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Horst Evers ist gefährlich!

Ich liege auf der Couch und genieße meinen Urlaub. Ok, eigentlich habe ich ja gar nicht richtig Urlaub, denn ich arbeite ja auch sonst nicht wirklich. Ich verbringe normalerweise meine Zeit am Computer, beantworte Fragen von Kleintierhaltern, schaue kleinen Felltieren zu und schreibe Bücher über eben jene Felltiere. Gerade habe ich wieder eins angefangen - und es gibt Menschen die behaupten, das wäre auch Arbeit, obwohl ich mich frage, wieso sie das glauben - das macht doch Spaß!? Na aber wo doch nun schon alle denken, ich würde doch richtig arbeiten, da kann ich ja wohl auch mal Urlaub machen, hab ich mir heute Morgen so gedacht. Obwohl, eigentlich ist es ja eher ein Streik, zumindest war das heute Morgen meine erste Ausrede für meinen Arbeitsunwillen. Denn ich dachte: "Na also wenns immer noch nicht angewiesen ist, dann wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis ich mein Autorenhonorar für das letzte Buch bekomme und das nächste Manuskript ist schon fertig und ich bin schon beim Übernächsten". Und dann dachte ich so weiter: "Also ohne Bezahlung, arbeite ich nicht mehr - ich streike nun genau wie die Piloten und so". Aber andererseits: ich mag meinen Verlag und die meinen es ja gar nicht böse, wenn die vergessen mich zu bezahlen und von meinem Streik würden die wohl auch nicht viel merken, denn der Abgabetermin von dem Buch, an dem ich arbeiten wollte, ist erst in 9 Monaten. Also streike ich nun doch nicht, sondern mache eben Urlaub.

Die einzige richtige Art einen Eintagesurlaub zu genießen ist die, mit einem wirklich guten Buch, einer heißen Tasse Tee und ein paar Duplos und Keksen, eingewickelt in ein paar Decken und mit Wollsocken an auf der Couch zu liegen. Ja ok, es ist Sommer, August genaugenommen, da müsste man eigentlich statt dessen im Garten in der Sonne liegen, mit Kaltgetränk, Obst und dem guten Buch. Aber irgendwie hat das mit der Klimaerwärmung nun auch nicht so recht hingenauen. Das war mal für ein Jahr so und dann noch so ein bisschen, aber nun ists wieder vorbei. Obwohl, es kann natürlich auch sein, dass nun diese andere Sache kommt, der Golfstrom sich gedreht hat und nun kommt diese ewige Wintersache, habe ich auf Pro 7 gesehen, war sehr beeindruckend. Also gut, trotz August also mit dicken Socken und Decken auf der Couch liegen und lesen - auch gut.

Nun könnte man meinen, das wäre nun wirklich die absolut ungefährlichste Tätigkeit, die man sich so aussuchen kann, also außer einem verrenktem Nacken wenn man falsch liegt oder schmerzenden Händen, wenn man das Buch zu verkrampft hält, kann da nicht viel passieren. Falsch gedacht, das ist lebensgefährlich und wenn ich lernfähig wäre, dann wüsste ich das auch.

Dem aufmerksamen Leser ist es vielleicht aufgefallen, ich sprach davon, dass man ein "wirklich gutes Buch" für so einen Tag braucht. Aber man kann ja vor dem gelesen haben gar nicht wissen, ob ein Buch wirklich wirklich gut ist - denken Sie nun - aber falsch gedacht! Ja, es gibt Bücher, da weiß man ganz ganz genau: die können nur gut sein. Bücher von Douglas Adams sind solche Bücher, aber leider wird es da keine weiteren mehr geben, weil er irgendwann meinte, Sport sei gesund und dann war er tot. Hätte er sich einen Eintagesurlaub genommen, könnte er noch leben, Hustenanfälle sind leichter zu überleben als Herzinfakt im Fitnessstudio. Aber es gibt noch andere Bücher, die einfach immer gut sind, die Bücher von Horst Evers. Oder auch eine CDs von Horst Evers. Wer nach drei Seiten oder 5 Minuten Horst Evers noch nicht lacht, ist ein humorloser Stein oder schon Tod. Meine wirklich bessere Hälfte hat mir als Belohnung zur Fertigstellung meines letzten Manuskriptes dieses Buch geschenkt - es folgt kaum schleichende und umso lautere Werbung: Mein Leben als Suchmaschine, von Horst Evers.

Würde mein Gedächtnis funktionieren, oder mein inneres Alarmsystem oder überhaupt irgendwas an mir, dann hätte ich das mit den Duplos und den Keksen und dem Tee wirklich gelassen. Hätte ich doch nur an das Osterfrühstück zurück gedacht....

Am kursiven Text erkennen Sie hier nun die Rückblende zu diesem Osterfrühstück vor drei Jahren, das beinahe mein letztes Osterfrühstück, also genaugenommen mein letztes Frühstück überhaupt, gewesen wäre: Ich hatte meinem Mann die neue Horst Evers CD: Gefühltes Wissen zu Ostern geschenkt. Eines der letzten Stücke auf der CD handelt von einem Meerschweinchen (so wie das Manuskript das gerade fertig ist). Da wars mit meiner Beherrschung sowas von vorbei, das Lied ist wirklich toll. Nur: ein Frühstücksei essen und lauthals los lachen, das passt nicht zusammen. Das Ei rutschte nicht in die Speiseröhre, sondern in die Luftröhre, ich hustete mir in Folge die Seele aus dem Leib und wäre wirklich fast daran erstickt.

Damals habe ich eigentlich gelernt:
Horst Evers hören und gleichzeitig essen, ist gefährlich!

Aber gut, das ist nun drei Jahre her, ich bin älter und beherrschter und außerdem höre ich ihn ja diesmal nicht, sondern ich lese nur. Als ich die erste Teespritzer auf dem Buch hatte, weil ich prustend los lachte, hätte ich es ahnen können. Aber an einem Eintagesurlaub, da schaltet man schon sein Hirn etwas ab, das funktioniert dann nicht mehr so, wie sonst. Ich merkte also gar nichts. Statt dessen schob ich mir ein Duplo in den Mund, na also zumindest einen Teil davon, und las weiter. Es folgte eine Geschichte über jemanden, der sich mit Computern auskennt. Immer wenn so Geschichten kommen, die irgendwie auch mit meinem Leben zu tun haben muss ich besonders lachen. Na also gut, ich selbst habe keine Ahnung von Computern, aber ich habe einen Ehemann, der kennt sich bestens damit aus, der arbeitet ja damit und programmiert und macht so Dinge, die ich nicht verstehe, also irgendwie kenne ich das doch, wenn man Ahnung von Computern hat, denn ich sehe ja bei ihm, wie sowas ist.

Ich las, ich aß Duplo, ich lache lauthals los, ich versuchte trotzdem zu atmen und ich verschluckte mich. Ich verschluckte mich so doll an diesem Duplo, dass ich wirklich dachte, ich würde nie wieder Luft bekommen. Ich hustete wie irre, übergab mich, röchelte und röchtelte und bin wirklich wirklich wieder fast gestorben.

Nun fühle ich mich sehr sehr elend, meine Luftröhre ist rau, alles fühlt sich süßlich und eklig im Hals an, die Augen sind zugeschwollen und tränen und ich bin ein Bild des Jammers. Ich traue mich nicht weiter zu lesen. Aber ich werde gleich weiter lesen, denn wenn man ein Evers Buch anfängt, dann kann man nicht aufhören, auch wenn man dran stirbt. Sobald ich besser atmen kann lese ich weiter - aber essen und trinken werde ich nie wieder, wenn ein Produkt von Horst Evers auch nur in meiner Nähe ist.

Ich überlege, ob ich den Verlag von Herrn Evers anschreibe und von meinen schlimmen Erfahrungen berichte. Immerhin: auf jeder Tüte steht, man darf sie nicht über den Kopf ziehen - sonst tot, auf Zigarettenpackungen steht die bringen einen um, in Toaster darf man keine Messer stecken, steht zumindest in der Anleitung für meinen Toaster (und es stimmt er geht kaputt wenn man es macht, ich habs versucht) und auch auf vielen anderen Gegenständen des täglichen Lebens stehen zig Warnhinweise. Aber auf so lebensgefährlichen Büchern wie denen von Horst Evers steht gar nichts, nicht der kleinste Hinweis auf die Gefahr, die von diesen Büchern und CDs ausgeht. Wer weiß wie hoch die Dunkelziffer der an Eversprodukten gestorbenen Menschen ist? Da wird ein Toter mit Gesicht in seinem Essen gefunden, auf dem Totenschein steht drauf "Erstickt" oder "Infarkt" und keiner bemerkt das unscheinbare Buch in der Nähe der Leiche, niemand sieht die CD in der Stereoanlage und keiner bringt den Erstickungstod oder den Herzinfarkt mit den Lachanfällen durch ein Eversprodukt in Verbindung. Ich bin sehr dafür, dass die Produkte von Herrn Evers in Zukunft mit einem entsprechenden Warnhinweis versehen werden.

Weils aber noch nicht so weit ist, hier kommt nun nochmal Werbung und der Warnhinweis:
Horst Evers ist eine erfrischende und angenehme Ausnahme im Wust der deutschen "Witzemacher". Er ist keiner dieser anal und frauenwitzorientierten Komedians (what ever that is), die in erster Linie durch alberne Fäkalsprache und Dummheit glänzen, er ist kein ernst zunehmender politischer Kabarettist, er wird wohl auch nie den Literaturnobelpreis bekommen - aber das muss auch nicht sein. Er schreibt über "fast" normale Dinge und das auf eine Art und Weise, dass man nicht nur mit ihm fühlt, sondern auch permanent und auf jeder Seite vor Lachen Krämpfe kriegt (noch eine gefährliche Sache an seinen Büchern). In seinen Büchern und auf seinen CDs gibt er Kurzgeschichten zum Besten, die einem wirklich jeden grauen Tag erhellen (vor allem wenn man aus Niedersachsen kommt).

Also Leute, kauft Evers Bücher und CDs - egal welche, sind alle gut!.

Hier könnt ihr mehr über Horst Evers erfahren: Horst Evers - der Mann mit dem roten Cordhemd, ein Lesebeispiel findet sich hier: Horst Evers: Ein Tag in Berlin

WARNHINWEIS: Die hier beworbenen Bücher sind gefährlich! Essen oder Trinken Sie niemals beim Lesen eines Horst Evers Produktes. Sie könnten sich beim Lachen sonst verschlucken und daran ersticken. Wenn Sie merken, dass Sie mit den Lachen bald nicht aufhören können, dann legen Sie das Buch beiseite, atmen Sie tief durch, beruhigen Sie sich und lesen Sie dann erst weiter! Sonst könnten Sie massive Krämpfe bekommen. Seitenstechen, Lachfalten, Hustenanfälle sind nur einige der gesundheitlichen Probleme als Folge dieser Bücher!

Christine Wilde; 13.07.2008