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Ich und meine Lemming WG

Ein Erfahrungsbericht von René Giese

Ich hatte mir im Januar 2006 vorgenommen Nager anzuschaffen. Dann habe ich mir verschiedene Tiere angesehen und fand die grauen Steppenlemminge am besten. Das Aussuchen dauerte schon einige Wochen. Dann ging die Infosuche los. Bis dann die richtige Behausung ein Aquarium 120 x 60 x 60 cm gefunden war, hatten wir schon Mai. Während dessen hatte ich auch einen Züchter gefunden und das Terrarium eingerichtet. Am 21. Mai 2006 hab ich sechs Lemmingweibchen direkt beim Züchter abgeholt. Erst am späten Nachmittag, um den Stressfaktor gering zu halten.
    lemminge

Der Einzug war sehr spannend. Die Lemminge sind im Terrarium herumgelaufen und habe sich hier und da vergraben. Das Gewusel war sehr schön anzusehen und dauerte den ganzen Abend und die ganze Nacht. Zu Beginn hab ich auf Laufräder verzichtet, da es hier widersprüchliche Meinungen gibt. Etage hatte ich auch noch keine. Die ersten Sorgen hatte ich dann schon nach wenigen Tagen, da die Lemminge nie alle gleichzeitig zu sehen sind. In einem Forum wurde mir bestätigt, dass es ganz normal so ist. Abends sind sie immer später rausgekommen. Das ist auch normal, da sie die Gänge immer weiter ausbauen und sich mehr und mehr unter der Streu bewegen. Dabei sind oft Laute zu hören, die aber harmloser Natur sind. Andere Probleme hatte ich mit wild umherlaufenden Lemmingen. Also rennen im Kreis und hochspringen an den Glasscheiben. Die Grundfläche ist zwar recht groß zu laufen, aber zu klein für richtiges Austoben. Ich habe Laufräder gekauft und sie reingestellt. Die Lemminge haben sie sofort angenommen und damit war auch das Kreislaufen und an den Scheiben hochspringen vorbei. Dafür verschwanden die Laufräder, Tunnel und Röhren langsam in der Streu. Ich musste sie immer wieder ausgraben und neu hinstellen. Ich habe mir ein paar Anregungen im Forum geholt und Etagen gebaut. Darauf stehen die Einrichtungen sicher und wurden nicht mehr vergraben. Die Fläche zum laufen wurde somit auch vergrößert.

Lemminge sind sehr neugierige Tiere, die trotzdem sehr schreckhaft sind. Schnelle Bewegungen vor dem Terrarium verscheucht sie sofort. Wenn es dunkel ist, kommen die Lemminge zwar raus, aber man kann sie nicht sehen. Viele meiner Lemminge haben auch bei wenig Licht nach kurzer Zeit wieder die Gänge aufgesucht. Da Nager kein rotes Licht sehen können, habe ich die Beleuchtung auf rotes Licht umgestellt. (ACHTUNG keine ROTLICHTLAMPE verwenden>>> viel zu viel Leistung wird heiss!!!!!). Jetzt konnte ich die Kleinen immer beobachten. Im Sommer kommen sie aber recht spät raus nicht vor 23.00 Uhr. Tagsüber sind sie zwischen 12.00 und 15.00 Uhr vereinzelt zu sehen. Im Herbst sind sie oft auch schon gegen 20.00 Uhr am rumlaufen. Kleine Streitereien sind eher selten und sehr schnell vorbei. Ich kann immer wieder beobachten wie sich zwei Weibchen auf den Rücken klettern. Das sieht auf den ersten Blick wie eine Paarung aus. Aber beim intensiven und längerem Beobachten sieht man hier ein Wechselspiel. Dabei knabbern sie sich gegenseitig im Fell. Das ist also eine Fellpflege und Vertrautheit der Lemminge untereinander. Im Laufrad sind ebenfalls oft zwei Lemminge, die gemeinsam rennen und auch gleichzeitig anhalten. Es kommt aber auch vor das eine reinspringt und die andere dann aus dem Rad geschleudert wird. Verletzungen gab es aber noch keine, da sie immer auf die Streu fallen.

Viele Halter wollen ja zahme Lemminge. Aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass sie zwar auf die Hand kommen, allerdings nur aus Neugier. Nimmt man sie hoch, gucken sie überall wo sie runter können. Wirklich mögen sie das nicht. Um sie auf die Hand zu bekommen, lege ich die Hand einfach ins Terra. Ein Lemming kommt langsam zur Hand und riecht vorsichtig daran. Dann wird oft erst mal kurz gezwickt so 1-4 mal. Entweder lässt sie die Hand dann links liegen oder klettert zur weiteren Erkundung darauf rum. Anfassen oder streicheln mögen sie gar nicht. Meist laufen sie dann sofort weg.

Als Futter fahren meine Lemminge voll auf Löwenzahn, Breitwegerich und frischen Mais ab. Eine Körnermischung, Möhren und Gurke runden das Futter ab. Zur Abwechslung gibt es Paprika, frisches Moos oder Sellerie. Und die können eine ganze Menge verdrücken. Allerdings werden Möhren schon mal vergraben oder in die Gänge gezogen. Dann sollte man auf die Suche gehen, da sich so Fruchtfliegen vermehren können und das Futter schimmelig werden kann. Also Möhre zum Beispiel in kleine Scheibchen schneiden, die wird gefressen oder vertrocknet in den Gängen ohne zu schimmeln oder Gurkenstücke sollten recht groß sein, die können sie dann nicht wegschleppen. Immer täglich neues Frischfutter geben und altes Futter entfernen. Bis jetzt fressen sie noch keine Mehlwürmer, aber ich versuche es immer mal wieder, da Eiweiß auch wichtig ist.

Es gibt so viel zu sehen und zu beobachten auch nach 6 Monaten ist noch Neues zu entdecken im Verhalten und anderem.

Fotos vom Gehege und den Bewohnern sind hier zu finden:

Lemmingterrarium

Die Fotos und der Text dieser Seite wurden uns freundlicherweise von René Giese zur Verfügung gestellt und stehen unter seinem Urheberrecht! Es ist nicht gestattet, Fotos zu kopieren oder direkt zu verlinken.