Tiergerechte Zwerghamsterernährung

Zwerghamster sind keine reinen Vegetarier, sie haben in ihrer Heimat einen sehr abwechslungsreichen Speiseplan. Im Sommer wird fast alles verspeist und eingesammelt, was ihnen vor das Mäulchen kommt. Sie verputzen gern jede Art von Kräutern, Früchten (Beeren), Getreide, Samen, Gemüsen und natürlich auch Insekten. Im Winter wird dann in erster Linie von den gesammelten Vorräten gezerrt und die Kost besteht dann hauptsächlich aus getrockneten Kräutern, Getreide und Sämereien. In der Heimtierhaltung können wir aber unserem Hamster das ganze Jahr über einen abwechslungsreichen Speiseplan bieten.

Spezielles:
Dsungarische Zwerghamster und Campbell Zwerghamster ernähren sich in erster Linie von Gräsern, Grassamen, Kräutern und Insekten. Der Anteil tierischer Nahrung beträgt ca. 40 %, Anteil Gräsersamen und Kräutersamen 40 - 50 %, Anteil andere Pflanzenbestandteile ca. 10 - 20 %.
Roborowski Zwerghamster ernähren sich überwiegend karg von Gräsern und Kräutern. Der Anteil an Gräsersamen und Kräutersamen liegt in freier Wildbahn bei um die 80 %, dazu kommt noch ein geringer Anteil tierischer Nahrung von ca. 10 % und andere Pflanzenteile von ca. 10 %.
Chinesische Zwerghamster haben ein sehr weites Futtersprektrum: Samen, Kräuter, Gräser, Getreide, Früchte und Insekten gehören dazu. Der Anteil an tierischer Nahrung liegt bei ca. 30 %, Kleinsämereien ca. 50 % und Pflanzenteile ca. 20 %.

Trockenfutter

Der wichtigste Bestandteil des Hamsterspeiseplans ist das Trockenfutter. Ein ausgewachsener Zwerghamster benötigt etwa einen Teelöffel voll Trockenfutter. Beginnen Sie mit diesen Mengen, frisst der Zwerg diese Menge bis zur nächsten Fütterung ganz weg, geben Sie etwas mehr, bunkert er sehr viel, reduzieren Sie das Trockenfutter etwas. Einen kleinen Vorrat (bis 100 g) sollte der Zwerghamster sich anlegen dürfen, er fühlt sich sicherer, wenn er ein kleines Futterdepot hat. Tauschen Sie das Futterdepot regelmäßig gegen frisches Futter aus.

Im Zoofachhandel bekommen Sie geeignete Trockenfuttermischungen für Zwerghamster. Welche Fertigfutter geeignet sind, können Sie dieser Liste entnehmen: Zwerghamstertrockenfutter. Beachten Sie, dass Zwerghamster ein eiweißhaltigeres Futter mit höherem Kleinsämereienanteil brauchen, verwenden Sie niemals ausschließlich Goldhamsterfutter für Zwerghamster! Wie in etwa eine Mischung aussehen kann, ist hier nachzulesen: Rezepte.

Ein hochwertiges Trockenfutter sollte viele Kleinsämereien, Grassamen, getrocknete Larven sowie Kräuter enthalten. Bunte und aufgepoppte und in Form gepresste Bestandteile sollten nicht oder nur in sehr kleinen Mengen (Fleischkroketten) vorhanden sein. Wählen Sie das Futter für den Zwerghamster sorgfältig gut aus. Riecht es frisch und sieht es frisch aus? Schauen Sie auf die Zutatenliste und nehmen Sie Abstand von Futter mit Inhaltsstoffen wie Melasse, Zucker, Honig und nicht weiter gekennzeichneten "Nebenprodukten". Nehmen Sie Abstand von staubigem, grauem Futter. Achten Sie darauf, dass nicht zu viele fetthaltige Bestandteile im Futter sind (Sonnenblumenkerne, Nüsse usw.), statt dessen sollten Kräuter im Futter zu finden sein.

Lagerung: Trockenfutter sollte nicht länger als 4 Monate gelagert werden. Bei zu langer Lagerung gehen Vitamine verloren und fetthaltige Bestandteile werden ranzig. Ideal zum Aufbewahren von Futtermitteln sind Blechdosen/Keksdosen, ebenfalls mit Papier ausgeschlagene, dickwandige Pappschachteln oder Holzschachteln. Weniger gut geeignet sind die beliebten Plastikbehälter mit fest verschließbarem Deckel oder Plastiktüten. Aus ihnen kann keine Restfeuchte entweichen und so kommt es zu Schimmelbildung. Tüten aus verschiedenen Materialien oder dünne Pappschachteln eignen sich zur Aufbewahrung nicht, sie bieten Parasiten keinen ausreichenden Wiederstand und so kommt es in Tüten häufiger zu einem Befall mit Mottenlarven und Milben.

Keimtest

Das Futter sollte keimfähige Samen und Getreide enthalten. Machen Sie dazu einen Test auf der Fensterbank: streuen Sie das Zwerghamsterfutter auf ein feuchtes Stück Küchenpapier, halten Sie es feucht und sehen Sie, ob sich Keimlinge entwickeln.

Keime als Futter
Keime liefern vor allem Kohlenhydrate, Proteine, Mineralien, Vitamine und natürlich jede Menge Abwechslung auf dem Speiseplan.

Idealerweise werden verschiedene Getreide und Sämereien auf sauberen Küchentüchern feucht gehalten und die Keime (nach langsamer Gewöhnung) frisch verfüttert. Warnung: Bildet sich weißer und pelziger Belag auf den Keimen, dann ist das Schimmel und die Keime dürfen nicht mehr verfüttert werden! Die regelmäßige Gabe von frischen Keimen soll sich angeblich günstig auf Diabetes auswirken.

Futter selber mischen

Sie können das Futter für Ihren Hamster auch selber mischen. Futter selber zu mischen, ist allerdings nicht ganz leicht, schnell wird es zu fettig oder es enthält zu wenig Vitamine, Mineralien oder Kleinsämereien etc.

Futterbestandteile

Im Folgenden werden die gängigsten Bestandteile von Trockenfutter aufgelistet. Alle diese Futterbestandteile werden vertragen, aber nicht alle sollten dauerhaft verwendet werden, einige eignen sich nur als seltene Leckerchen (vor allem stark zuckerhaltige Futtermittel) oder dürfen an einige Hamsterarten gar nicht verfüttert werden.

Kleinsämereien (Hauptbestandteil jeder Zwerghamsterfuttermischung!):
Grassamen: (z.B. Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras - nur Ware aus Deutschland verwenden um das Einschleppen fremder Pflanzen in den heimischen Lebensraum zu verhindern! Sie bekommen diese Samen z.B. bei www.samenkiste.de). Nicht alle Zwerghamster mögen Grassamen, wenn sie gefressen werden, sollen sie etwa 35 % der Samenmischung ausmachen
Ölsamen Negersaat, Kardi, Perilla, Leinsaat, Hanf, Mohn, Sesam, Leindotter. Sie sollten wegen ihres extrem hohen Fettanteils nur einen Anteil bis zu 35% der Samenmischung ausmachen.
Hirse Silberhirse, Japanhirse, Mannahirse, Platahirse, Bluthirse, Senegalhirse, Dari. Hirse sollte in der Sämereienmischung einen Anteil von 30 - 60 % haben. Sonstiges Buchweizen, Amarant, Löwenzahn, Bockshornklee, Fenchel, Dill, Petersilie, Kerbel, Luzerne, Heublumensamen, Wildblumensamen, Gänseblümchensamen, Mariendistel. Diese Samen und Früchte sind ebenfalls für die Zwerghamsterernährung geeignet und werden in Anteilen zwischen 20 und 30 % der Samenmischung unter gemischt.

Getreide: Gerste, Weizen (Bioanbau), Kamut, Roggen, Emmerweizen Buchweizen, Amarant. Gerste ist ein gut für alle Zwerghamsterarten geeignetes Getreide. Alle übrigen Getreidesorten werden gut vertragen, sollten aber nur einen kleinen Anteil des Fertigfutters ausmachen. Bei kranken Tieren können alle gewohnten Getreidearten auch als Flocken angeboten werden.

Getrocknete Kräuter: Sollten im Futter enthalten sein, um den Mineralhaushalt zu regulieren. Gegeben werden können: Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerichkraut, Vogelmiere. Wir von der Nager Info haben eine Mischung entwickelt, die sich als Grundlage für Futtermischungen gut eignet, Sie bekommen diese hier: Kaninchenwerkstatt

Kräuter und weitere Bestandteile für Eigenfuttermischungen sind unter Anderem auch hier zu bekommen: Hasenhaus im Odenwald, Kräuter Kate, das Scheunenlaedchen, Kleintierbistro, Mixerama, Mixing Your Petfood, Nagers Futterstube.

Natürlich kann und soll auch immer frisches Blüten- oder Kräuterheu im Käfig sein, sei es zum Nestbau, zum darin rumwühlen oder auch zum Verzehr.

Trockengemüse: Rote Beete, Möhren, Sellerie, Fenchel, Kohlrabi, Pastinaken, Petersilienwurzel, Gurke, Broccoli, Kürbis. Getrocknetes Gemüse erweitert den Speiseplan und wird häufig gern gebunkert. Allerdings enthalten gerade die getrockneten Knollengemüse viel Zucker, weshalb damit sparsam umgegangen werden sollte. Trockene Früchte wie Rosinen, aber auch Äpfel, Birnen und Hagebutten werden zwar vertragen, sollten aber eine absolute Ausnahme bleiben und dürfen an Tiere mit Diabetes nicht verfüttert werden. Getrocknete Papaya, Mango und andere exotische Früchte können starke Magen/Darmreizungen auslösen und sind ebenfalls zu süß.

Weitere trockene Bestandteile: Bruchmais, Reisflocken, Erbsenflocken, Johannisbrot (sehr zuckerhaltig, selten bis gar nicht geben), ungezuckerte Corn Flakes, rohe Nudeln. Diese Bestandteile können das Futter interessanter machen, werden aber eher als Leckerchen angeboten, sie sollen nie mehr als 5 % der Fertigfuttermischung ausmachen.

Nüsse/Kerne: Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Macadamia, Walnüsse, Pecannüsse, Kürbiskerne. Nüsse und Kerne sollten nur sehr selten verfüttert werden, da sie sehr fetthaltig sind. Pro Woche 6 Sonnenblumenerkerne, 4 Pinienkerne, ein Viertel Wahlnuss oder eine halbe Haselnuss oder entsprechende Stückchen anderer Nüsse reichen aus um die Hamster mit den benötigten Fettsäuren zu versorgen.

Unsere Rezepte für gesunde Hamsterfutter:

Lesen Sie dazu auch: Trockenfutter - wie kommen wir auf diese Rezepte?

Laien verwenden am besten 300 g Hamstertrockenfutter als Basis. Welche Fertigfutter unserer Ansicht nach geeignet sind, können Sie dieser Liste entnehmen: Zwerghamstertrockenfutter. Das Futter sollten wenig Nüsse im Futter sein, und Erdnüsse sollte man bei allen Futtersorten heraussuchen, da sie oft Schimmelsporen enthalten.

Sie können aber auch auf das Fertigfutter verzichten. Statt Vogelfutter und Grassamen einzeln zu kaufen, können Sie auch diese Futtermischung verwenden: Futterkonzept / Rennmaus Spezial

Mischung für Dsungaren:
400 g Vogelfutter (Wellensittichfutter) oder 400 g Kleinsämereienmischung (verschiedene Hirsesorten, Kanariensaat, Hanfsamen, Amaranth etc. s.o.)
100 g Mehrkorn Getreidemischung (Getreide mit Spelzen, nur wenige Flocken)
200 g Grassamen (nur ungedüngt, nicht aus dem Baumarkt!)
200 g Vogelweichfutter oder getrocknete Garnelen und Mehlwürmer
100 g Trockengemüse (Pastinaken, Gurke, Brokkoli, Zucchini, keine Möhren, Paprika oder andere stark zuckerhaltige Gemüsesorten)
250 g Kräutermischung mit Blüten
  50 g Gemisch aus Bruchmais, Erbsenflocken, Johannisbrot, Nudeln

Mischung für Campbells und Campbell/Dsungaren Hybriden (Mischlinge):
500 g Vogelfutter (Wellensittichfutter) oder 500 g Kleinsämereienmischung (verschiedene Hirsesorten, Kanariensaat, Hanfsamen, Amaranth, etc. s.o. bei Diabeteshamstern dazu immer Bockshornkleesamen)
100 g Mehrkorn Getreidemischung (Getreide mit Spelzen, nur wenige Flocken)
200 g Grassamen (nur ungedüngt, nicht aus dem Baumarkt!)
200 g Vogelweichfutter oder getrocknete Garnelen und Mehlwürmer
350 g Kräutermischung mit Blüten
  50 g Gemisch aus Bruchmais, Erbsenflocken, Nudeln

Mischung für Chinesische Zwerghamster:
300 g Vogelfutter (Wellensittichfutter) oder 300 g Kleinsämereienmischung (verschiedene Hirsesorten, Kanariensaat, Hanfsamen, Amaranth etc. s.o.)
150 g Mehrkorn Getreidemischung (Getreide mit Spelzen, nur wenige Flocken)
150 g Grassamen (nur ungedüngt, nicht aus dem Baumarkt!)
150 g Vogelweichfutter oder getrocknete Garnelen und Mehlwürmer
100 g Trockengemüse (Pastinaken, Gurke, Brokkoli, Zucchini, keine Möhren, Paprika oder andere stark zuckerhaltige Gemüsesorten)
200 g Kräutermischung mit Blüten
  50 g Gemisch aus Bruchmais, Erbsenflocken, Johannisbrot, trockene Nudeln

Mischung für Roborowski Zwerghamster:
300 g Vogelfutter (Wellensittichfutter) oder 300 g Kleinsämereienmischung (verschiedene Hirsesorten, Kanariensaat, Hanfsamen, Amaranth etc. s.o.)
150 g Mehrkorn Getreidemischung (Getreide mit Spelzen, nur wenige Flocken)
300 g Grassamen (nur ungedüngt, nicht aus dem Baumarkt!)
100 g Vogelweichfutter oder getrocknete Garnelen und Mehlwürmer
100 g Gemisch aus Bruchmais, Erbsenflocken, Trockengemüse (Pastinaken, Gurke, Brokkoli, Zucchini, keine Möhren, Paprika oder andere stark zuckerhaltige Gemüsesorten)
100 g Kräutermischung mit Blüten
Nüsse und Kerne können ebenfalls in geringen Mengen unter jede Futtermischungen gemischt werden, ca. 50 g auf 1 kg Futtermischung, wir reichen sie allerdings lieber einzeln von Hand.

Beachten Sie bitte: diese Futtermischung ist kein Alleinfutter! Wir gehen davon aus, dass die Hamster zusätzlich Gemüse, Grünfutter, frisches Eiweisfutter, Kräuterheu und auch weitere Kräuter bekommen, dies wurde beim Zusammenstellen der Rezepte berücksichtigt!

Kontrollieren Sie regelmäßig die Zusammensetzung des gehamsterten und des nicht verzehrten Futters. Lassen Sie Bestandteile die gar nicht gefressen werden weg (manche Zwerghamster mögen z.B. keine getrockneten Kräuter, fressen diese Tiere allerdings regelmäßig Frischfutter und im Sommer frische Gräser und Kräuter, können die getrockneten Kräuter weg gelassen werden). Fressen die Tiere aber von Heute auf Morgen bestimmte Futterbestandteile nicht mehr, untersuchen Sie die Tiere, ob ihre Zähne noch ok sind und sie sonst gesund sind - oder suchen sie ggf einen Tierarzt auf.

Werden bestimmte Futterbestandteile komplett gefressen, dann geben Sie mehr davon ins Futter (Ausnahmen, wenn viel zu viele fetthaltige Bestandteile aufgenommen werden, es kommt selten vor, aber manche Hamster sind auf Fettfutter fixiert.). Zu bestimmten Jahreszeiten entwickeln Zwerghamster bestimmte Vorlieben für manche Futterbestandteile, dann werden z.B. Hirsen bevorzugt und sollte dann auch vermehrt gegeben werden.

Erlebnisfutter

Wilde Zwerghamster verbringen einen großen Teil ihrer Zeit damit, ihr Futter zu suchen, zu sammeln und zu erarbeiten. Auch Hamster in der Heimtierhaltung möchten Ihr Futter nicht nur aus dem Fressnapf einsammeln, dadurch würden sie nur träge und fett werden. So kann das Futter zur Bewegung und Beschäftigung anregen:

  • Eine Kolbenhirse hängt bei unseren Zwerghamstern eigentlich immer im Käfig. Mitunter wird sie allerdings in einer Nacht zerlegt und gebunkert - dann muss der Hamster etwa eine Woche warten, bis er die nächste Kolbenhirse bekommt. Alternativ kann auch eine Flachsrispe gegeben werden.

  • Trockenfutter wird niemals in den Napf gegeben. Es sollte immer im ganzen Gehege verstreut werden, außer in den Pinkelecken verschmutzt es bei den sauberen Hamstern nicht. Wurde das Trockenfutter bisher nur im Napf gereicht, muss der Hamster das Suchen erst lernen: verstreuen Sie das Futter erst nur um den Napf herum und dann immer weiter weg, so lernt der Hamster, sich sein Futter zu suchen und ist damit am Abend schon eine ganze Weile beschäftigt. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere ihre Kleinsämereien wirklich finden können, ggf. verstreut man einen Teil davon auf den uneingestreuten Etagen.

  • Verstecken Sie das Trockenfutter in Heubergen, in Eierkartons und Pappröhren, dort können Sie zusätzlich Taschentücher vorstecken (aber erst, wenn der Hamster schon gelernt hat, dass er dort Futter findet) - dann braucht er länger, um dran zu kommen, und sammelt gleichzeitig Nistmaterial, im Holzlabyrinth, Erdnüsse mit Schale und Kerne werden in den Erdebuddelkasten oder in den Sand gesteckt usw.

  • Beliebt sind auch Futterspieße, dazu spießen Sie einfach Gemüse und Obst auf Metallspieße, die es extra zu dem Zweck im Zooladen gibt, und hängen diese ins Gehege.
  • Frischfutter kommt teilweise in den Fressnapf. Allerdings kann man auch das Frischfutter verstecken. Hängen Sie es an die Decke oder verstecken Sie es in einem Taschentuch, zerknülltem Papier, einem Pappkästchen oder einer Pappröhre.

  • Ebenfalls sehr beliebt sind kleine Graswiesen. Dazu nehmen Sie einen Blumentopf oder eine Keramikpflanzschale und füllen diese mit ungedüngtem Torf. Dort hinein können Sie dann Verschiedenes aussähen, beliebt sind Mischungen aus Weizen, Gerste, Hafer, Gras mit einem kleinen Anteil an Kräuter wie Dill und Petersilie. Wenn das Grün ca. 10 cm hoch steht, können Sie Ihrem Hamster diese "kleinen Wiesen" zum Fressen und Auseinander nehmen in den Käfig stellen. Gewöhnen Sie ihn vorher langsam an das ungewohnte Grün.

Grünfutter

Unter Grünfutter werden alle grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Gemeint sind vor allem:
Kräuter wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze, auch Küchenkräuter wie Petersilie, Dill, Melisse; ebenfalls Blumen (mit Blüten und Kraut) wie Sonnenblumen, Ringelblumen, Gänseblümchen; Gräser wie Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras; sowie Kraut und Blätter von Kulturpflanzen (ungedüngt, Bio oder aus eigenem Garten, ansonsten zumindest gründlich abwaschen!) wie Möhrenkraut, Fenchelgrün, Kohlrabiblätter, etc.. Achten Sie auch bei Kohlrabiblättern, Möhrengrün und anderen Grünpflanzen aus dem Supermarkt darauf, dass sie frisch und sauber sind, die matschigen Reste aus der Grünfuttertonne werden nicht verfüttert, unsere Backenstopfer sind keine Abfalleimer. Grünfutter darf nach langsamer Gewöhnung gern täglich frisch angeboten werden.

Wer im Sommer die Möglichkeit hat, sollte täglich frisch gepflücktes Grünfutter von anbieten. Was beim Pflücken von Grünfutter zu beachten ist, können Sie hier nachlesen:
Eine kleine Graserei

Eine ausführliche Auflistung geeigneter Grünfuttersorten mit den zu beachtenden Fütterungshinweisen / Besonderheiten finden Sie hier:
Kräuter/Blätter/Blüten.

Eine spezielle Liste mit Futterpflanzen und Giftpflanzen auf der Wiese und im Garten finden Sie hier:
Futterpflanzen auf der Wiese

Wer sich nicht sicher ist, ob Kräuter ein sinnvolles Futtermittel dar stellen, sollte hier weiter lesen:
Die Kräuter-Gerüchteküche

Sind Sie aufgrund einer Warnung immer noch Unsicher, ob Sie Frischfutter verfüttern sollen? Dann lesen Sie bitte hier weiter:
Bekommen Hamster von Grünfutter und Gemüse wirklich Durchfall?

Folgende Pflanzen sind für Hamster eher unverträglich:

Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen), Kartoffeln (enthält sehr viel schlecht verdauliche Stärke im Rohzustand, grüne Stellen, Triebe und Grün sind giftig), Klee, die meisten Kohlarten, wie z. B. Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Papaya, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Zwiebelgewächse wie Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebeln.

Giftig sind unter Anderem folgende Pflanzen:

Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüßer Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Kornwicken, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse (alle), Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch.

Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie erst Ihren Tierarzt oder uns, eine Liste mit Giftpflanzen finden Sie auch hier: Giftpflanzendatenbank Uni Zürich

Gemüse

Füttern Sie Gemüse 1 x am Tag, aber nur in solchen Mengen, dass es schnell verzehrt wird. Geben Sie nur kleine Portionen z. B. eine halbe, dünne Scheibe Gurke, dazu ein fingernagelgroßes Stück Paprika und eine 1 cm dicke Scheibe Möhre. Vergewissern Sie sich, dass der Zwerghamster Frischfutter nicht bunkert. Falls er das doch tut, nehmen Sie es täglich, nachdem Ihr Hamster aufgestanden ist, aus dem Häuschen. Zwerghamster sind von Natur aus keine großen Gemüse-Fans, sollten aber trotzdem täglich eine kleine Auswahl Gemüse angeboten bekommen, auch wenn sie nicht immer alles fressen oder viele Futtersorten nicht anrühren. Manche Zwerge mögen nicht immer alles, aber nach ein paar Wochen ist häufig das vorher verschmähte Gemüse plötzlich sehr beliebt. Waschen Sie das Frischfutter vor dem Verfüttern gründlich.

Eine ausführliche Frischfutterliste mit Besonderheiten finden Sie hier: Frischfutterliste

Hier eine einfache Auflistung als erste Übersicht:
Fenchel, Möhren, Gurken, Paprika, frischer Mais (nur wenige Körner!), gern auch Maisblätter, Kürbis, Broccoli, Blumenkohl, Sellerie, rote Beete und Zucchini. Sie können auch verschiedene Salatsorten verfüttern, aber immer nur in geringen Mengen, sie sind meist stark Nitrathaltig und können in großen Mengen zu Durchfall führen. Gegeben werden können: Feldsalat, Chicoree, Eisbergsalat, Endiviensalat und Bio-Kopfsalat.

Obst

Campbell Zwerghamster und Campbellhybrieden neigen zu Diabetes, bei diesen sollte auf Obst verzichtet werden! Auch für alle anderen Zwerghamster gilt: Obst nur in winzigen Mengen und höchstens einmal in der Woche!
Gegeben werden können:
Äpfel, Tomaten (ohne Grün, giftig!), verschiedene frische Beeren (nur kleine Beeren ganz, von den anderen nur kleine Stückchen): Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Brombeeren. Getrocknete Beeren sollten seltener gegeben werden.

Von dem Verfüttern von Steinobst raten wir ab, es führt häufig in Verbindung mit Wasser zu starken Blähungen oder Durchfall. Wenn Sie trotzdem Kirschen, Pfirsiche und Co verfüttern möchten, dann immer nur sehr, sehr kleine (fingernagelgroße) Mengen. Papaya, Mango und andere exotische Früchte können starke Magen/Darmreizungen auslösen und dürfen nicht verfüttert werden. Bananen sind zu süß.

Hinweis Diabetes:
Der beste Schutz gegen Diabetes immer eine sehr ausgewogene Ernährung, mit sehr vielen verschiedenen Futterbestandteilen, täglich verschiedene Sorten frisches Gemüse und Grünfutter/Kräuter, wobei nicht auf rotes Gemüse verzichtet werden muss! Obst sollte ein seltenes Leckerchen bleiben und bei Campbells und Campbellhybriden sollte generell drauf verzichtet werden.
Informationen zu Diabetes bekommen Sie hier:

Diabetes beim Zwerghamster

Diabeteshamster.

Sind Sie aufgrund einer Warnung immer noch Unsicher, ob Sie Frischfutter verfüttern sollen? Dann lesen Sie bitte hier weiter:
Bekommen Hamster von Grünfutter und Gemüse wirklich Durchfall?

Tierische Nahrung:

Tierische Nahrung ist für Zwerghamster ein unverzichtbarer Bestandteil des Hamsterspeiseplans

Bei Heimtieren reicht es aus, ca. 3 x die Woche tierische Nahrung zu geben. Achten Sie darauf, dass die verderbliche Nahrung sofort verzehrt wird, füttern Sie direkt aus der Hand.

Eine ausführliche Liste mit Besonderheiten finden Sie hier: Futterliste/Eiweißfutter

Geeignet sind:

Mehlwürmer, gern täglich einen Mehlwurm, wenn der Hamster nicht übergewichtig ist, sonst eher weniger Würmchen und mehr Magerquark. Wie Mehlwürmer unter zu bringen sind und was man sonst über sie wissen muss, können Sie hier nachlesen: Mehlwürmer

Wenn Sie Ihren Hamster in einem Terrarium oder einem Aquarium halten, dann können Sie auch gelegentlich einmal andere Insekten, wie z . B. ein Heimchen, eine Grille etc. verfüttern, es ist eine echte Freude, dem Hamster beim Einfangen solcher fliegenden und hüpfenden Schätzchen zuzuschauen.

Sie können ebenfalls getrocknete Bachflohkrebse, Garnelen (nur ohne Zusätze!) und andere getrocknete Insekten und Ähnliches verfüttern.

Fast alle Säugetiere haben eine Lactose-Intoleranz (sie können Milchzucker nach dem Abstillen nur in sehr kleinen Mengen aufspalten und verdauuen), viel Milchzucker führt zu Durchfall und Aufgasungen. Deshalb sind normale Milch, Sahne und Dosenmilch tabu. In Magerquark, Hüttenkäse und auch Magermilchjoghurt ist zwar auch Milchzucker vorhanden, aber nur in geringen Mengen. Diese Produkte werden gut vertragen, die enthaltenen Bifidusbakterien spalten Laktose auf, der enthaltene Milchzucker ist also schon zu einem großen Teil aufgespalten und die Bakterien helfen bei der Verdauung der Milchprodukte. In kleinen Mengen wirken sich diese Produkte durch die Bakterien also sogar positiv auf die Verdauung aus. Da der Joghurt (im Vergleich zu Insekten und anderem Proteinfutter) relativ fettarm ist, ist er gerade für zu übergewichtige Tiere eine gute Alternative. Deshalb dürfen sie durchaus als Eiweißlieferant hinzugezogen werden. Mehr als ein gestrichener Teelöffel in der Woche sollte nicht gegeben werden.

Stückchen von hartgekochten Eiern können ebenso hin und wieder mal angeboten werden wie Katzenleckerchen (ohne extra zugesetztes Taurin, oder in kleinen Mengen) und Hundekuchen/Hundemüsli, ideal sind bei Katzenleckerchen und Hundekuchen folgende Werte: 22 % Rohprotein und 4 - 5 %Rohfett.

Oft wird dazu geraten, den Hamstern fettarmes Hackfleisch zu geben. Wir raten dringend davon ab. 1. ist es schwer verdaulich und 2. kann der Halter nicht kontrollieren, ob es gefressen oder gebunkert wird. Auch wenn das Hackfleisch von Hand gefüttert wird, stopfen die Tiere es sich mitunter nur in die Backen und bringen es dann ins Nest. Hier schimmelt und fault das Fleisch sehr schnell, und die so entstehenden Fäulnisbakterien und Schimmelkulturen sind schwer gesundheitsschädlich.

Zu beachten wäre noch, dass man schwangeren Hamsterweibchen etwas mehr tierisches Eiweiß zuführen muss, da sie schneller zu Mangelerscheinungen neigen und es sonst schlimmstenfalls zu Todgeburten kommen kann.

Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei abwechslungsreicher Ernährung nicht erforderlich. Bei Krankheit müssen Sie aber auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen achten und nach Absprache mit dem Tierarzt Vitaminpräparate geben.

Zahnpflege:

Frische oder getrocknete Zweige sollten immer im Zwerghamsterkäfig vorhanden sein, gern auch mit einigen Blättern dran.

Welche Zweige geeignet sind, ist hier nachzulesen:
Frischfutterliste / Zweige

Brot ist ungeegnet. Brot enthält sehr viel Stärke (zu viele Kohlenhydrate machen dick und erhöhen den Blutzuckerspiegel). Es enthält häufig Konservierungsstoffe, Backtriebmitte, Gewürze, Zucker und Salz. Sehr häufig findet sich auf hartem Brot Schimmel in Form von Schimmelsporen (auch wenn der Schimmel für Menschen noch nicht sichtbar an der Außenfläche erkennbar ist, sind die Schimmelsporen vorhanden). Deshalb sollte davon Abstand genommen werden, hartes oder frisches Brot zu verfüttern. Als besonderes Leckerlie und ebenfalls zur Zahnpflege können Sie Ihrem Hamster gelegentlich Hundekuchen gönnen, natürlich können Sie ebenso taurinfreie Katzenleckerchen geben. Besonders beliebt sind bei unseren Hamstern Maisringe und kleine Hundeknochen.

Wasser:

Alle Hamsterarten sollten grundsätzlich einen Wassernapf oder eine Wasserflasche im Gehege haben. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Achten Sie auf eine weiche Wasserqualität. Oft decken die Tiere ihren Wasserbedarf über das gereichte Frischfutter. Aber bei einem Wetterumschwung, bei trockener Heizungsluft oder auch bei einer beginnenden Infektion ist es lebensnotwendig, dass diese Tiere unverzüglich Zugang zum Wasser haben, ein Wassermangel könnte dann sehr schnell zur Austrocknung der Tiere führen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier: Welches Wasser für Kleintiere?

Futterzusätze und Leckerchen

Nicht zu einer tiergerechten Ernährung gehören viele Leckerlies, die Sie im Fachhandel angeboten bekommen. Joghurtdrops, Nagergebäck und ähnliche Knabbereien enthalten zu viel Zucker und Fett und sind für die gesunde Ernährung nicht empfehlenswert. Knabberstangen Drops und andere Knabbereien enthalten oft Honig, Melasse und Zucker, was dazu führen kann, dass die Backentaschen verkleben, die Tiere an ihren nicht nachwachsenden Backenzähnen Karies bekommen und die Hamster zu fett werden! Kein Nagetier benötigt künstlich hergestellte Nahrungsmittel aus bunten Kartons. Die Ernährung eines Hamsters sollte so naturnah wie möglich sein. Lesen Sie dazu auch: Snacks.

Geignete Leckerchen

Alle Zwerghamster neigen zu Diabetes. Trotzdem dürfen in sehr geringen Mengen getrocknete Früchte als Leckerchen angeboten werden (ein Stückchen die Woche), nur Campbell Zwerghamster und Hybriden müssen darauf ganz verzichten. Besonders beliebt sind Rosinen, aber auch Äpfel, Birnen und Hagebutten werden mitunter gern genommen. Ungezuckerte Bananenchips sind trotz allem noch sehr süß und sollten ein seltenes Leckerchen bleiben, gezuckerte oder mit Honig lasierte Bananenchips sind tabu.

Heucobs/Wiesencobs und Bloxx bestehen zu einem großen Teil aus kaltgepresstem Heu und Kräutern. Sie eignen sich als Beschäftigungsfutter.

Erbsenflocken enthalten Lysin, welches in geringen Mengen durchaus als Nährstoff benötigt wird. Die enthaltene Stärke ist aufgebrochen und damit leicht verdaulich. Deshalb sind Erbsenflocken eine sinnvolle Nahrungsergänzung.

Trockengemüse und Nüsse können auch anstatt als Bestandteil der Futtermischung als Leckerchen von Hand gegeben werden.

Salzlecksteine, Mineraliensteine, Kalksteine, Vitamintropfen und andere Zusätze

Braucht ein Hamster auch sowas? Die Antwort auf diese Frage finden Sie hier: Vitamine/Salzlecksteine/Mineralsteine.