Tiergerechte Lemmingernährung

In der Heimtierhaltung hat sich der graue Steppenlemming etabliert, deshalb gehen wir auf dieser HP ausschließlich auf diese Art ein1

Graue Steppenlemminge fressen in freier Wildbahn im Sommer hauptsächlich frisches Grün und Wurzeln. Im Sommer legen sie Vorräte für den Winter an, die in erster Linie aus getrocknetem Grün (Kräuter, Gräser), Sämereien und, insofern sie dran kommen, auch Getreide bestehen. Ein wenig tierische Nahrung in Form von Maden, Raupen und Würmern gehört ebenfalls zum Speiseplan. In der Heimtierhaltung bekommen Lemminge also in erster Linie täglich mindestens eine Portion Grünfutter und Gemüse, täglich eine Trockenkräutermischung und dazu einen Löffel Kleinsämereien und getrocknetes Gemüse, sowie ein wenig tierisches Eiweis als Grundfutter.

Neueste Erkenntnisse zum Thema Lemmingfutter, welche auf aktuellen Forschungen in dem natürlichem Habitat der Lemminge basieren, finden Sie auch hier: Expedition Lemmingfutter

Anhand der Erkenntnisse dieser Forschungen wurde ein speziell auf die Bedürfnisse von Lemmingen abgestimmtes Futter entwickelt. Dieses Futter gibt es als Junjor und Senior Futter, somit ist es auf die Bedürfnisse von Lemmingen jeden Alters genau abgestimmt: ZooDi® Lagurus Lemmingfutter

Trockenfutter / Grundfutter

Als Grundfutter sollte eine Mischung aus höchstens 50 % Kleinsämereien und Getreide, sowie Trockengemüse und vor allem Kräutern gereicht werden.
Als Basis für eine Eigenmischung kann ein hochwertiges Zwerghamster- oder Rennmausfutter genommen werden. Das Futter sollte keimfähige Samen und Getreide enthalten. Zum Testen, ob das Futter noch keimt, streuen Sie es auf ein feuchtes Stück Küchenpapier, halten Sie es feucht und sehen Sie ob sich Keimlinge entwickeln. Die Keime dürfen mit verfüttert werden.

Pro Lemming und Tag sollten den Tieren ein gut gefüllter Teelöffel Futter angeboten werden. Wird dieser innerhalb weniger Stunden weggeputzt, dann geben Sie langsam mehr Futter. Bleibt viel Futter übrig, dann reduzieren Sie die Futtermenge. Grundsätzlich muss aber immer Futter, vor allem Kräuter, Heu und Grünfutter vorhanden sein, Lemminge nehmen rund um die Uhr Futter zu sich und stehen auch Tagsüber für die Futteraufnahme auf!

Trockenfutter sollte nicht länger als 4 Monate gelagert werden. Bei zu langer Lagerung gehen Vitamine verloren und fetthaltige Bestandteile werden ranzig. Ideal zum Aufbewahren von Futtermitteln sind Blechdosen/Keksdosen, ebenfalls mit Papier ausgeschlagene, dickwandige Pappschachteln oder Holzschachteln. Weniger gut geeignet sind die beliebten Plastikbehälter mit fest verschließbarem Deckel oder Plastiktüten. Aus ihnen kann keine Restfeuchte entweichen und so kommt es zu Schimmelbildung. Tüten aus verschiedenen Materialien oder dünne Pappschachteln eignen sich zur Aufbewahrung nicht, sie bieten Parasiten keinen ausreichenden Wiederstand und so kommt es in Tüten häufiger zu einem Befall mit Mottenlarven und Milben.

Folgende Bestandteile sollte ein gutes Futter enthalten:

Kleinsämereien: verschiedene Grassamen (z.B. Kammgras, Rohrschwingel, Knaulgras, Weidelgras, nur ungedüngte Ware aus Deutschland verwenden! Sie bekomen diese Samen z.B. bei Samenkiste) sollten den größten Teil der Futtermischung ausmachen, dazu kommen Kräutersamen wie z. B. Löwenzahn und Fenchel und weitere Kleinsämereien/Ölsamen die wegen ihres extrem hohen Fettanteils nur eine geringen Anteil an der Samenmischung ausmachen sollten wie Negersaat, Kardi, Perilla, Leinsaat, Hanf, Mohn, Sesam. Diese Kleinsämereien können sie als Wellensittichfutter fertig gemischt im Zoofachhandel bekommen, nur die Grassamen müssten Sie dann noch selber beimischen.

Getreide: Haferflocken, -körner- ripsen, Weizenkörner - und Weizenflocken (in geringen Mengen und aus Bioanbau), Gerste, Roggen, Emmerweizen, Kolbenhirse, Buchweizen, grüner Hafer.

Trockengemüse, Früchte: getrocknetes Gemüse erweitert den Speiseplan, z. B. rote Beete, Möhren, Sellerie, Fenchel, Kohlrabi (diese Gemüsesorten können sie fertig getrocknet kaufen, oder im Umluftofen selber trocknen).

Getrocknete Kräuter diese sollten im Futter enthalten sein um den Mineralhaushalt zu regulieren. Gegeben werden können: Brennnesselkraut, Brombeerblätter, Dill, Gänseblümchen, Grüner Hafer, Haselnussblätter, Hirtentäschelkraut, Kamille, Kornblumenblüten Löwenzahnwurzel mit Kraut, Melisse, Petersilie, Pfefferminzblätter, Ringelblumenblüten, Sauerampferkraut, Schafgarbe, Sonnenblumenblüten, Spitzwegerrichkraut, Vogelmiere. Diese Kräuter bekommen Sie z. B. in der Apotheke oder günstiger hier: Hasenhaus im Odenwald, Kräuter Kate, das Scheunenlaedchen.

Nüsse/Kerne: Nüsse und Kerne sollten nur sehr selten verfüttert werden, da sie sehr fetthaltig sind, ein viertel Nuss oder ein Kern einmal die Woche. Gegeben werden können: Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Pinienkerne, Haselnüsse, Macadamia, Walnüsse, Pecannüsse, Kürbiskerne. Verfüttern Sie keine Mandeln - diese enthalten Blausäure und sind von daher eher ungeeignet!

Weitere Bestandteile: Diese Bestandteile können das Futter interessanter machen, aber nur in geringen Mengen: Maiskörner, Reisflocken, Erbsenflocken, Johannisbrot, ungezuckerte Corn Flakes, ungezuckertes Früchtemüsli, rohe Nudeln.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Trockenfutterbestandteilen und Besonderheiten finden Sie hier: Trockenfutterliste.

Heu: Natürlich kann und soll auch immer frisches Blüten- oder Kräuterheu im Käfig sein, sei es zum Nestbau, zum darin rumwühlen oder auch zum Verzehr. Informationen zum Thema Heu sind hier zu finden: Allerlei Heu.

Rezept für ausgewogenes Lemmingfutter

Als Basisfutter kann man 300 g handelsübliches Rennmaus- oder Hamsterfutter nehmen. Es sollten wenig bis keine Nüsse im Futter sein und Erdnüsse sollte man bei allen Futtersorten heraussuchen, da sie oft Schimmelsporen enthalten. Grundsätzlich sollten keine Pellets und keine aufgepoppten und eingefärbten Bestandteile im Futter zu finden sein. Gute Erfahrung wurde mit dieser Futtermischung gemacht: Futterkonzept - Rennmaus Spezial.

Es ist aber ebenso möglich, ganz ohne Basisfutter ein hochwertiges Trockenfutter zu mischen:

200 g Vogelfutter (Wellensittichfutter)
200 g Kleinsämereienmischung (Gras- und Kräutersamen)
400 g Trockenkräutermischung
200 g Trockengemüsemischung (z. B. Möhren, Pastinaken, rote Beete, Erbsenflocken)
  50 g Getreideflocken oder 6 Korn Getreidemischung
  50 g Nüsse, Kerne, Johannisbrot
  50 g getrocknete Mehlwürmer oder anderes Eiweisfutter

Erlebnissfutter

Eine Kolbenhirse darf gern als Beschäftigungsfutter angeboten werden. Mitunter wird sie allerdings in einer Nacht zerlegt und gebunkert - dann müssen die Lemminge etwa eine Woche warten, bis sie die nächste Kolbenhirse bekommen.

Das Trockenfutter braucht man nicht in den Fressnapf zu geben. Verstecken und verstreuen Sie das Futter im ganzen Gehege. Wir verstecken das Trockenfutter in Heubergen, Eierkartons (wo wir es zusätzlich in Taschentüchern verstecken), in Röhren, im Labyrinth, usw.

Nur Frischfutter kommt gelegentlich in den Fressnapf. Allerdings kann man auch das Frischfutter ein wenig verstecken. Hängen Sie es an die Decke oder verstecken Sie es in einem Taschentuch, zerknülltem Papier, einem Pappkästchen oder einer Pappröhre.

Ebenfalls sehr beliebt sind kleine Graswiesen. Dazu nehmen Sie einen Blumentopf oder eine Keramikpflanzschale und füllen diese mit ungedüngtem Torf. Dort hinein können Sie dann verschiedenes aussähen, beliebt sind Mischungen aus Weizen, Gerste, Hafer, Gras,mit einem kleinen Anteil Kräuter wie Dill und Petersilie. Wenn das Grün ca. 10 cm hoch steht, können Sie den Lemmingen diese "kleinen Wiesen" zum fressen und auseinander nehmen in den Käfig stellen. Gewöhnen Sie ihn vorher langsam an das ungewohnte Grün.

Grünfutter

Ein Hauptbestandteil der Lemmingernährung ist frisches Grünfutter. Täglich sollen die Tiere eine kleine Auswahl frisches Grünfutter bekommen. Unter Grünfutter werden alle grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Gemeint sind vor allem Kräuter wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze. Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum. Blumen (mit Blüten) wie Sonnenblumen, Ringelblumen. Blätter verschiedener Bäume und Sträucher wie Haselnuss, Linde, Apfel, Johannisbeere. Kraut und Blätter von Kulturpflanzen wie Möhrenkraut, Fenchelgrün, Kohlrabiblätter, etc..

Wer im Sommer die Möglichkeit hat, sollte täglich frisch gepflücktes Grünfutter anbieten. Nach langsamer Gewöhnung kann gemischtes Grünfutter zur freien Aufnahme angeboten werden. Im Winter sollte auf jeden Fall ein Blumenkasten mit frischem Grün auf der Fensterbank eines guten Lemminghalters zu finden sein, damit die Tiere auch dann nicht auf frisches Grün verzichten müssen. Zusätzlich wird dann auch eine Trockenkräutermischung angeboten.

Besonders beliebt sind bei Lemmingen auch Blätter von verschiedenen Bäumen, Es sollte allerdings kein abgefallenes Laub verfüttert werden, da dieses oft schon kurze Zeit nachdem es am Boden liegt Schimmelt und Pilzsporen enthält. Pflücken Sie frische Blätter und Sammeln Sie im Herbst das Laub direkt vom Baum, dieses können Sie frisch und gut durchgetrocknet anbieten. Frisches Moos darf auch angeboten werden.

Auch Stadtmenschen ohne Naturanbindung können so einiges an Grünfutter im Supermarkt finden, aber bitte nicht die matschigen Reste aus der Grünfuttertonne verfüttern, unsere Lemminge sind keine Abfalleimer. Achten Sie auch bei Kohlrabiblättern, Möhrengrün und anderen Grünpflanzen aus dem Supermarkt darauf, dass sie frisch und sauber sind.

Pflücken und verfüttern Sie nur Pflanzen, die Sie als ungiftig für Lemminge kennen. Pflanzen die uns harmlos erscheinen, können für Lemminge giftig sein!

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Grünfuttersorten und Besonderheiten finden Sie hier:
Frischfutterliste.

Was beim Pflücken von Grünfutter zu beachten ist, können Sie hier nachlesen:
Eine kleine Graserei

Eine spezielle Liste mit Futterpflanzen und Giftpflanzen auf der Wiese und im Garten finden Sie hier:
Futterpflanzen auf der Wiese

Wer sich nicht sicher ist, ob Kräuter ein sinnvolles Futtermittel dar stellen, sollte hier weiter lesen:
Die Kräuter-Gerüchteküche

Gemüse/Obst

Zusätzlich zum Grünfutter erhalten Lemminge täglich frisches Gemüse. Zwei bis Drei Gemüsesorten pro Mahlzeit wären sinnvoll. Geeignet sind vor allem Knollen- und Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzel, Petersilienwurzel. Eher selten sollten Blattgemüse (Salat) auf dem Speiseplan stehen. Obst gilt als Leckerchen und könnte in großen Mengen einen dauerhaft zu hohen Blutzuckerspiegel begünstigen. Fingernagel große Stücke, nicht öfter als 2 - 3 x die Woche sind hingegen eine absolut gesunde und unbedenkliche Leckerei. Der Blutzuckerspiegel steigt nach der Gabe eines kleinen Stückchen Obst nicht stärker an, als nach einem großen Stück Möhre und er fällt bei gesunden und aktiven Lemmingen ebenso schnell wieder ab, da der Fruchtzucker als Energielieferant schnell abgebaut wird.

Manche Lemminge tragen leider auch ihr Frischfutter ins Nest - vor allem Möhrenstückchen. Da dies natürlich unhygienisch ist und kein Halter gern ständig das Nest der Tiere ausräumen möchte, können Sie Frischfutter auf einem Futterspieß anbieten, passende Metallspieße bekommen Sie im Zoofachgeschäft.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Gemüse- und Obstsorten und Besonderheiten finden Sie hier:
Gemüseliste.

Folgende Pflanzen sind für Lemminge eher unverträglich:

Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen), Kartoffeln (enthält sehr viel schlecht verdauliche Stärke im Rohzustand, grüne Stellen, Triebe und Grün sind giftig), Klee, die meisten Kohlarten, wie z. B. Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Papaya, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Zwiebelgewächse wie Schnittlauch, Porree, Knoblauch und Zwiebeln. Obst sollte ebenfalls nicht oder nur sehr selten angeboten werden, da Lemminge zu Diabetis neigen.

Giftig sind unter Anderem folgende Pflanzen:

Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüßer Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Efeu, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse (alle), Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch.

Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie erst Ihren Tierarzt oder uns, eine Liste mit Giftpflanzen finden Sie auch hier: Giftpflanzendatenbank Uni Zürich.

Tierische Nahrung

Lemminge sind keine reinen Vegetarier, sie möchten hin und wieder auch etwas tierische Nahrung auf ihrem Speisezettel finden, das schmeckt nicht nur gut, sondern beugt auch Mangelerscheinungen vor. Allerdings reicht eine Eiweißmahlzeit die Woche aus. Lebendfutter:
Beim Lebendfutter ist darauf zu achten, dass es unverzüglich verzehrt wird, von daher sollten Mehlwürmer und Co nur von Hand verfüttert werden.

Mehlwürmer/Zophobas: zwei Würmchen pro Woche können Sie den Lemmingen anbieten. Wie Mehlwürmer unter zu bringen sind und was man sonst über sie wissen muss, können Sie hier nachlesen: Mehlwürmer

Füttern Sie Mehlwürmer und Zophobas nur aus der Hand , damit sie keine Chance haben evtl. im Lemminggehege zu überleben und neue Populationen zu gründen, das wäre sicher nicht in Ihrem Sinne.

Wer sich vor diesem Lebendfutter ekelt, kann auch Ersatzweise andere tierische Nahrung reichen:

Verarbeitete Milch in Form verschiedener Milchprodukte wie Magerquark, Hüttenkäseund auch Magermilchjoghurt können in geringen Mengen gereicht werden. Ein gestr. Teelöffel pro Woche, zu viel davon führt zu Durchfall. Milch in reiner Form darf nicht angeboten werden, Lemminge haben eine Lactose-Intoleranz, Milchzucker führt zu Durchfall.

Katzenleckerchen (ohne extra zugesetztes Taurin) oder Hundekuchen/Hundemüslie sind ebenfalls geeignet.

Eine ausführliche Liste mit allen geeigneten Eiweisfuttersorten und Besonderheiten finden Sie hier:
Eiweisfutterliste.

Zweige / Blätter

Damit die Lemminge ihre Schneidezähne gut abnutzen können, sollten ihnen frische Zweige zum Benagen angeboten werden. Die Blätter der Zweige sollten als Nahrung ebenfalls an den Zweigen bleiben.

Welche Zweige und Blätter geeignet sind und was zu bachten ist können Sie auch nochmal hier nachlesen
Frischfutterliste.

Altes, hartes Brot ist ungesund. Brot enthält zu viel schwer verdauliche Stärke und oft auch Konservierungsstoffe, Backtriebmittel und Salz, somit ist es für Lemminge eher schwer verdaulich. Außerdem finden sich auf altem Brot oft Schimmelsporen. Brot sorgt bei übermäßiger Fütterung für Übergewicht. Es sollte deshalb eher nicht verfüttert werden.

Wasser:

Lemminge sollten grundsätzlich einen Wassernapf oder eine Wasserflasche im Gehege haben. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Achten Sie auf eine weiche Wasserqualität. Oft decken die Tiere ihren Wasserbedarf über das gereichte Frischfutter. Aber bei einem Wetterumschwung, bei trockener Heizungsluft oder auch bei einer beginnenden Infektion ist es lebensnotwendig, dass Lemminge unverzüglich Zugang zum Wasser haben, ein Wassermangel könnte dann sehr schnell zur Austrocknung der Tiere führen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier: Welches Wasser für Kleintiere?

Sonstiges

Salzlecksteine sind überflüssig bis ungünstig. Ein gesund ernährtes Tier bekommt seine Salze und Mineralien über das Futter (Kräuter!), es benötigt keine billigen Kochsalze. Salzlecksteine sind sogar mitunter gefährlich, wenn ein Tier zu viel dran leckt oder sie sogar annagt kann es zu einer Natriumchloridüberversorgung kommen, eine Folge wären starke Nierenprobleme, sollte ein Stein ganz verzehrt werden, kann es schlimmstenfalls zu Nierenversagen und somit zum Tod des Tieres führen. Salzlecksteine die mit Mineralien und anderen Spurenelementen versetzt sind, können zu einer Nitratüberversorgung führen. Sollten die Tiere nur selten am Stein lecken ist dieser ungefährlich, aber benötigt wird ein Stein bei einer abwechslungsreichen Ernährung nicht.

Kalksteine bestehen zum größten Teil aus Kalzium, nagen die Tiere zu sehr daran (meist aus Langeweile), führt das zu einer zu hohen Kalziumresorption, (Kalzium/Phosphorungleichgewicht)was zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen kann. Lemminge bekommen über Kräuter und Grünfutter genug Kalzium zugeführt.

Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei artgerecht ernährten und gesunden Lemmingen nicht nötig. Eine Vitaminüberversorgung kann krank machen. Vitamintropfen die ins Wasser gegeben werden sind schlecht zu dosieren und lassen das Wasser gerade im Sommer schnell "umkippen" Bakterien können sich ausbreiten und so macht Vitaminversetztes Wasser die Tiere eher krank, als das es helfen würde sie gesund zu erhalten.

Im Krankheitsfall kann es nötig sein, dem Tier zusätzliche Vitamine oder Mineralien zuzuführen, dies sollte aber nicht ohne ausführliche Beratung durch einen Tierarzt und niemals ohne Tierärztliche Anweisung geschehen.

Snacks?

Nicht zu einer tiergerechten Ernährung gehören viele Leckerlis, die Sie im Fachhandel angeboten bekommen. Joghurtdrops, Nagergebäck, Knabberstangen und ähnliche Knabbereien enthalten zu viel Zucker, Honig, Melasse und Fett und sind von daher nicht ausgesprochen ungesund für Lemminge. Lemminge neigen angeblich zu Diabetis und sollten keinerlei Produkte, welche Zucker enthalten, bekomen.

Gesunde Leckerlis sind z.B. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Erdnüsse oder mal eine Rosine. Andere Leckerchen benötigen diese Tiere bei einer ausgewogenen Ernährung nicht. Fett und Zuckerhaltige Nahrungsmittel bereiten ihnen nicht die gleiche Freude wie einem Menschen die Tafel Schokolade - sie machen die Tiere nur krank und fett.

Hier noch ein sehr wichtiger Link, dort finden Sie ausführliche Infos zur Lemmingernährung - diese Seite sollte jeder interressierte Halter gelesen haben:
Rodent Info / Futtermittelkunde.