NagerInfoLemmingHamsterZwerghamsterMeerschweinchenChinchillaRatteMausDeguKaninchenRennmaus

Tierschutzwidriges Zubehör für kleine Heimtiere

Leider ist das meiste Zubehör, welches Sie im Zooladen für Ihr Tier erwerben können nicht sicher und nicht tiergerecht. Hier gehen wir auf die Gefahren, die von diesem Zubehör ausgehen, ein.

Plastikröhren

Häufig wird im Handel ein "naturgetreuer" Lebensraum für Hamster und Mäuse in Form von durchsichtigen Plastikröhren angeboten. Diese Heime und vor allem die Plastikirrgärten und Röhrensysteme für Kleintiere sind aus folgenden Gründen durchweg als tierwidrig abzulehnen:
  • In langen Plastikröhrensystemen ist keine ausreichende Luftzirkulation gegeben. Sie sind meist schlecht zu reinigen. Selbst wenn sie gut zu reinigen sind, geschieht das leider häufig zu selten. Dadurch siedeln sich in ihnen Pilze, Schimmel und Bakterien an, welche zu Lungenbeschwerden und anderen Krankheiten führen können.
  • Im Sommer staut sich die Hitze in diesen Röhren, da durch die Plastikwände kein guter Wärmeaustausch statt findet.
  • Die meisten im Handel erhältlichen Plastikröhren sind für Mittelhamster/Rennmäuse zu klein.
  • Werden die Röhren aufrecht oder zu steil angebracht, besteht Sturz- und Verletzungsgefahr.
  • Durchsichtige Röhren bieten dem Tier keine natürliche Rückzugsmöglichkeit, denn es kann ja überall gesehen werden - so besteht keine Ähnlichkeit mit einem natürlichen, dunklen, Kleintierbau.
  • Plastikröhrensysteme sind wurden von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) und Merkblatt für Heimtierhalter Hamster TVT )

Verwenden Sie statt dieser durchsichtigen Plastikröhrensysteme besser Papp-, Bambus-, Kork- oder Tonröhren. Auch Röhren aus dem Baumark sind geeignet. Die Röhren sollten den für das Tier entsprechenden Mindestdurchmesser haben (genaue Angaben finden sich auf den entsprechenden Tiereinrichtungsseiten) und sollte nicht länger als 25 - 30 cm sein.

Plastikhäuser

Plastikhäuser gibt es in vielen Variationen. Viele sind allerdings ebenfalls als nicht tiergerecht abzulehnen. In Häusern mit nur einem Eingang ist keine ausreichende Luftzirkulation gegeben. Zudem sind die meisten im Handel erhältlichen Plastikhäuser für die Tierart, für die sie angeboten werden viel zu klein. Große Häuser mit mehreren Eingängen/Fensterlöchern (mit entsprechendem Mindestdurchmesser) sind für einige Tiere geeignet. Die Mindestmaße für Häuser entnehmen Sie bitte der entsprechenden Einrichtungsseite der Tierart.

Verwenden Sie Häuser aus geeignetem Holz (keine giftigen Hölzer, konsultieren Sie dazu die entsprechenden Informationen unserer HP), Ton, unlasierter Keramik, Kork, Kokos, Pappe.

Gitteretagen

In Gitteretagen können die Tiere mit ihren Füßchen stecken bleiben. Kein Tier empfindet das Laufen über Gitterstäbe als angenehm. Wenn es vom Gitter abrutscht können sie sich beim stecken bleiben schlimmstenfalls die Gliedmaßen einklemmen und brechen oder verstauchen. Vorhandene Gitteretagen sollten mit einer Holz- oder Hartfaserplatte abgedeckt werden oder es können Etagen aus Holz, Kork, Plexiglas, Glas angebracht werden.

Metallaufräder mit offenen Sprossen, beidseitiger Aufhängung und/oder Querstrebe

Die meisten im Handel erhältlichen Metallaufräder sind nicht tiergerecht
  • In den offenen Sprossen und Aufhängungen können sich die Füße und Schwänzchen der Tiere verfangen. Dabei können sich die Gliedmaßen verrenken oder schlimmstenfalls brechen, Schwänze von Mäusen und Ratten können abreißen, brechen oder die Haut kann reißen (der Schwanz wird skeletiert).
  • Jutebänder bieten nur eine scheinbare Sicherheit. Sie können angenagt werden, Fäden können sich um die Beinchen wickeln oder durchhängen und in den entstehenden Löchern können die Tiere ebenfalls hängen bleiben.
  • Beim Aussteigen aus einem handelsüblichen Metallaufrad können die Tiere sich zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt), wie auf dem Bildern Rechts zu sehen ist. Es besteht die Gefahr, dass Kopf, Fuß oder Schwanz eingeklemmt werden. Auch Metallaufräder mit Seitenbefestigung haben noch eine Haltestrebe am Rad, welche durch Schläge zu Verletzungen führen kann (z.B. zu Hämatomen, Rippenbrüchen und ähnlichen Verletzungen).
  • Die meisten Metalläufräder sind zu klein. Es kommt durch zu kleine Laufräder zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule (vorne läuft das Tier hoch, hinten runter!) und sie wird falsch abgenutzt, was dem Tier auf Dauer Schmerzen bereitet und im schlimmsten Fall zu Bandscheibenvorfällen führt. Wie wird die richtige Laufradgröße berechnet?
  • Das Laufrad muss auf einer Seite völlig geschlossen sein (Gitter sind gefährlich - die Füßchen können sich darin verfangen). Die Einstiegsseite sollte ganz offen sein. (Haltestreben bei handelsüblichen Metallaufrädern führen zu Verletzungen durch starke Schläge mit dem Streben, es kommt zu Hämatomen, Rippenbrüchen und ähnlichen Verletzungen)
  • Unter dem Rad können sich die Tiere einklemmen, da die meisten Standbeine nicht hoch genug sind

Metallaufräder sind von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) und Merkblatt für Heimtierhalter Hamster TVT )

Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht zum Thema Metallaufräder:
Bericht über Verletzungen durch ein Metallaufrad

Verwenden Sie stattdessen tiergerechte Laufräder, welche Sie hier bestellen können: Rodipet

Andere Laufräder

Es gibt verschiedene Plastiklaufräder. Nicht alle sind für Kleinnager geeignet. Sie können die Tiere auf viele Arten schädigen:
  • Häufig sind die Räder aus weichem Plastik und können so leicht zernagt werden, es entstehen Löcher und scharfe Kanten an denen die Tiere verletzen können.
  • Die meisten Plastiklaufräder sind zu klein für beinahe alle Tierarten die üblicherweise als Heimtiere gehalten werden. Vor allem die in Kaufkäfigen vormontierten Räder sind normalerweise nicht zu empfehlen. Diese Räder haben oft nur einen Durchmesser von 13 cm. Das ist für alle Tierarten zu klein und führt zu Rückenproblemen. Als Berechnungsgrundlage für die richtige Laufradgröße gilt: Der Radius des Rades sollte der durschnittlichen Länge des Tieres ohne Schwanz entsprechen.
  • Häufig haben Plastikräder oder billige Holzrädre offene Sprossen. In diesen kann sich der Nager mit seinen Füßchen verfangen und verletzen. Die Lauffläche muss durchgehend geschlossen sein. Sie darf aber auch keine stark hervorstehenden Kanten aufweisen - in den herkömmlichen Plastiklaufrädern stehen mitunter eckige Kannten 2 mm hoch ins Rad um ein Abrutschen des Tieres beim Laufen zu verhindern. Leider schneiden diese Kanten beim Laufen in die Füße und es kann zu einem Ballenabszess und anderen Verletzungen kommen. Bei billigen Holzlaufrädern sind Streben eingeklebt, die zu hoch sind und einen falschen Abstand haben, diese Streben sind regelrechte Stolperfallen.
  • Die meisten Standardräder haben in der Mitte eine vorstehende, nicht gesicherte Halterung. An dieser Halterung kann sich das Tier beim Laufen verletzen.
Verwenden Sie stattdessen tiergerechte Laufräder, welche Sie hier bestellen können: Rodipet und Getzoo.

Joggingbälle und ähnliche Spielzeuge

Laufkugeln aus Plastik, die so genannten Joggingbälle und andere Spielzeuge wie z. B. Autos mit Kugeln, in welche die Tiere eingesperrt werden, um damit durch die Wohnung zu rollen, sind tierwidrig. Es handelt sich hierbei um teilweise oder ganz durchsichtige Kugeln, die normalerweise mit einem Durchmesser von 10 - 20 cm haben, teilweise mit Lüftungsschlitzen versehen oder auch auf einem Gestell anzubringen sind. Teilweise werden diese Kugeln auch in Kombination mit Autos und ähnlichem angeboten, in dem sie angebracht werden.

Joggingbälle/Laufkugeln sind aus folgenden Gründen sehr gefährlich und absolut nicht tiergerecht:

  • Die Tiere können sich in solchen Geräten sehr schwer verletzen, z. B. durch Anstoßen an Wände und Möbel, Herunterfallen (Treppen).
  • Die Tiere bekommen Atemnot durch schlechte Belüftung und sie stehen in der Kugel unter starkem Stress.
  • Die Kugeln sind meist zu klein und sorgen für eine Rückradverkrümmung.
  • Panik wird ausgelöst, da das Tier diese Kugel nicht verlassen kann, wann es das will. Ihm wird das Laufen in der Kugel aufgezwungen.
  • Ein Auslauf in der Laufkugel ist kein echter Auslauf. Das Tier ist nicht in der Lage, sich in einer Laufkugel zu orientieren. Die Wände hindern es daran, etwas von seiner Umgebung wahrzunehmen. Viele Nager sind kurzsichtig, durch die Wände wird ihr Sehvermögen weiter eingeschränkt. Die Tiere können also nicht sehen wohin sie laufen. Der Sinn, auf den sich viele Nager am meisten verlssen, ist ihr Geruchssinn. Aber in einer Plastikkugel eingesperrt kann ein Tier seine Umgebung nicht erschnuppern. Auf ihr feines Gehör verlassen sich die Tiere ebenfalls beim Laufen, aber in dieser Kugel dringen Geräusche nur eingeschränkt und verändert zum Tier durch.
Auch wenn es vielleicht so aussehen mag, als ob das Tier fröhlich läuft - in Wahrheit hat es nur schreckliche Angst und läuft panisch, um zu entkommen. Auch wenn die Tiere vielleicht von selber in die Kugel gehen - wissen Sie denn ganz genau, wann es wieder hinausmöchte und wann das freiwillige Laufen einem erzwungenen Laufen und Panik weicht?

Stellen Sie sich vor, Sie wären fast blind und würden in so eine kleine Kugel gesperrt um damit über ein für Sie völlig unbekanntes Gelände zu laufen. Hätten Sie Spaß daran?

Die Laufkugeln sind ebenfalls von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. (Merkblatt Heimtierhaltung, Tierschutzwidriges Zubehör (62) und Merkblatt für Heimtierhalter Hamster TVT ).

Lassen Sie Ihr Tier frei oder in einem abgegrenztem Auslauf laufen. Anleitungen für den tiergerechten Auslauf finden Sie auf der entsprechenden Tierseite der Nager - Info.

Aktion gegen Joggingbälle

Leinen

Im Zoofachhandel werden Leinen für Kleintiere angeboten. Es wird suggeriert, dass man an diesen Leinen seinen Hamster, sein Meerschweinchen, seine Ratte oder auch sein Kaninchen spazieren führen kann. Nager und Kaninchen sind Fluchttiere. Es ist für sie eine absolute Qual, an der Leine zu hängen und sich nicht verstecken zu können. Die meisten Tiere wehren sich gegen die Leine, so kann es schon beim Anlegen zu Verletzungen kommen. Wird das Tier an der Leine gezogen oder versucht es einfach nur loszulaufen und wird von der Leine daran gehindert, kann es durch den Druck auf den Brustkorb zu Quetschungen und Rippenbrüchen kommen. Verheddert sich das Tier beim Laufen in der Leine, kann dies zu Zerrungen und Prellungen sowie Knochenbrüchen führen. Gerade Kleintiere sind sehr revierbezogen. Werden sie an eine Leine genommen und damit auf einem unbekannten Terrain spazieren geführt, setzt sie das sehr stark unter Stress - vor allem, wenn sie dazu von ihren Artgenossen getrennt werden. Ein Auslauf an der Leine ist kein richtiger Auslauf für das Tier und zudem auch noch gefährlich, Leinen für Kleintiere sind von daher abzulehnen. Geben Sie Ihren Kleintieren lieber auf einem eingezäunten Gelände oder in der Wohnung in einem abgetrennten Bereich Auslauf.

Kleine, geschlossene Plastikkäfige - kleine Terrarien

Häufig werden im Handel kleine Käfige für Heimtiere angeboten. Die meisten dieser Käfige entsprechen nicht den empfohlenen Mindestgrößen für diese Tiere, sie schränken die Bewegungsfreiheit der Tiere stark ein. Lesen Sie mehr dazu auf dieser Sonderseite: Gehegemindestgrößen für kleine Heimtiere.

In Plastikkäfigen mit einer Grundfläche unter 80 x 50 cm herrscht keine ausreichende Luftzirkulation und es bilden sich Pilze und Bakterien, Schadgase (Amoniak) können nicht entweichen. Da der Halter aber durch die Plastikwände die Verschmutzung des Geheges nicht oder zu spät wahrnimmt, werden solche Gehege zu selten gereinigt. Das Tier ist permanenten Reizungen durch Schadgase, Pilze und Bakterien ausgesetzt. Kleine Boxen aus Plastik eignen sich nur zum Transport des Tieres zum Tierarzt. Dafür muss die Box so groß sein, dass das Tier sich ausstrecken kann und dann noch Platz genug da wäre, um noch ein Tier der gleichen Art dazuzugeben (werden 2 Tiere mitgenommen, muss für weitere 2 Tiere Platz bleiben). Die Boxen müssen gut belüftet sein und dürfen nicht durchsichtig sein bzw. müssen abgedunkelt werden, damit das Tier sich darin sicher fühlt.

Hamsterwatte/Nagerbett/Stoffreste

Im Handel nach wie vor die so genannte Hamsterwatte/das Nagerbett als Nistmaterial für kleine Heimtiere angeboten. Diese Hamsterwatte/das Nagerbett ist sehr gefährlich.
  • Hamsterwatte zieht Fäden und es kommt leider recht häufig vor, dass sich Kleintiere ihre Gliedmaßen darin abschnüren. Viele Tiere haben so schon Gliedmaßen oder auch ihr Leben verloren.
  • Hamsterwatte ist meist nicht atmungsaktiv. Die Tiere feuchten sich zum Abkühlen stark an und durch die Feuchtigkeit können sich Pilze, Bakterien und Parasiten im Fell ansiedeln.
  • Hamsterwatte ist leider nicht voll verdaulich. Sie kann im Magen verklumpen. Auch Hamsterwatte mit dem Aufdruck "voll verdaulich" oder "naturbelassen" fiel in unseren Tests durch und ist von daher ungeeignet.
  • Hamster können sich mit der Watte die Backentaschen verstopfen.

  • Stoffreste
    • Stoffreste können ebenso wie Watte Fäden ziehen, mit der gleichen negativen Wirkung
    • Stoffe sind heutzutage mit sehr vielen chemischen Zusätzen belastet und wir wissen nicht, wie sich diese auf Kleintiere auswirken können.
    • Viele Stoffe sind unverdaulich. Werden sie verschluckt, kommt es zu Magen/Darm Problemen.
    Nur unter Vorbehalt können wir Kapok Schoten (Baumwolle) empfehlen. Zwar zieht dieses Naturmaterial keine Fäden, es ist aber extrem staubig.

    Als Nistmaterial eigenen sich statt der Hamsterwatte: Heu, Stroh, getrocknete Blätter und Blüten, wasserlösliche Taschentücher und Toilettenpapier sowie Papier.

    Parfümierte oder anders behandelte Einstreu

    Um den Geruch der kleinen Heimtiere zu überdecken, wird vermehrt parfümierte oder mit geruchsbindenden Stoffen versetzte Einstreu angeboten (Zitruseinstreu). Die Duftstoffe können die Atemwege der Tiere reizen, auch Hautreizungen können nicht ausgeschlossen werden. Die Duftstoffe führen zu Stressreaktionen weil der Eigengeruch der Tiere verloren geht (die meisten Kleintiere orientieren sich in ihrem Gehege anhand von Duftmarken). Verwenden Sie nur unbehandelte Einstreu.

    Spielzeuge/Häuser mit zu kleinen Öffnungen

    Häufig sind die im Handel angebotenen Spielzeuge und Häuser mit Öffnungen versehen, welche für die Tiere zu klein sind. Es kommt oft vor, dass Mäuse, Hamster, Meerschweinchen und andere Kleintiere in zu kleinen Türen und Fensteröffnungen stecken bleiben und sich lebensgefährlich verletzten oder zu Tode quetschen. Es gelten für alle Öffnungen in Häusern folgende Mindestmaße: Zwergmäuse 3 cm, Farbmäuse und ähnlich große Tiere 4 cm, Rennmäuse, Zwerghamster 4,5 - 5 cm, Goldhamster/Ratten 6 -7 cm, Meerschweinchen 10 cm (runde Öffnungen können aber auch in der Größe zu Problemen führen - runde Öffnungen sollten mindestens 12 cm groß sein). Es hat sich als sinnvoll erwiesen, im Zoofachhandel eher Spielzeuge für das nächst größere Tier zu erwerben, dann sind alle Öffnungen groß genug.

    Dazu lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht: Story vom stecken gebliebenen Hamster

    Food-Ball

    Der Food Ball ist ein Ball aus Metalgitter, der am Käfiggitter aufgehangen wird und somit frei hängt. Er ist besonders gefährlich. Das Gitter verjüngt sich nach unten. Kleine Tiere können am Ball hochklettern, stecken ihren Kopf durchs Gitter, um an das Futter zu kommen, rutschen dabei ab und schon steckt der Kopf zwischen dem sich verjüngendem Gitter fest. Das Tier kann sich kaum aus seiner Lage befreien, denn es hängt frei schwebend - es wird stranguliert. Verwenden Sie stattdessen einen Futterspieß für Frischfutter und Heuraufen die außen am Käfig angebracht werden oder abgedeckt sind.

    Ungeeignete Heuraufen

    Normale Gitterheuraufen aus dem Fachhandel dürfen nur dann benutzt werden, wenn sie so hoch hängen, dass Kleintiere nicht hineinspringen können. Dann hängen sie allerdings für eine natürliche Nahrungsaufnahme zu hoch und dienen bestenfalls als Beschäftigungsraufen, außerdem staubt es beim Fressen zu stark und die Tiere atmen zu viel Staub ein. Die Gitterabstände dürfen nicht zu weit sein, damit kein Tier hinein kriechen kann. Völlig ungeeignet sind Bodenraufen (Gitter oder Netze die am Boden des Käfigs verankert sind), sowie die leider häufig verwendeten Geschirrabtropfgitter. Hier springen die Tiere gern hinein und verschmutzen dabei nicht nur das Heu, sondern bleiben leider auch mit ihren Füßchen zwischen den Streben hängen. Besonders gefährlich sind Raufen, die zusammenklappbar und oben offen sind. Junge und wilde Kleintiere reißen sie um, die Raufen klappen dabei zusammen, drinnen und drunter liegende Tiere können wirklich gefährlich verletzt werden. Alle von uns getesteten Raufen dieser Art fielen auch leider schnell auseinander und gaben dann Nägel frei, an welchen sich die Tiere verletzen können. Achten Sie darauf, dass die Raufen fest angebracht sind und nicht von den Tieren umgestürzt oder heruntergerissen werden können. Lebensgefährlich sind sogenannte "Heunetze". Gerade junge Meerschweinchen und Kaninchen versuchen in die Netze zu kommen und wickeln sich schlimmstenfalls dabei die Schnüre um die Beinchen oder gar um den Hals. Bei manchen Netzen sind die Löcher sogar so groß, dass die Tiere ihren Kopf ganz hinein stecken können und in Panik ganz darin stecken bleiben. Grundsätzlich sind Schnüre, also auch Netze, eine große Gefahrenquelle, da Tiere darin hängen bleiben können und beim Reißen an den Schnüren/Netzen diese nur noch enger um das Tier geschlungen werden.

    Metallspiralen

    Eine recht neue Mode sind elastische oder auch festere Metallspiralen im Kleintierkäfig als Aufgang oder Spielzeug. In den Spiralen kann das Tier stecken bleiben. Durch die Bewegung der Spiralen kann es sich stangulieren beim Durchrennen. Zudem bieten sie keinerlei Sicherheit für das Tier beim Auftreten. Sie haben oft einen zu kleinen Durchmesser und werden so zu Fallen für größere/wachsende Tiere - sie sind daher durchweg abzulehnen.

    Grasnest mit Drahtgeflecht

    Im Handel werden Grasnester/Heunester/Heukugeln für Nager als Wohnung und Spielzeug angeboten. Leider sind viele dieser Nester auf ein Drahtgeflecht gebunden, wird so ein Nest zerpflückt, kommt das Drahtgeflecht zum Vorschein und wird zur Pfötchenfalle. Die Tiere können sich an hervorstehenden Drähten verletzten und in Drahtschlaufen verfangen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen ein Grasnest anzubieten - aber nur ohne Drahtgeflecht!

    Wippen

    Bewegliche Wippen können sehr gefährlich werden! Wenn ein Tier drüber läuft, während ein anderes Tier darunter sitzt, kann das unten sitzende schwere Quetschungen davon tragen. Manche Tiere erschrecken sich auch sehr, wenn die Wippe sich plötzlich bewegt und es kommt dadurch zu Stürzen. Wippen bringen keinem Tier irgendeinen Nutzen und es sollte auf sie verzichtet werden.

    Mopani

    Mopani ist ein sehr schönes, zweifarbiges, tropisches Holz. Man erkennt es an der charakteristischen Aufteilung in eine hell- und eine dunkelbraune Seite und der relativ glatten Oberfläche. Im Gegensatz zu Mangrovenholz ist auch recht schwer.

    Eine frische Mopani-Wurzel ist für Nager giftig. Die Tiere können sogar daran sterben, wenn sie zuviel davon abknabbern.

    Wer diese Wurzel trotzdem verwenden möchte, muss auf jeden Fall gebrauchtes Holz verwenden. Im Idealfall hat das ausgesuchte Stück 1 Jahr oder länger in einem Aquarium gelegen. Dann sind die für Nager giftigen Stoffe ausgespült.

    Seile

    Aufgedrehte Seile stellen für kleine Nager ein Problem dar. Werden diese Seile angenagt, können sie sich lösen. Die so entstehenden Löcher im Seil sind Fußangeln in denen das Tier hängen bleiben kann. Aufgedrehte Seite können von geschickten Kleintieren aufgedreht werden. Sie stecken ihren Kopf durch und werden dann vom sich wieder drehenden Seil stanguliert. Seile müssen regelmäßig überprüft werden. Idealer sind geflochtene Seile.

    Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft

    Tierschutzgesetz

    TierSchG § 2

    Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

    • 1. muß das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
    • 2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, daß ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
    • 3. muß über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

    Ebenfalls sehr empfehlenswert:
    Tierschutzwidriges Zubehör