Artemia

Artemia Salina - die Urzeitkrebse?

Schon seit ca. 195 Millionen Jahren, also seit der Jurazeit, leben Artemia Salina Salzkrebse unverändert in den Salzseen unseres Planeten. Damit sind sie lebende Fosilien, ihre Vorfahren lebten zur gleichen Zeit, als unsere Erde von großen Dinosauriern bewohnt wurde, welche wir Heute nur noch als versteinerte Skelette vorfinden. Die Krebse aber haben über all die Zeit überlebt und werden warscheinlich auch uns Menschen noch überleben.

Auf dieser Seite gebe ich nur eine kurze Einführung zum Thema Artemia und ihre Haltung, da diese Seite in erster Linie nur ein Tagebuch enthalten soll. Ausführliche Infos sind über die Links zu bekommen.

Wo kommen unsere Artemia her?

In den großen Salzseen im Staat Utah USA leben die "Eltern" unserer Artemia. Dort werden die Eier in den Sommermonaten Juli bis September geerntet und dann in die ganze Welt verschickt. Unsere Krebschen sind also echte Amerikaner.

Wie leben und entwickeln sich Artemia?

Artemia sind faszinierende Überlebenskünstler. Wenn das Gewässer, welches sie bewohnen, austrocknet und der Salzgehalt steigt, dann legen sie Eier ab, sonst bringen sie ihre Jungen lebend zur Welt. Diese Eier trocknen aus, sterben dabei aber nicht ab. Sie können jahrelang an einem trockenen Ort liegen und darauf warten, dass sie wieder genug Wasser und Licht bekommen um zu schlüpfen. So überstehen die Artemia auch längere Trockenperioden problemlos.

Wenn der See dann wieder mit Wasser gefüllt ist und die Eier Wasser aufgesogen haben, dann braucht es noch Sonnenlicht und die Baby Artemien, genannt Nauplien, schlüpfen aus Ihren Eiern. Die Sonne sorgt dafür, dass sich das Wasser erwärmt und neue Algen, das Futter der Artemien, entstehen. Die kleinen Nauplienlarven haben nur ein Auge in der Mitte des Kopfes, 4 Antennen am Kopf, Kiefer und Verdaungsorgane. In den ersten Tagen ihres Lebens ernähren sie sich noch aus den Nährstoffen ihrer Eier. Später nehmen sie dann Algen auf. Wie schnell die Artemien erwachsen werden, hängt vom Salzgehalt des Wassers, vom Licht und von der Nahrung ab.

Ungefähr 3 - 4 Wochen brauchen die Nauplien um erwachsene Artemia zu werden. Dann haben sie drei Augen (das erste in der Mitte des Kopfes + 2 Augen seitlich am Kopf), sie haben dann ein Antennenpaar am Kopf, 11 Rumpfsegmente mit 22 Blattbeinchen und 8 Hinterleibsegmente ohne Beinchen sowie eine Schwanzgabel am Hinterleib. Sie machen also eine sehr umfangreiche Entwicklung durch. Wenn die Tiere geschlechtsreif werden, bekommen Weibchen einen Eiersack und bei den Männchen bildet sich das zweite Antennenpaar zu einer Greifklammer um, damit halten sie die Weibchen während der Paarung fest. Nach der Paarung werden die Eier entweder in der Brusttasche des Weibchens ausgebrütet oder als Eier abgelegt und alles beginnt von Vorn. Wildlebende Krebschen werden wohl nur ca. 2 - 3 Monate alt, aber bei uns Zuhause können die Krebschen bis zu 10 Monate alt werden.

Was ist bei der Haltung zu beachten?

Im Grunde ist es relativ leicht, Artemien zu halten (na jedenfalls lebten meine Ypsartemien lange Zeit und da war ich noch ein kleines Kind). Wir sind keine Experten und geben von daher nur eine kurze Einführung in die Haltung, mehr Infos sind hier in den angegebenen Links zu finden.

Grundausstattung

Für die Artemia Haltung wird nicht viel benötigt, von daher sind diese kleinen Krebse ein recht günstiges Hobby. Folgende Grundausstattung empfehlen wird.
  • Ein kleines Becken oder ein Glas. Von 0,5 l bis 5 - 6 l geht fast alles. Das Glas/Becken sollte durchsichtig sein und eine luftdurchlässige Abdeckung ist sinnvoll, damit kein Staub in das Becken fällt.
  • Artemia Spezialsalz, wir empfehlen das Artemia Salz von Dohse Aquaristik, da es bereits mit Nahrungsbestandteilen für die Artemien versetzt ist. Für einen Liter Wasser wird ca. 32 g Salz gebraucht, die Salzkonzentration sollte also ca. 3 % betragen. Jothaltiges Salz oder Speisesalz welches Trennmittel enthält eigenet sich nicht. Ein Haushaltssalz ohne Zusatzstoffe wäre auch geeignet. Eine höhere Salzkonzentration führt zu vermehrter Aktivität der Tiere und zu vermehrter Bildung von Hämoglobin im Blut und somit zu einer Rotfärbung der Tiere. Bei einer niedriegeren Salzkonzentration sterben die Artemien ab.
  • Artemia Eier, gibt es von verschiedenen Anbietern. Eine kleine Menge Eier, von 15 g reichen für den Anfang aus. Die Eier müssen trocken und dunkel gelagert werden. Je älter die Eier sind, umos geringer ist die Schlupfrate, von daher empfielt es sich nicht, die Eier lange zu lagern oder große Mengen zu kaufen.
  • Statt Eier und Salz einzeln zu kaufen, kann auch der Artemix verwendet werden. Dort sind Eier und Salz im passenden Verhältniss gemischt, ebenfalls von Dohse Aqaristik.
  • Destiliertes Wasser, zwar ist es auch möglich, abgekochtes Wasser zu verwenden wenn es Chlorarm ist, aber da 5 l destiliertes Wasser im Schnitt nicht mehr als 1,50 Euro kosten, ist es doch sinnvoll, das Spezialwasser zu verwenden. Es kann sofort eingesetzt werden, ein Abkochen ist nicht nötig.
  • Futter die Artemien benötigen ein Spezialfutter, das sogenannte Mikrozell, damit werden sie regelmäßig gefüttert. Für die Nauplien wird empfohlen, in den ersten 10 Lebenstagen statt Mikrozell das Liquizell zu füttern, da dort das Phytoplankton von denen sich die Tiere ernähren in feinste Teilchen zerkleinert ist und es so besser aufgenommen werden kann.

Mit dieser Grundausstattung können Sie schon eine kleine Artemia Zucht beginnen. Es wird noch ein Löffel oder eine Spezialpumpe benötigt. Mit dem Löffel wird das Wasser mehrmals täglich umgerührt um es zu belüften. Eine teure Spezialpumpe eigentlich nicht nötig, da die Pumpe nicht dauerhaft laufen sollte, wenn so eine Pumpe läuft, wird das ganze Becken durchgewirbelt und es ist dann kaum Möglich, die Artemien zu beobachten. Es darf kein Ausströhmerstein verwendet werden. Es sind im Fachhandel auch kleine Pipettenartige Handpumpen zu bekommen, mit denen Luft ins Becken geblasen werden kann.

Einrichtung - Beckenverschönerung

Da wir das Becken gern noch einrichten wollten, haben wir uns auf verschiedenen HPs schlau gemacht, besonders hat uns dabei die Seite Killers Artemia Page gefallen. Dort bekamen wir den Tipp, Tonscherben ins Becken zu legen, damit die Algen sich an den Scherben festsetzen können. Es können alle Arten von Tongegenständen und Scherben verwendet werden. An einer kleinen Seidenpflanze aus der Aquaristikabteilung konnten wir dann auch nicht vorbei gehen - echte Wasserpflanzen dürfen nicht verwendet werden, sie überleben die hohe Salzkonzentration nicht. Auch andere kleine Steine, Glasperlen und Glassteine können verwendet werden. Ebenso ist es möglich, den Boden mit Aquarienkies auszulegen. Alle Einrichtungsgegenstände müssen vorab mit kochendem Wasser keimfrei gemacht werden, die Artemien vertragen Verunreinigungen im Wasser nur schlecht.

Bei der Reinigung von Becken und Zubehör darf kein Reinigungsmittel verwendet werden! Nur heißes Wasser ist erlaubt und alles sollte immer gründlich gespült werden.

Los gehts

Nachdem alle Einrichtungsgegenstände gesäubert sind und das Becken eingerichtet ist, wird die richtige Menge Spezialsalz mit dem destiliertem Wasser vermischt und umgerührt bis das Salz ganz gelöst ist. Das Wasser wird in das Becken gefüllt und stehen gelassen. Am folgenden Tag oder einige Stunden später wird eine kleine Menge Eier in das Becken gegeben. Das Becken sollte hell und sonnig stehen. Im Winter wäre es sinnvoll, es in die Nähe einer Schreibtischlampe zu stellen, denn Licht fördert den Schlupf der Nauplien. Jetzt dauert es ca. 24 - 36 Stunden bis die ersten Nauplien schlüpfen, das Becken muss auch während dieser Zeit belüftet werden, indem das Wasser umgerührt wird oder die Pumpe hin und wieder für einige Minuten angestellt wird - die Belüftung muss täglich stattfinden. In den ersten 2 Tagen sollten die Tiere nicht gefüttert werden, ab dem dritten Tag werden einige Tropen Liquizell ins Wasser gegeben, das Wasser sollte sich dabei nur leicht grünlich färben, etwa 3 - 4 Tropfen pro Liter Wasser sollten reichen. Die nächste Fütterung ist erst wieder fällig, wenn das Wasser klar gefressen ist. Wenn die Nauplien 10 Tage alt sind, wird zur Fütterung normales Mikrozell verwendet, auch hier nur kleine Mengen in das Wasser geben, eine Messerspitze reicht aus.

Nach ein paar Wochen sollte das Becken gereinigt werden, auf der Seite Killers Artemia Page ist dazu eine so ausführliche Anleitung zu finden, dass wir uns das an dieser Stelle auch sparen wollen.

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