Farbmaus Info

Mäuse miteinander vergesellschaften

Hatten Sie bisher eine einzelne Maus, ist der Partner einer Maus verstorben oder möchten Sie eine neue Maus in eine Gruppe integrieren? Dann sollten Sie sich unbedingt an einige Vergesellschaftungsregeln halten. Mäuse sind sehr Revierbezogene Tiere, von daher ist es nicht ratsam, eine neue Maus einfach so ins Gehege zu setzen - das führt für Gewöhnlich zu schweren Rangkämpfen, zu Verletzungen und nicht selten sogar zum Tod einer Maus! Sind Farbmäuse länger als ein bis zwei Tage getrennt, erkennen sie sich mitunter selbst dann nicht wieder und müssen Vergesellschaftet werden, ebenso gilt das für Tiere, die aus Krankheitsgründen von der Gruppe separiert wurden.

Häufig wird empfohlen, die Tiere mit Duftstoffen einzusprühen oder zu behandeln, das ist nicht zu empfehlen, denn die Tiere riechen dabei nur vorübergehend gleich und sobald die (mitunter sogar giftigen oder gefährlichen Duftstoffe) verfliegen, kommen Eigengerüche durch und die Tiere streiten sich. Ebenso kann die ewig heraus zögernde und absolut nicht sinnvolle Trenngitter Vergesellschaftung empfohlen werden. Durch das Gitter bauen sich Agressionen auf.

Partnerwahl

Farbmausweibchen lassen sich meist relativ gut aneinander gewöhnen. Ebenfalls harmonisch leben mehrere Weibchen mit einem Böckchen zusammen. Allerdings ist das nur dann sinnvoll, wenn der Bock kastriert ist und das Kastrieren von Böcken ist eine komplizierte Operation die von den meisten Tierärzten noch nicht durchgeführt werden kann. Auf keinen Fall sollten Sie ein gemischtgeschlechtliches Paar Mäuse dauerhaft ohne Kastration zusammen halten, denn das führt natürlich zu sehr viel Nachwuchs - siehe auch: Farbmaus Nachwuchs. Erkundigen Sie sich vorab, ob Sie einen Tierarzt finden, der diese OP durchführt. Erwachsene Böcke lassen sich nur selten aneinander gewöhnen, ebenso ist die Vergesellschaftung von Kastraten nicht ganz leicht. Reine Bockhaltung sollte von Laien eher nicht versucht werden, denn hier kann es jederzeit zu massiven Spannungen kommen.

Junge Tiere lassen sich oft leichter integrieren als alte Mäuse.

Vergesellschaftung von Farbmausweibchen miteinander oder mit einem Kastraten

Da Mäuse sich sehr stark am Geruch orientieren, ist es wichtig, dass sie sich in einer Umgebung kennen lernen, die nach keiner der zu vergesellschaftenden Mäuse riecht. Geben Sie keine gebrauchten Häuser und keine anderen Spielzeuge, die schon einer bestimmten Maus oder Gruppe gehörten. Die Umgebung für die Vergesellschaftung muss also Geruchsneutral sein!

Vorab sollten die Mäuse sich auf ganz neutralem Boden kennenlernen, z. B. in der Badewanne, im Auslauf oder in einem großem Karton. Dort sollte ein Häuschen vorhanden sein, in das alle Mäuse sich flüchten können. Das gemeinsame im Haus sitzen fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Halter sollte das Geschehen für mehrere Stunden im Auge behalten und bei Beißereien sofort eingreifen. Vertragen sich die Mäuse, kann man den nächsten Schritt vorbereiten.

Beim Integrieren eines Kastraten, mit einem oder mehreren Weibchen, kann man die Weibchen nach einer gründlichen Reinigung des Kastratenkäfigs und nach einer ersten Begegnung auf neutralem Boden, in den Kastratenkäfig geben.

Bei einer reinen Weibchengruppe, sollte nach der Vergesellschaftung der Tiere auf neutralem Boden der ganzen Gruppe hinterher ein neues Zuhause mit neuer Einrichtung und einem gründlich mit Essigwasser gereinigtem Becken angeboten werden. Es sollte auch ein neuer Standort für den Käfig gewählt werden. Nach einigen Wochen kann man den Tieren dann ihr altes Spielzeug wiedergeben.

Böcke und Problemvergesellschaftungen

Böckchen zu vergesellschaften ist beinahe unmöglich. Idealerweise werden Böcke kastriert, dann klappt die Vergesellschaftung wesentlich besser. Am besten klappt eine Bockvergesellschaftung mit der Käfigtauschmethode. Setzen Sie die Tiere jeden Tag um, jeweils in den anderen ungereinigten Käfigs. Nach einer Woche versuchen Sie dann den ersten Versuch einer Begegnung auf neutralem Boden.

Sollten Sie mit diesen Methoden keinen Erfolg geben, könnte diese Methode helfen:
Bereiten Sie eine Transportbox für die Vergesellschaftung vor, diese sollte die Maße 10 x 20 cm nicht überschreiten. Streuen Sie die Box neu ein und verteilen Sie ca. einen Esslöffel Futter darin. Nehmen Sie die neue und die alte Maus und setzen Sie sie gemeinsam in Box. Der enge Raum der Transportbox hemmt die Tiere, sich zu beißen.

Setzen Sie die Tiere möglichst gleichzeitig in die Transportbox und schließen Sie den Deckel. Die Tiere werden sich kurz beschnuppern und evtl. auch aufsteigen, d. h. sie werden sich gegenseitig mit den Vorderpfoten anstupsen und Fieptöne von sich geben. Dieses ist aber völlig normal, da die Tiere sich erstmal riechen lernen müssen. Vertragen sich Ihre Tiere nach dem Reinsetzen, lassen Sie sie auf jeden Fall 24 Stunden zusammen in der Transportbox. Fiepen sie noch sehr oft oder treten immer wieder Rangeleien auf, warten Sie lieber noch einen Tag länger. Die Tiere sollten schon eng zusammen hocken und sich ganz offensichtlich vertragen, bevor sie in ihr großes Becken kommen.
Sicher erscheint es Ihnen etwas hart, die Tiere in so ein kleines Behältnis zu sperren, aber bedenken Sie - lieber die Mäuse einen oder zwei Tage in dieser kleine Box als wenn sie sich im neuen Becken oder auch durch die Trenngittertrennung nur mit kleinem Erfolg Vergesellschaften lassen. Duftstoffe sollten nicht eingesetzt werden, da diese wieder verfliegen und der Eigengeruch dann wieder durchkommt und für neuen Stress sorgt.

Solange die Tiere während den Vergesellschaftungsversuchen, nicht länger als 5 Sekunden als Knäuel zusammensitzen und sich beißen, sollten Sie nicht einschreiten, danach jedoch sofort.

Trennen von inneinander verbissenen Tieren

Solange die Tiere während den Vergesellschaftungsversuchen, nicht länger als 5 Sekunden als Knäuel zusammensitzen und sich beißen, sollten Sie nicht einschreiten, danach jedoch sofort.

Versuchen Sie nicht mit der bloßen Hand dazwischen zu greifen wenn die Tiere sich verbissen haben! In der Aufregung beißen die Tiere zu, auch in Ihre Hand. Die Methode, sie mit Handschuhen auseinander zu ziehen ist auch sehr umstritten, denn oft werden die Mäuse durch das Auseinanderziehen stark verletzt, wenn eine Maus sich in die Andere verbissen hat.

Versuchen Sie statt dessen, mit einer dicken Pappe zwischen die streitenden Tiere zu kommen und sie so zu trennen.

Eine weitere Möglichkeit der Trennung: stellen sie lauwarmes Wasser bereit, evtl. in einer Blumenspritze und sprühen sie (ohne Druck!) die Tiere ein wenig nass. Die Rennmäuse werden sich trennen um sich trocken zu lecken. Beachten Sie: die Tiere dürfen dabei keinem Zug ausgesetzt werden, sie sollten warm aber nicht heiß stehen um schneller zu trocknen und machen Sie die Tiere nicht klattschnass! Sollten sich die Tiere in der Box beißen, schütteln sie die Box ein klein wenig (wirklich nur sanft), bevor Sie zu andern Maßnahmen greifen.

Abschließend:

Damit die Tiere sich schneller "riechen" können, wird leider immer noch empfohlen, Duftstoffe einzusetzen. Oft werden Parfüms empfohlen, allerdings enthalten diese für Gewöhnlich eine Menge für Rennmäuse giftige Stoffe (Alkohole), diese werden von den Rennmäusen abgeleckt und können zu Vergiftungen führen. Auch andere Duftstoffe sollten nicht eingesetzt werden, da diese wieder verfliegen und der Eigengeruch dann wieder durchkommt und für neuen Stress sorgt.

Bei älteren Tieren kommt es öfter vor, dass sie kurz nach dem Verlust des Partners noch nicht bereit sind, sich neu vergesellschaften zu lassen. Nach Möglichkeit sollten Sie Ihr älteres Tier, z. B. wenn es den Partner verloren hat, erst ein paar Tage alleine lassen (ca. 5 Tage). Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Vergesellschaftung dann meist friedlicher abläuft, scheinbar freut sich die Rennmaus dann über einen neuen Artgenossen. Sehr aggressive Tiere müssen ggf. auch mal ein paar Wochen ohne Partner leben, aber dann freuen auch sie sich meist wieder über einen Partner.

Nicht alle Tiere passen zusammen! Wenn die Tiere sehr aggressiv aufeinander reagieren und überdeutlich eine Abneigung gegen den, von Ihnen gewählten, Partner zeigen, dann sollten Sie nicht versuchen, diese Tiere zusammen zu zwingen!

Falls alle Integrationsversuche bei Böckchen scheitern, wäre es sinnvoll, die Böcke kastrieren zu lassen. Leider findet sich nicht immer ein Tierarzt der Farbmäuse kastriert, in dem Fall wäre eine absolute Notlösung die Vergesellschaftung des Bockes mit einem oder mehreren Stachelmausweibchen. So kommt es nicht zu Nachwuchs aber die Tiere sind auch nicht allein.

Verlieren Sie nicht die Geduld und denken Sie daran, lieber die Mäuse ein paar Tage in die Transportbox und nachher kein Einzeltier, als eine einsame Maus im Käfig.

dummy Partnerwahl

Weibchen

Böcke/
Probleme

Trennen

Wichtig

zwei

Kuscheln kann man nur zu zweit

zwei
Ausbrechen geht zu zweit auch besser


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