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Tiergerechte Rennmausernährung

In freier Wildbahn ernähren sich Rennmäus in erster Linie von trockenen Gräsern, Grassamen, Kräutersamen, Kräutern und verschiedenen Wurzeln der Steppenpflanzen, auch Insekten werden nicht verschmäht. Ihre Verdauung ist also auf eine eher karge Kost ausgelegt. In der Heimtierhaltung sollten wir den Tieren in erster Linie eine fettarme Mischung aus verschiedenen Sämereien und wenig Getreide anbieten, dazu gern frisches Grünfutter, wenig Gemüse und hin und wieder eine Insektenlarve oder Eiweißfutter.

Trockenfutter

Infos: Rennmäuse in der Heimtierhaltung sollten hauptsächlich mit kleinen Sämmereien, Getreide, Trockenkräutern, Gemüse, Grünfutter und wenig tierische Nahrung ernährt werden. Als Hauptnahrung dient eine Mischung aus vielen Kleinsämereien, Getreide und etwas Gemüse und Trockenkräutern. Der Fachhandel bietet mittlerweile viele Rennmausfuttersorten an, allerdings ist uns bisher kein wirklich ausgewogenes Fertigfutter bekannt, nahezu alle sollten angereichert werden. Beim Kauf eines Fertigfutters ist darauf zu achten, dass es nicht in erster Linie aus Weizen, bunten oder aufgepoppten Bestandteilen und Nüssen/Kernen besteht. Es sollte vor allem aus Kleinsämereien, Kräutern und wenig Trockengemüse und wenigen Kernen bestehen.

Menge: Pro Rennmaus und Tag wird ein gut gefüllter Teelöffel Futter angeboten. Wird dieser innerhalb weniger Stunden weggeputzt, dann geben Sie langsam mehr Futter. Bleibt viel Futter übrig, dann reduzieren Sie die Futtermenge. Empfehlung: Hochwertiges und gut geeignetes Trockenfutter für Rennmäuse sind z.B. diese: Rodipet® Gerbil Rennmausfutter und Beckmanns Rennmausfutter.

Lagerung: Trockenfutter sollte nicht länger als 4 Monate gelagert werden. Bei zu langer Lagerung gehen Vitamine verloren und fetthaltige Bestandteile werden ranzig. Ideal zum Aufbewahren von Futtermitteln sind Blechdosen/Keksdosen, ebenfalls mit Papier ausgeschlagene, dickwandige Pappschachteln oder Holzschachteln. Weniger gut geeignet sind die beliebten Plastikbehälter mit fest verschließbarem Deckel oder Plastiktüten. Aus ihnen kann keine Restfeuchte entweichen und so kommt es zu Schimmelbildung. Tüten aus verschiedenen Materialien oder dünne Pappschachteln eignen sich zur Aufbewahrung nicht, sie bieten Parasiten keinen ausreichenden Widerstand und so kommt es in Tüten häufiger zu einem Befall mit Mottenlarven und Milben.

Folgende Bestandteile kann und sollte ein gutes Futter enthalten:

Kleinsämereien: Verschiedene Grassamen (z. B. Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras, nur Ware aus Deutschland verwenden um das Einschleppen fremder Pflanzen in den heimischen Lebensraum zu verhindern! Sie bekommen diese Samen z.B. bei www.samenkiste.de) sollten den größten Teil der Futtermischung ausmachen. Statt dessen können auch "Heublumen" verwendet werden, dabei handelt es sich um eine Mischung von Grassamen, Kräutersamen und einigen anderen Pflanzenbestandteilen, die aus dem Heu fallen, wenn es bewegt wird.Statt dessen können auch "Heublumen" verwendet werden, dabei handelt es sich um eine Mischung von Grassamen, Kräutersamen und einigen anderen Pflanzenbestandteilen, die aus dem Heu fallen, wenn es bewegt wird. Kräutersamen wie z. B. Löwenzahn und Fenchel und weitere werden ebenfalls hinzugemischt. Ölsamen sollten wegen ihres extrem hohen Fettanteils nur eine geringen Anteil an der Samenmischung ausmachen, dazu gehören Negersaat, Kardi, Perilla, Leinsaat, Chiasamen, Hanf, Mohn, Sesam. Entsprechende Mischungen (ohne Grassamen) werden als Wellensittichfutter fertig gemischt im Zoofachhandel angeboten und können gut als Grundmischung verwendet werden.

Getreide: Haferflocken, -körner- ripsen, Weizenkörner - und Weizenflocken (in geringen Mengen und aus Bioanbau), Gerste, Roggen, Emmerweizen, Kolbenhirse, Rothirse, Silberhirse, Rispenhirse, Japanhirse, Buchweizen, Amarant.

Trockengemüse, Früchte: Getrocknetes Gemüse erweitert den Speiseplan, wird aber wegen des hohen Zuckergehaltes nur in kleinen Mengen beigemischt. Geeignet sind z. B. Rote Bete, Möhren, Sellerie, Fenchel, Kohlrabi, Broccoli, Gurke, Zucchini (diese Gemüsesorten können fertig getrocknet gekauft, oder im Umluftofen selber getrocknet werden). Trockene Früchte dürfen nur in sehr kleinen Mengen (nicht mehr als ein kleines Stück in der Woche) gegeben werden, besonders beliebt sind Rosinen, aber auch Äpfel, Birnen und Hagebutten werden mitunter gern genommen. Getrocknete Papaya, Mango, Bananen und andere exotische Früchte können teilweise starke Magen/Darmreizungen auslösen und sind ebenfalls alle viel zu süß.

Getrocknete Kräuter sollten im Futter enthalten sein um den Mineralhaushalt zu regulieren. Gegeben werden können unter Anderem: Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkraut, Vogelmiere. Wir von der Nager Info haben eine Mischung entwickelt, die sich als Grundlage für Futtermischungen gut eignet, Sie bekommen diese hier: Kaninchenwerkstatt.

Nüsse/Kerne: sollten nur sehr selten verfüttert werden, da sie sehr fetthaltig sind, ein viertel Nuss oder ein Kern täglich ist mehr als genug. Gegeben werden können: Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Macadamia, Walnüsse, Pecannüsse, Kürbiskerne, Süßmandeln (keine Bittermandeln, die enthalten Blausäure).

Weitere Bestandteile: Diese Bestandteile können das Futter interessanter machen, aber nur in geringen Mengen: Maiskörner, Reisflocken, Erbsenflocken, ungezuckerte Corn Flakes, ungezuckertes Früchtemüsli, rohe Nudeln.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Trockenfutterbestandteilen und Besonderheiten finden Sie hier: Trockenfutterliste.

Kräuter und weitere Bestandteile für Eigenfuttermischungen sind unter Anderem auch hier zu bekommen: Hasenhaus im Odenwald, Kräuter Kate, das Scheunenlaedchen, Kleintierbistro, Nagers Futterstube.

Natürlich kann und soll auch immer frisches Blüten- oder Kräuterheu im Käfig sein, sei es zum Nestbau, zum darin rumwühlen oder auch zum Verzehr.

Rezept für ausgewogenes Rennmausfutter

Als Basisfutter kann 300 g handelsübliches Rennmaus- oder Hamsterfutter verwendet werden. Es sollten wenig bis keine Nüsse im Futter sein und Erdnüsse sollten bei allen Futtersorten heraus gesucht werden, da sie oft Schimmelsporen enthalten. Grundsätzlich sollten keine Pellets und keine aufgepoppten und eingefärbten Bestandteile im Futter zu finden sein.

Es ist aber ebenso möglich, ganz ohne Basisfutter ein hochwertiges Trockenfutter zu mischen:

Entweder 300 g Vogelfutter (Wellensittichfutter mit viel Hirse, aber wenig Mohn und Reis)
Oder 300 g gemischte Hirsesorten, Buchweizen, Amarant.
300g Kleinsämereienmischung (Gras- und Kräutersamen, siehe oben)
100 g Getreidemischung (vor allem Gerste, Hafer, Emmerweizen, Buchweizen)
100 g Trockenkräutermischung (wie oben angegeben)
  50 g ungezuckertes Vollkornmüsli ohne Früchte oder Getreideflocken
  50 g Vogelweichfutter oder auch Garnelen und getrocknete Mehlwürmer
  50 g Trockengemüse und Erbsenflocken
  50 g Sonnenblumenkerne, Haselnüsse und Walnüsse

Achten Sie darauf, dass nicht zu viele fetthaltige Bestandteile im Futter sind (Sonnenblumenkerne, Nüsse, Ölsamen usw.). Um Ihre Renner handzahm zu machen, können Sie auch erstmal alle Leckerchen wie Sonnenblumenkerne und Nüsse nur von Hand verfüttern.

Erlebnissfutter

Eine Kolbenhirse darf gern als Beschäftigungsfutter angeboten werden. Mitunter wird sie allerdings in einer Nacht zerlegt und gebunkert - dann müssen die Renner etwa eine Woche warten, bis sie die nächste Kolbenhirse bekommen.

Für das Trockenfutter braucht es keinen Fressnapf. Verstecken und verstreuen Sie das Futter im ganzen Gehege. Wir verstecken das Trockenfutter in Heubergen, Eierkartons (wo wir es zusätzlich in Taschentüchern verstecken), in Röhren, im Labyrinth, Erdnüsse mit Schale werden in den Erdebuddelkasten gesteckt usw.

Nur Frischfutter kommt gelegentlich in den Fressnapf. Allerdings kann man auch das Frischfutter ein wenig verstecken. Hängen Sie es an die Decke oder verstecken Sie es in einem Taschentuch, zerknülltem Papier, einem Pappkästchen oder einer Pappröhre.

Ebenfalls sehr beliebt sind kleine Graswiesen. Dazu nehmen Sie einen Blumentopf oder eine Keramikpflanzschale und füllen diese mit ungedüngtem Torf. Dort hinein können Sie dann verschiedenes aussähen, beliebt sind Mischungen aus Weizen, Gerste, Hafer, Gras mit einem kleinen Anteil Kräuter wie Dill und Petersilie. Wenn das Grün ca. 10 cm hoch steht, können Sie den Rennern diese "kleinen Wiesen" zum fressen und auseinander nehmen in den Käfig stellen. Gewöhnen Sie ihn vorher langsam an das ungewohnte Grün.

Als Beschäftigungsfutter kann auch Heu Form von Heucobs gereicht werden. Besonders empfehlenswert sind z .B. Heucobs/Wiesencobs oder als Dauerbeschäftigungsfutter die Pre Alpin Lepo Bloxx oder kleine, gepresste Heuballen. Diese Mini Heuballen mit grob strukturiertem Heu bestehen aus Wiesengras- und kräutern, welche einfach nur fest gepresst wurden. Damit können sich die Rennmäuse wochenlang beschäftigen.

Grünfutter

Unter Grünfutter werden alle grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Gemeint sind vor allem:
Wiesenkräuter wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze, auch Küchenkräuter wie Petersilie, Dill, Melisse; ebenfalls Blumen (mit Blüten und Kraut) wie Sonnenblumen, Ringelblumen, Gänseblümchen; Gräser wie Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras; sowie Kraut und Blätter von Kulturpflanzen (ungedüngt, Bio oder aus eigenem Garten, ansonsten zumindest gründlich abwaschen!) wie Möhrenkraut, Fenchelgrün, Kohlrabiblätter, etc.. Achten Sie auch bei Kohlrabiblättern, Möhrengrün und anderen Grünpflanzen aus dem Supermarkt darauf, dass sie frisch und sauber sind, die matschigen Reste aus der Grünfuttertonne werden nicht verfüttert, unsere Rennmäuse sind keine Abfalleimer.

Wer im Sommer die Möglichkeit hat, sollte täglich frisch gepflücktes Grünfutter von anbieten. Was beim Pflücken von Grünfutter zu beachten ist, können Sie hier nachlesen:
Eine kleine Graserei

Eine ausführliche Auflistung geeigneter Grünfuttersorten mit den zu beachtenden Fütterungshinweisen / Besonderheiten finden Sie hier:
Kräuter/Blätter/Blüten.

Eine spezielle Liste mit Futterpflanzen und Giftpflanzen auf der Wiese und im Garten finden Sie hier:
Futterpflanzen auf der Wiese

Grünfutter kann ebenfalls als Gehegebegrünung angeboten werden:
Pflanzen im Kleintiergehege

Wer sich nicht sicher ist, ob Kräuter ein sinnvolles Futtermittel dar stellen, sollte hier weiter lesen:
Die Kräuter-Gerüchteküche

Folgende Pflanzen sind für Rennmäuse eher unverträglich:

Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen), Kartoffeln (enthält sehr viel schlecht verdauliche Stärke im Rohzustand, grüne Stellen, Triebe und Grün sind giftig), Klee, die meisten Kohlarten, wie z. B. Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Papaya, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Zwiebelgewächse wie Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebeln.

Giftig sind unter Anderem folgende Pflanzen:

Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüßer Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Kornwicken, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse (alle), Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch.

Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie erst Ihren Tierarzt oder uns, eine Liste mit Giftpflanzen finden Sie auch hier: Giftpflanzendatenbank Uni Zürich

Gemüse

Füttern Sie Gemüse 1 x am Tag, aber nur in solchen Mengen, dass es schnell verzehrt wird. Geben Sie nur kleine Portionen z. B. eine halbe, dünne Scheibe Gurke, dazu ein fingernagelgroßes Stück Paprika und eine 1 cm dicke Scheibe Möhre pro Tier. Wenn die Tiere es allerdings zu schnell verputzen, dann darf es gern mehr sein. Vergewissern Sie sich, dass die Rennmäuse Frischfutter nicht bunkern. Entfernen Sie gebunkertes Frischfutter täglich. Rennmäuse sind von Natur aus meist keine großen Gemüse-Fans, sollten aber trotzdem täglich eine kleine Auswahl Gemüse angeboten bekommen, auch wenn sie nicht immer alles fressen oder viele Futtersorten nicht anrühren. Manche Rennmäuse mögen nicht immer alles, aber nach ein paar Wochen ist häufig das vorher verschmähte Gemüse plötzlich sehr beliebt. Waschen Sie das Frischfutter vor dem Verfüttern gründlich.

Eine ausführliche Frischfutterliste mit Besonderheiten finden Sie hier: Frischfutterliste

Hier eine einfache Auflistung als erste Übersicht:
Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, frischer Mais (nur wenige Körner!), gern auch Maisblätter, Kürbis, Broccoli, Blumenkohl, Sellerie, Rote Bete und Zucchini. Sie können auch verschiedene Salatsorten verfüttern, aber immer nur in geringen Mengen, sie sind meist stark Nitrathaltig und können in großen Mengen zu Durchfall führen. Gegeben werden können: Feldsalat, Chicoree, Eisbergsalat, Endiviensalat und Bio-Kopfsalat.

Obst

Rennmäuse können nur geringe Mengen Traubenzucker verwerten. Bekommen sie zu viel Traubenzucker auf einmal, dann erhöht sich ihr Blutzuckerspiegel. Geschieht das dauerhaft, hat das die gleichen Folgen wie eine echte "Diabetes". Deshalb sollte Obst ein seltenes Leckerchen bleiben. Geben Sie Obst nur in kleinen Mengen und höchstens einmal in der Woche!
Gegeben werden können:
Äpfel, Tomaten (ohne Grün, giftig!),Weintrauben (ohne Kern), Birnen, Kiwi und Melonen.
Auch verschiedene frische Beeren sind zum Verfüttern geeignet, , gegeben werden können: Erdbeeren (nur ein Viertel), Johannisbeeren, Heid elbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren. Getrocknete Beeren sollten seltener gegeben werden.

Von dem Verfüttern von Steinobst raten wir ab, es führt häufig in Verbindung mit Wasser zu starken Blähungen oder Durchfall und ist zu süß. Papaya, Mango und andere exotische Früchte können starke Magen/Darmreizungen auslösen und dürfen nicht verfüttert werden. Bananen sind zu süß.

Hinweis Diabetes:
Der beste Schutz gegen ein zu hoher Blutzucker ist immer noch eine sehr ausgewogene Ernährung, mit sehr vielen verschiedenen Trockenfutterbestandteilen, täglich verschiedene Sorten frisches Gemüse und Grünfutter/Kräuter.

Informationen zur Diabetes sind hier zu bekommen:

Diabetes bei der Rennmaus

Tierische Nahrung

Rennmäuse sind keine reinen Vegetarier, sie möchten hin und wieder auch etwas tierische Nahrung auf ihrem Speisezettel finden, das schmeckt nicht nur gut, sondern beugt auch Mangelerscheinungen vor, geeignet sind: Lebendfutter:
Beim Lebendfutter ist darauf zu achten, dass es unverzüglich verzehrt wird, von daher sollten Mehlwürmer und Co nur von Hand verfüttert werden.

Mehlwürmer/Zophobas 2 - 3 Würmchen pro Woche können Sie den Rennern anbieten. Wie Mehlwürmer unter zu bringen sind und was man sonst über sie wissen muss, können Sie hier nachlesen: Mehlwürmer. Füttern Sie Mehlwürmer und Zophobas nur aus der Hand (aber vorsichtig, Renner können sehr heftig zubeißen wenn sie Hunger haben), damit sie keine Chance haben evtl. im Rennmausgehege zu überleben und neue Populationen zu gründen, das wäre sicher nicht in Ihrem Sinne.

Heuschrecken und Heimchen werden gern gefangen und verspeißt

Wer sich vor diesem Lebendfutter ekelt, kann auch Ersatzweise andere tierische Nahrung reichen:

Fast alle Säugetiere haben eine Lactose-Intoleranz (sie können Milchzucker nach dem Abstillen nur in sehr kleinen Mengen aufspalten und verdauuen), viel Milchzucker führt zu Durchfall und Aufgasungen. Deshalb sind normale Milch, Sahne und Dosenmilch tabu. In Magerquark, Hüttenkäse und auch Magermilchjoghurt ist zwar auch Milchzucker vorhanden, aber nur in geringen Mengen. Diese Produkte werden gut vertragen, die enthaltenen Bifidusbakterien spalten Laktose auf, der enthaltene Milchzucker ist also schon zu einem großen Teil aufgespalten und die Bakterien helfen bei der Verdauung der Milchprodukte. In kleinen Mengen wirken sich diese Produkte durch die Bakterien also sogar positiv auf die Verdauung aus. Da der Joghurt (im Vergleich zu Insekten und anderem Proteinfutter) relativ fettarm ist, ist er gerade für zu übergewichtige Tiere eine gute Alternative. Deshalb dürfen sie durchaus als Eiweißlieferant hinzugezogen werden. Mehr als ein gestrichener Teelöffel in der Woche sollte nicht gegeben werden.

Hartgekochte Eier können ebenso hin und wieder mal angeboten werden wie Katzenleckerchen (ohne extra zugesetztes Taurin), oder in kleinen Mengen und Hundekuchen/Hundemüslie.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Eiweisfuttersorten und Besonderheiten finden Sie hier: Eiweisfutterliste.

Zahnpflege

Damit die Rennmäuse ihre Schneidezähne gut abnutzen können, sollten ihnen immer frische Zweige zum Benagen zur Verfügung stehen.

Welche Zweige geeignet sind, könnten Sie dieser Liste entnehmen:
Futterliste / Zweige

Altes, hartes Brot ist ungesund. Brot enthält zu viel schwer verdauliche Stärke und oft auch Konservierungsstoffe, Backtriebmittel und Salz, somit ist es für Rennmäuse eher schwer verdaulich. Außerdem finden sich auf altem Brot oft Schimmelsporen. Brot sorgt bei übermäßiger Fütterung für Übergewicht. Es sollte deshalb eher nicht verfüttert werden.

Wasser:

Rennmäuse sollten grundsätzlich einen Wassernapf oder eine Wasserflasche im Gehege haben. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Achten Sie auf eine weiche Wasserqualität. Oft decken die Tiere ihren Wasserbedarf über das gereichte Frischfutter. Aber bei einem Wetterumschwung, bei trockener Heizungsluft oder auch bei einer beginnenden Infektion ist es lebensnotwendig, dass Rennmäuse unverzüglich Zugang zum Wasser haben, ein Wassermangel könnte dann sehr schnell zur Austrocknung der Tiere führen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier: Welches Wasser für Kleintiere?

Sonstiges

Salzlecksteine sind überflüssig bis ungünstig. Ein gesund ernährtes Tier bekommt seine Salze und Mineralien über das Futter (Kräuter!), es benötigt keine billigen Kochsalze. Salzlecksteine sind sogar mitunter gefährlich, wenn ein Tier zu viel dran leckt oder sie sogar annagt kann es zu einer Natriumchloridüberversorgung kommen, eine Folge wären starke Nierenprobleme, sollte ein Stein ganz verzehrt werden, kann es schlimmstenfalls zu Nierenversagen und somit zum Tod des Tieres führen. Salzlecksteine die mit Mineralien und anderen Spurenelementen versetzt sind, können zu einer Nitratüberversorgung führen. Sollten die Tiere nur selten am Stein lecken ist dieser ungefährlich, aber benötigt wird ein Stein bei einer abwechslungsreichen Ernährung nicht.

Kalksteine bestehen zum größten Teil aus Kalzium, nagen die Tiere zu sehr daran (meist aus Langeweile), führt das zu einer zu hohen Kalziumresorption, (Kalzium/Phosphorungleichgewicht)was zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen kann. Ein gelegentliches Nagen am Kalkstein schadet nicht, allerdings bekommen die Tiere über Kräuter und Grünfutter genug Kalzium zugeführt.

Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei artgerecht ernährten und gesunden Rennmäusen nicht nötig. Eine Vitaminüberversorgung kann krank machen. Vitamintropfen die ins Wasser gegeben werden sind schlecht zu dosieren und lassen das Wasser gerade im Sommer schnell "umkippen" Bakterien können sich ausbreiten und so macht Vitaminversetztes Wasser die Tiere eher krank, als das es helfen würde sie gesund zu erhalten.

Im Krankheitsfall kann es nötig sein, dem Tier zusätzliche Vitamine oder Mineralien zuzuführen, dies sollte aber nicht ohne ausführliche Beratung durch einen Tierarzt und niemals ohne Tierärztliche Anweisung geschehen.

Leckerchen

Nicht zu einer tiergerechten Ernährung gehören viele Leckerlies, die Sie im Fachhandel angeboten bekommen. Joghurtdrops, Nagergebäck und ähnliche Knabbereien enthalten zu viel Zucker und Fett und sind für die gesunde Ernährung nicht empfehlenswert. Knabberstangen Drops und andere Knabbereien enthalten oft Honig, Melasse und Zucker, was zu Verdauungsstörungen, Übergewicht Kein Nagetier benötigt künstlich hergestellte Nahrungsmittel aus bunten Kartons.

Geignete Leckerchen

Rennmäuse benötigen nur wenig Zucker und sollten entsprechend ernährt werden. Trotzdem dürfen in sehr geringen Mengen getrocknete Früchte als Leckerchen angeboten werden (ein Stückchen die Woche). Besonders beliebt sind Rosinen, aber auch Äpfel, Birnen und Hagebutten werden mitunter gern genommen. Ungezuckerte Bananenchips sind trotz allem noch sehr süß und sollten ein seltenes Leckerchen bleiben, gezuckerte oder mit Honig lasierte Bananenchips sind tabu.

Heucobs/Wiesencobs und Bloxx bestehen zu einem großen Teil aus kaltgepresstem Heu und Kräutern. Sie eignen sich als Beschäftigungsfutter.

Erbsenflocken enthalten Lysin, welches in geringen Mengen durchaus als Nährstoff benötigt wird. Die enthaltene Stärke ist aufgebrochen und damit leicht verdaulich. Deshalb sind Erbsenflocken eine sinnvolle Nahrungsergänzung.

Trockengemüse und Nüsse können auch anstatt als Bestandteil der Futtermischung als Leckerchen von Hand gegeben werden.

Hier noch ein sehr wichtiger Link, dort finden Sie ausführliche Infos zur Rennmausernährung - diese Seite sollte jeder interressierte Halter gelesen haben:
Rodent Info / Futtermittelkunde.