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Max und Nele - Die Geschichte zweier ungeliebten Fellnasen

Durch Zufall und eigentlich ohne Hintergedanken gab ich das Wort "Hamster" bei einer Internetseite in der Rubrik "Kleinanzeigen" ein. Geplant war bei mir kein weiteres Tier, da mich meine 4 Meerschweinchen und Wellensittiche genug auslasteten. Und da sah ich sie - die Anzeige, die das Leben von zwei Hamstern verändern sollte.

"Hamster abzugeben, 1,5 Jahre alt, auf einem Auge blind, mit Hamsterkäfig - für 10Euro". Ich las es und hoffte für den Kleinen, dass er jemanden finden würde. Zwei Tage später schaute ich wieder auf diese Seite. Die Anzeige wurde wieder aufgegeben bzw. aktualisiert. Es scheint sich wohl niemand für den alten, "kaputten" Hamster zu interessieren. Nachdem einige Tage später die Anzeige wieder neu aufgegeben wurde, konnte ich nicht mehr mit ansehen, wie man versucht einen armen kleinen Hamstermann, der doch einen schönen Lebensabend verdient hat, abzuschieben.

Max - der ungeliebte Hamstermann:
Max

Ich meldete mich also bei der Frau und sicherte ihr zu, dass ich den Hamster in einigen Tagen abholen komme. Mir ist schon vorher aufgefallen, dass aus dem gleichen Ort noch ein Hamster abgegeben wird. Ein Mädchen, 10 Monate alt und auch für 10Euro. Die Beschreibung ähnelte sehr der von dem anderen Hamster und so fragte ich die Frau per Email, ob sie denn Hamster züchten oder ähnliches, da ich so etwas durch Abnahme von einem Hamster nicht unterstützen würde. Sie sagte mir, dass sie zwar noch einen haben und ihn auch abgeben möchten, aber dass das die einzigen Hamster wären. Vom Platz her konnte ich mir nicht mal einen - geschweige denn 2 Hamster halten und mein Freund war partout gegen einen zweiten. Allein wegen den 10 Euro, die man dann ja wieder aufbringen müsste. Kein großes Geld, aber für Studenten eben auch recht unnötig. So schrieb ich der Frau eine letzte Mail, bevor wir losgefahren sind, um den Hamster zu holen. Ich schrieb ihr, dass ich leider nicht noch mehr Geld für ein "ungeplantes" Tier ausgeben kann, aber falls sie die Hamsterdame nicht "los" wird, ich ihr diese kostenlos abnehmen würde.

Nele - die kostenlose "Dreingabe":
Nele

So fuhren wir also zu der Familie, um den Hamster von seinem Schicksal zu erlösen. Am Haus angekommen sah ich schon an den vielen kleinen Schuhen, dass hier Kinder leben. Für mich war klar, dass wohl eins der Kinder einen Hamster bekommen hat und ein anderes dann auch einen wollte. Und da man Hamsterkäfige samt Zubehör mittlerweile für schlappe 19,99 bekommt, war das sicherlich ein passendes Geschenk.

Ich klingelte und wurde von einer netten Frau begrüßt. Sie fragte mich, ob ich ihre letzte Email noch bekommen hätte. Ich verneinte und so wurde mir gesagt, dass ich für 10Euro beide Hamster mitnehmen kann. Kaum eine Minute später stand die Frau mit zwei Minikäfigen vor mir. Ich schnappte mir die armen Tierchen und machte mich so schnell wie möglich aus dem Staub.

Da hatte ich also zwei süße Fellnasen, die ich übrigens Max und Nele getauft habe. In beiden Käfigen war ein Plastikhaus. Für mehr wäre ja auch kein Platz drin gewesen... Die Gitterstäbe waren ganz abgekaut. Was hätten die beiden denn auch die ganze Nacht, in der sie normalerweise rumtoben und rumrennen müssten, tun sollen?! Bei Max war ein kleines Plastikrad drin, in das er kaum reinpasste und das sich auch kaum drehte. Nele hatte nicht mal das. War dem Kind wohl zu laut nachts.

Anfangs wollten wir sie weitervermitteln, aber mein Freund verliebte sich in Nele bis über beide Ohren und auch Max wollten wir einen schönen Lebensabend in hamstererfahrenen Händen ermöglichen. So blieben sie bei uns und bekamen einen Eigenbau von 140x50cm. Dazu artgerechte Klettermöglichkeiten aus Holz, Heunester und natürlich große Laufräder, in denen die Zwei ihre Rücken nicht krummlaufen. Täglich gibt es Frischfutter und endlich können sie den ganzen Tag durchschlafen und werden nicht von kleinen Kinderhänden zum spielen aufgefordert.

Ihr neues Hamsterparadies
Gehege

Es grüßen Max und Nele, die zwei Glückshamster

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Eine Geschichte von Alina Roth aus Bruchsal (keine Elfe, aber ein Engel für Hamster)


Diese Hamster haben Glück im Unglück gehabt, sie haben einen neuen Futtergeber gefunden der sie nicht wieder kurz vor Weihnachten entsorgt, damit Platz für das nächste Spielzeug ist, oder kurz nach den Feiertagen, weil er sie schon über hat. Aber unzählige kleine Weihnachtsgeschenke haben es nicht so gut. Sie vegetieren Jahrelang ungeliebt in Zimmerecken, in Abstellkammern, in Kellern, in Garagen oder im Garten in kleinen verdreckten Gehegen vor sich hin. Oft krank und voller Parasiten. Nicht selten gehen diese Tiere dann durch unzählige Hände, werden immer weiter verschenkt und müssen als lebendiges Spielzeug viel über sich ergehen lassen oder landen einfach auf dem Müll - um Platz für das nächste Spielzeug zu machen. Muten Sie keinem Tier so eine Zukunft zu - informieren Sie sich genau über die Bedürfnisse der kleinen Wesen und verschenken Sie zu Weihnachten lieber nur einen Gutschein, ein Buch und ein Stofftier.