Deko Keine Tiere unter den Weihnachtsbaum! Deko
Diese Geschichte hat Jasmin Maurer, Webmasterin im Fellnase.info Heimtierforum für die Aktion zur Verfügung gestellt. Sie hat ihn ursprünglich als lehrreichen Artikel für eine Schülerzeitung geschrieben.

Ich war ein Weihnachtsgeschenk

Es ist zwar schon lange her, aber ich erinnere mich noch genau an alles, als wäre es erst gestern gewesen. Es war ein kalter Dezembertag, ich kuschelte mich zusammen mit meinen fünf Geschwistern an meine Mutter, die uns vor der Kälte schützte. Eine Frau kam und riss mich aus dem schönen, warmen Nest, weg von meiner schützenden Mutter und weg von meinen Geschwistern. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich nicht, dass ich fast den Rest meines Lebens alleine verbringen würde.

In dem Haus der Frau angekommen wurde ich in einen kleinen Käfig gesteckt, der noch nicht mal einen Meter lang war. Zu fressen bekam ich kaum was, ich hatte Hunger. Die Frau redete mir gut zu, ich müsse noch vier Tage im Keller verbringen, weil erst in vier Tagen Weihnachten wäre. Ich erfuhr, dass ich als Geschenk für die zwölfjährige Lara dienen würde. Ich wurde also vier Tage in einen dunklen, kalten Keller gesperrt, sah kaum Licht und hatte dauernd Hunger, da ich täglich nur etwa 50g Trockenfutter bekam. Was soll ich mit nur 50g anfangen? Mein Magen verlangte dreimal so viel, ebenso verlangte er Frischfutter und Heu. Doch bis ich das wieder zu Gesicht bekam, das dauerte noch sehr lange. Zudem fror ich in dem Keller und hatte Angst. Wo waren bloß meine Geschwister? Wo war meine Mutter? Ich wollte nicht alleine sein, wir Kaninchen sind doch Gruppentiere!

Nach den vier Tagen war Weihnachten und ich saß noch immer in dem kleinen Käfig. Zwar stand ich nicht mehr in einem kalten Keller, aber der Tannenbaum und der viele Radau sind auch nicht besser. Um mich herum war so viel Stimmengewirr, ich hatte Angst und wollte wieder zu meinen Geschwistern. Dann kam Lara und sah mich das erste Mal, sie fing vor Freude an zu schreien. Wegen mir? Sofort nahm sie mich auf ihre Arme und drückte mich, viel zu fest und viel zu hektisch, ich geriet in Panik und wollte wegrennen. So fing mein Leben bei Lara an. Warm hatte ich jetzt eigentlich immer, doch so richtig satt wurde ich nie. Leider bekam ich noch immer nicht die Menge an Futter, die mein Magen verlangte. Stattdessen bekam ich oft trockenes Brot, welches zwar sehr lecker ist, jedoch nicht zum Abrieb meiner nachwachsenden Schneidezähne beitrug. Es lag eigentlich nur schwer im Magen. Naja, immerhin bekam ich ab und an noch Karotten, Löwenzahn und Äpfel. Das schmeckte mir sehr gut. Nach einer Zeit jedoch fühlte ich mich extrem leer, mir fehlte einfach etwas. Ich wollte nicht mehr alleine sein. Und irgendwann saß ein Meerschweinchen neben mir im Käfig, der eh schon viel zu eng war. Ich denke, es kam auf den gleichen Weg wie ich hier her. Ich würde mich gerne mit ihm unterhalten, verstehe jedoch seine Sprache nicht. Außerdem nervt mich das Gequieke.

Auf die Dauer wurde irgendetwas komisch. Ich merkte, Lara will mich nicht mehr. Oft vergaß sie mich zu füttern und ließ mich nur noch sehr selten aus dem Käfig raus. Es war Sommer, das merkte ich an den hohen Temperaturen. Denn im Freien war ich schon lange nicht mehr. Es dauerte nicht mehr lange, da wurden ich und das Meerschweinchen in einem Tierheim abgegeben, da Lara mit ihrer Familie in Urlaub fahren wollte, und wir da im Wege standen. Im Tierheim wurde ich von dem Meerschweinchengetrennt und kam in eine kleine Gruppe mit vielen anderen Kaninchen. Zuerst war ich etwas schüchtern, aber schon nach sehr kurzer Zeit freundete ich mich mit anderen Langohren an und spielte den ganzen Tag mit ihnen. Und auf einmal war es soweit: ich wurde von einer netten Frau abgeholt, und sie nahm auch meine beste Freundin mit, und als wir bei ihr waren, bekamen wir einen riesigen Käfig, ganz für uns alleine. Fast den ganzen Tag verbrachten wir im Freien auf der Wiese und abends durften wir auch im ganzen Haus herumhoppeln. Wir bekamen das beste Futter, dass man sich nur vorstellen konnte: frischen Löwenzahn, Heu, Gurken, Karotten,_ Einfach wunderbar!


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