt 15 mg pro kg an, aber diese Menge reicht bei einem starkem Befall nicht aus. Hier muss also wohl eher von Fall zu Fall entschieden werden, wie viel Wirkstoff wirklich nötig ist, 15 mg pro kg Körpergewicht ist das Minimum.

Bitte lesen Sie hier weiter: Nachbehandlung ist Wichtig!!!

Behandlung von Haarlingen, Pelzmilben, Herbstgrasmilben, Flöhen

Folgende Mittel empfehlen wir:

Frontline ad us. vet., Spray (Wirkstoff Fipronil)
Es werden 2 - 3 Pumpstöße pro kg Tier verabreicht.

Bolfo® Flohschutz-Spray (Wirkstoff Propoxur)
Es werden 2 - 3 Pumpstöße pro kg Tier verabreicht.

Sprühen Sie beide Mittel niemals direkt aus der Flasche auf das Tier!
Sprays werden immer vorab auf die eigenen Hände gesprüht (Einmalhandschuhe überziehen), dabei ist ein Abstand vom Tier und vor allem von dessen Kopf notwendig, damit kein Spray in dessen Lungen gelangen kann. Pro Hand ist bei normal großen Tieren und einem normalem Befall ein Spühstoß ausreichend! Damit wird das ganze Meerschwein ordentlich durchgerubbelt. Es ist ebenfalls möglich, eine Bürste einzusprühen (drei Spühstöße sind auch hier ausreichend) und das Tier damit durchzubürsten! Nach 24 Stunden wird das Meerschweinchen nochmal ordentlich gebürstet um abgestorbene Schädlinge bzw., deren Nissen vollständig aus dem Fell zu bekommen.

Stronghold® 30 mg ad us. vet., Lösung (Wirkstoff Selamectin)
Stronghold wird direkt auf das Tier getropft, bevorzugt in den Nackenbereich, mehr Info s.o..

Nur eingeschränkt können wir Bolfo Puder gegen Haarlinge empfehlen, Puder ist in der Anwendung meist etwas schwer zu dosieren, es verklebt das Fell und gerät zu leicht in die Lungen.

Wichtig!

Die angegebenen Dosierungen sind unbedingt einzuhalten, eine Überdosierung ist Lebensgefährlich für die Tiere!

Eine Überdosierung von diesen Medikamenten erkennen Sie an den typischen Vergiftungserscheinungen: NS-Depression (Koma), Zittern, starkes Speicheln, weite Pupille, tretten diese Symptome auf ist unverzüglich ein Tierarzt aufzusuchen.

Nachbehandlung ist Wichtig!!!

Durch die erste Behandlung werden alle Milben und Haarlinge getötet - nicht aber - deren Eier! Aus den Eiern schlüpfen, je nach Parasitenart, nach ca. 7- 10 Tagen neue Larven, welche innerhalb von ca. 2 - 3 Wochen wiederrum Eier legen und so für einen neuen Befall sorgen. Darum ist darauf zu achten, nach 7 - 10 Tagen die neu geschlüpften Nissen zu töten und ggf. auch die später geschlüpfte Nissen abzutöten! Sonst ist der Haarlings- oder Milbenbefall nur vorübergehend gestoppt, kann sich aber nach kurzer Zeit wieder ausbreiten. Also auch wenn sofort eine Besserung eintritt die Behandlung auf keinen Fall abbrechen! Ausnahme: Stronghold wirkt über 4 Wochen und muss nicht nachbehandelt werden.

Im Normalfall ist eine dreimalige Behandlung im Abstand von jeweils 7 - 10 Tagen notwendig!

Wenn der Parasitenbefall schon massiv fortgeschritten ist, die Tiere massive Wunden oder Entzündungen haben, ist es sinnvoll, sie zusätzlich mit einem Antibiotikum zu behandeln! Bei extram starkem Juckreiz, ist auch der Einsatz von Kortison für einen kurzen Zeitraum sinnvoll.

Die ganze Gruppe behandeln?

Es wird meist dazu geraten, alle Tiere aus einer Gruppe zu behandeln, auch wenn diese nicht erkrankt sind. Das ist häufig oft unnötig. Wenn keine Parasiten oder Anzeichen für Parasiten an den Tieren gefunden werden, ist eine Behandlung nicht nötig. Parasiten finden sich in kleiner Menge immer in der Umgebung der Tiere, ob sie ein Tier befallen und zu einer Krankheit werden, ist bei jedem einzelnen Tier von verschiedenen Faktoren abhängig. Meist erkranken nur einzelne (oft geschwächte oder gestresste) Tiere an einem Parasitenbefall. Dann müssen auch nur diese Tiere behandelt werden.

Eine Behandlung von ganzen Gruppen wäre nur sinnvoll, wenn mehrere, bzw. ein Großteil der Tiere aus der Gruppe befallen sind. Sind viele Tiere aus einer Gruppe befallen, dann muß gründliche Ursachenforschung betrieben werden, denn dann liegen immer mehrere Faktoren zugrunde (Platzmangel, Stress, Fehlernährung). Werden diese Faktoren nicht abgestellt, dann kommt es immer wieder zu neuen Infektionen und zu neuem Parasitenbefall.

Die häufig angewendeten Badezusätze gegen Parasitenbefall können wir nicht unbedingt empfehlen, Baden bedeutet für die Tiere Stress und gerade dieser löst den oft Milbenbefall erst aus. Bei kaltem Wetter besteht außerdem die Gefahr, dass sich das Meerschwein erkältet. Es kann bestenfalls nach erfolgreicher Behandlung oder bei sehr starkem Befall ein Bad nötig sein

Ebenso können wir folgende Päperate nicht als sicheres Mittel gegen Schädlinge empfehlen. Verminex von Petvital (enthält Öle die nicht näher angeben sind, bei starkem Befall nicht zuverlässig Wirksam), Exner Petguard (soll angeblich Schädlinge durch ersticken töten, wirkt aber bei starkem Befall oft nicht und verklebt das Fell). Wer sein Tier lieber "natürlich" behandeln möchte, kann es mit diesen Präparaten versuchen, sollte aber falls nach einer Woche kein Besserung des Befalls festzustellen ist oder der Befall häufig wiederkommt bitte auf die oben angegebenen Medikamente zurückgreifen.

Tipp:

Gegen den Juckreiz kann man den Tieren Fenistil geben. Entweder als Salbe dünn auf die befallenen Stellen auftragen oder einen Tropfen "Fenistil Tropfen" direkt eingeben. Stark verschorfte schlecht heilende Wunden kann man zusätzlich mit Bephanten Augen und Nasensalbe versorgen.

Reinigung

Um einen erneuten Befall zu verhindern, muss das Gehege, die Umgebung, die Einrichtung und der Bereich, in dem die Tiere Auslauf bekommen gründlich gereinigt werden. Es sollte sicher gestellt werden, dass alle Parasiten dabei abgetötet werden. Waschen Sie das Gehege mit heißem Essigwasser aus, danach gründlich ausspülen. Anschließend sprühen Sie es mit einem Umgebungsspray gegen Parasiten wie Bactazol, Frontline oder Ardap aus, wischen Sie nach der angegebenen Einwirkzeit gründlich nach, lassen Sie das Gehege dann gut austrocknen und auslüften! Saugen Sie alle Teppiche sorgfältig langsam und sehr gründlich ab. Wischen Sie alle Böden gründlich mehrfach.

Alle Einrichtungsgegenstände im Gehege sollten ebenfalls gereinigt werden. Waschen Sie alle abwaschbaren Teile gründlich, ggf. mit Essigwasser aus und spülen Sie lange unter fließendem Wasser nach. Holzteile und Kork können Sie für 40 Minuten bei knapp 100 Grad im Ofen ausbacken um vorhandene Parasiten zu töten und sie nach dem Abspülen zu trocknen. Heunester und andere nicht abwaschbaren Teile müssen entsortgt werden werden. Keramikteile werden nach Möglichkeit ausgekocht, oder gründlich abgespült (ggf in der Geschirrspülmaschine).

Die Eier mancher Milbenarten können mehrere Wochen außerhalb des Wirtes überleben (Sarcoptesmilbe ca. 2 Wochen, Chorioptesmilben bis zu 8 Wochen) - deshalb ist die gründliche Reinigung wirklich wichtig! Das gründliche Abspülen hilft die Menge der vorhandenen Eier auf ein Minimum zu reduzieren, zwar werden beim Reinigen die meisten Eier nicht getötet, aber weg gewaschen, was einen erneuten Befall verhindert.

Geschwächte Tiere benötigen mehr Vitamin C, bitte passen Sie Ihre Fütterung deshalb entsprechend an und füttern Sie mehr Kräuter und Vitaminhaltiges Gemüse : Vitamin C Liste

Bilder

Haarlinge
am Kopf

Haarlinge

Milben
am Rücken

Milben

Milben
am Hinterteil

Milben

Milben
und Bisse

Milben

Weitere Infos und viele Bilder zu den verschiedenen Parasiten bekommen Sie auch hier:
Diseases of Research Animals

Darmparasiten

Art: Kokzidiose (Eimeria caviae).
Kokzidien sind Einzeller, welche im Darm (Darmkokzidiose) vom Meerschweinchen leben und sich dort auch vermehren. Sie entwickeln sich in einem mehrphasigen Zyklus. Durch den Kot der befallenen Meerschweinchen werden sogenannte Oozysten ausgeschieden, welche in der Außenwelt monatelang überleben. Die Übertragung und Aufnahme der Kokzidien/Oozysten erfolgt oral über Kot, Futter, Einstreu.
Symptome: Verdauungsstörungen, Blähungen (Tympanie), starker breiiger bis wässriger, meist stark übel riechender, Durchfall, als Folge starke Gewichtsabnahme. Das stark befallene Tier wirkt teilnahmslos, inaktiv und frisst nicht mehr ausreichend. Nicht selten führt eine Kokzidiose durch den Durchfall schnell zum Tode des Tieres. Jungtiere sterben innerhalb kurzer Zeit nachdem die Symptome aufgetreten sind. Es können aber auch (gerade ältere) Tiere befallen sein, die Erreger ausscheiden und weitergeben ohne dabei selbst zu erkranken und Symptome zu zeigen.
Diagnose: Eine Kotuntersuchung ist notwendig, die Oozysten könnnen mit einer Kotflotation eindeutig nachgewiesen werden.
Behandlung: Zur Therapie werden Sulfonamidpräparate eingesetzt. Gute Erfahrungen wurden bei Behandlungen mit Baycox® 5 % für Ferkel gemacht. Dosierung 25 mg/l.
Wichtig: Stress und falsche Fütterung begünstigen einen starken Kokzidienbefall. Unsauberkeit ist einer der wichtigsten Auslöserfaktoren. Absolute Sauberkeit ist im Meerschweinchengehege ohnehin Pflicht, aber wärend einer Kokzidienbehandlung muss die Einstreu täglich gewechselt werden, der Bereich um das Gehege muss gründlich gereinigt werden (Teppiche werden gründlich und langsam abgesaugt, kein Auslauf wärend des Befalles!). Eine gründliche Käfigdesinfektion mit kochendem Wasser und Essigessenz tötet Oocysten zuverlässig ab. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere kein verschmutzes Heu zu sich nehmen. Futter und Kot dürfen nicht miteinander in Berührung kommen. Zusätzliche Vitamin C Gaben sind ratsam.

Art: Spulwurm (Paraspidodera uncinata).
Spulwürmer siedeln sich im Blindarm (Colon) an.

Peitschenwurm (Trichuris gracilis)
Peitschenwürmer siedeln sich im Dickdarm und Blindarm an.

Symptome: In erster Linie sind Jungtiere und stark geschwächte Tiere betroffen. Oft ist ein Befall fast symtomlos, manchmal fällt leichter Gewichtsverlust auf. Bei Jungtieren und stark geschwächten Tieren kommt es zu starken Symtomen, das befallene Tier wirkt teilnahmslos, inaktiv und frisst nicht mehr ausreichend, es magert ab und oft kommt zu schleimigem Durchfall. Ein starker Befall sorgt für chronische Dünndarmentzündungen.
Diagnose: Die ausgeschiedenen Eier beider Wurmarten werden im Kot nachgewiesen, mitunter werden auch Würmer ausgeschieden.
Behandlung: Sinnvoll ist eine Behandlung mit Fenbendazol (z.B. Panacur®, 10 mg/kg) oder auch Febantel (Rintal®, 5 - 20 mg/kg). Das Medikament wird 1 - 5 Tage gegeben, eine Wiederholung nach 5 - 8 Tagen ist ratsam. Es ist ebenfalls möglich, mit Dectomax oder Ivomec zu behandeln.
Wichtig: Es wird wärend der Behandlung eine tägliche, gründliche Reinigung des Geheges empfohlen, eine gründliche Käfigdesinfektion mit kochendem Wasser und Essigessenz tötet Würmer ab. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere kein verschmutzes Grünfutter zu sich nehmen. Gras und anderes Grünfutter sollte möglichst dort gepflückt werden, wo keine Wildkaninchen wohnen.