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Neue Kaninchen

Vor dem Kauf:

Bevor Sie sich entschließen, Kaninchen anzuschaffen, sollten Sie sich sehr genau überlegen, ob Kaninchen wirklich Ihren Vorstellungen von einem Haustier entsprechen und ob Sie den Wünschen und Bedürfnissen von Kaninchen gerecht werden können.

Vorab ein wenig zum schmunzeln, nachdenken und auch um sich darüber klar zu werden, was Kaninchenhaltung wirklich bedeutet - Erfahrungsberichte:
Nur Kaninchen / wer zu Anfang spart gibt später mehr Geld aus.
Aus zwei Weibchen in einem Gehege wurde eine Vierergruppe und ein Kaninchenzimmer.
bunny-in / ... und manchmal ist alles für die Katz
Wenn "woher nehmen" Tipps ignoriert werden.

Hier finden Sie noch mehr Erfahrungsberichte zu verschiedenen Themen der Kaninchenhaltung:
Erfahrungsberichte von Kaninchenhaltern

Kaninchen im Überblick:

  • Kaninchen können bis zu 10 Jahre alt werden, so lange müssen Sie die Versorgung der Tiere gewährleisten können.

  • Kaninchen fühlen sich nur mit Artgenossen richtig wohl, deshalb dürfen sie nicht allein gehalten werden. Sind Partner verstorben, müssen allein verbliebenen Tiere neu Vergesellschaftet werden.

  • Kaninchen benötigen bei vorbildlicher Haltung ein Gehege von mindestens 2 m² pro Tier.

  • Kaninchen werden nicht immer stubenrein. Sie müssen aber trotzdem regelmäßig Auslauf bekommen.

  • Beim Auslauf könnten Möbel, Teppiche, Fußleisten und andere Einrichtungsgegenstände angenagt und beschmutzt werden.

  • Die Umgebung des Kaninchengeheges ist meist mit Heu und Streu verschmutzt. Im Sommer kann das Gehege bei heißen Temperaturen, auch wenn es häufig gereinigt wird, ein wenig streng "riechen".

  • Kaninchen legen Wert auf Sauberkeit, das Gehege muss mindestens einmal die Woche gründlich gereinigt werden.

  • Kaninchen müssen täglich mehrmals gefüttert werden. Auch bei hohen Gemüsepreisen im Winter benötigen die Tiere täglich Gemüse und Grünfutter, sowie natürlich Heu als Grundnahrungsmittel.

  • Kaninchen lassen sich nicht immer gern kuscheln und streicheln. Manche Kaninchen werden zwar Streichelzahm, aber es gibt immer wieder Kaninchen, die sich nicht gern anfassen lassen, das muss der Halter dann respektieren können. Manche Kaninchen sind sogar bissig und wenn dem Kaninchen gerade was nicht in den Kram passt, kann es durchaus zubeißen oder seinen Halter kratzen.

  • Kaninchen sind nicht immer ruhig. Sie sind sie oft zu hören. Wenn sie Angst haben oder sich langweilen, dann trommeln sie mit den Hinterläufen. Wenn Sie sich langweilen nagen sie am Gitter, sie schmeißen mit ihren Futterschalen herum und poltern laut durch ihr Gehege.

  • Kaninchen können auch ganzjährig in Außenhaltung gehalten werden, allerdings müssen sie auch dort bei jedem Wetter täglich mehrmals versorgt werden.

Was muss der gute Kaninchenhalter vor der Anschaffung noch bedenken?

  • Sind alle Mitglieder der Familie/des Hausstandes mit den neuen Hausgenossen einverstanden und bereit, sich ggf. um die Tiere zu kümmern?

  • Liegen evtl. Allergien vor? Vor der Anschaffung sollte jedes Familienmitglied einen Allergietest machen, zu Testen sind Allergien auf Kaninchen, Heu und Staub.

  • Wohin mit den Kaninchen im Urlaub? Nicht immer finden sich nette Nachbarn und zuverlässige Pfleger. Die Unterbringung in einer professionellen Pension für Kleintiere kostet im Schnitt zwischen 2 - 5 Euro pro Tier und Tag.

  • Kranke Kaninchen müssen vom Tierarzt behandelt werden, die Tierarztkosten können 100 Euro schnell übersteigen. Ein Geldpolster für die Tiere muss also immer vorhanden sein.

Kaninchen und Kinder?

Wenn Tiere angeschafft werden, muss klar sein, dass die Verantwortung für so ein Tier immer in den Händen Erwachsener liegen muss. Jedes Tier bedeutet eine große Verantwortung, egal wie klein es auch sein mag. Leider ist das vielen Erwachsenen nicht bewußt und so werden kleine Lebewesen oft als Spielzeug und Kuscheltier gekauft - davon möchten wir dringend abraten! Kaufen Sie kein Kaninchen nur zum Spielen für Ihre Kinder, sie sind kein Kinderspielzeug. Kaninchen sind zwar neugierig, aber lassen sich schwer erziehen. Sie möchten nicht hochgenommen und gestreichelt werden. Streicheleinheiten genießen sie meist lieber auf dem Boden. Sie sind auch nicht immer zum Spielen aufgelegt und ein Kaninchen, dass geärgert oder vom Kind zu starkt bedrängt wird wird sich wehren. Kaninchen können durchaus beißen und kratzen und Kinder verletzen.

Kleine Kinder bis 3 Jahre sollten die Kaninchen anschauen dürfen. Kontakt zu den Tieren sollten Sie nur haben, wenn ein Elternteil dabei ist. Üben Sie den Umgang mit den Kaninchen anhand von Plüschtieren. Ein Kind in dem Alter betrachtet ein Tier nicht als fühlendes Lebewesen. Es könnte die Kaninchen zu hart anfassen und Verletzten. Natürlicherweise hat so ein kleines Kind den Wunsch, mit dem Kaninchen zu spielen, aber ihm fehlt die nötige Feinmotorik um das Tier richtig anzufassen. Sorgen Sie dafür, dass Kleinkinder sich keinen Zugang zum Gehege verschaffen können!

Bis zum achten Lebensjahr sollten die Kinder ebenfalls beim Kontakt mit den Kaninchen ein Elternteil dabei haben. Kinder in dem Alter können bei der Versorgung der Tiere helfen, sollten aber nicht allein mit den Kaninchen spielen dürfen.

Je nach Entwicklung und Charakter des Kindes können Kinder ab 8 - 10 Jahren relativ selbstständig ihre Kaninchen versorgen - selbstverständlich ist es die Aufgabe der Eltern, die Versorgung zu überwachen und zu leiten.

Bringen Sie Ihren Kindern bei, dass auf die Gefühle und Bedürfnisse eines so kleinen Wesens Rücksicht genommen werden muss. Erwarten Sie aber nicht zu viel von den Kindern, die Versorgung eines Lebewesens ist für Kinder nicht leicht und selbst Erwachsene tun sich damit mitunter schwer. Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind immer an seine Haustiere denkt - Kinder haben viele Dinge im Kopf und erleben viel, da geht das geliebte Haustier schon mal unter. Schimpfen und Drohungen bringen die Tierliebe und den Gedanken an die Haustiere dann nicht zurück! Wenn das Kind seine Kaninchen vergisst, müßen sich selbstverständlich die Eltern um die Tiere kümmern!

Kaninchen gehören nicht ins Kinderzimmer!

Kaninchen sind munter, wenn Kinder schlafen sollten. Mit ihren Geräuschen könnten sie den Schlaf des Kindes stören. Selbst wenn die Kinder bei dem Lärm schlafen können - unterbewußt könnte der Lärm trotzdem dem Kind schaden. Tierkäfige und deren Umgebung sind durch die verwendete Einstreu oft sehr staubig und ein Gehege in Bettnähe wäre deshalb ungesund.

Anschaffungs- und Pflegekosten

Die folgende Tabelle enthält eine grobe Aufstellung über die Kosten für 2 Kaninchen
Anschaffungskosten:
Ratgeber: Sehr empfehlenswert ist es, bereits vor der Anschaffung einen Ratgeber zur Kaninchenhaltung zu lesen. Diese Bücher geben Tipps zur Anschaffung und Haltung, sind aber auch hilfreiche Nachschlagewerke, falls die Kaninchen einmal krank werden. ab ca. 8 Euro
Gehege Kaninchengehege sind sehr kostspielig und die Kosten variieren dort sehr stark, je nach Größe und Ausstattung.
Wohnungsgehege Großer Kaufkäfig + Gitterelemente oder Eigenbau ca. 150 Euro
Außengehege Großer Eigenbau, Schutzhütte + Auslauf ca. 250 Euro
Gehegeeinrichtung Etagen, Häuser, Korkröhren etc.ab ca. 30 Euro
Futternäpfe (für Frischfutter.), Nagertränke oder Wassernapf, Heuraufen. 15 Euro
Zwei Kaninchen
Ein Pärchen aus dem Tierschutz, Rammler kastriertab ca. 50 Euro
Ein Pärchen vom Züchter oder aus dem Zooladen, Rammler nicht kastriertab ca. 20 Euro + ca. 40 - 80 Euro Kastrationskosten
Anschaffungskosten insgesamtab ca. 260 Euro
Regelmäßige Kosten pro Monat:
Futter (Heu, Grünfutter, Gemüse, Fettfutter etc.):ca. 40 Euro
Einstreu (Streu, Stroh) ca. 12 Euro
Monatliche Kosten insgesamtca. 52 Euro
Unregelmäßige Kosten:
Impfungen gegen RHD und Myxomatose 2 x im Jahr, Kosten pro Impfungca. 8 Euro
Auch bei vorbildlicher Haltung können Kaninchen krank werden, dann kann der Tierarztbesuch die Anschaffungskosten für die Kaninchen weit übersteigen. Für tierärztliche Notfälle sollte ein Geldpolster von ca. 200 Euro bereitgehalten werden.

Geschlecht und Gruppengröße

Wenn Sie sich für Kaninchen als Haustiere entschieden haben, müssen Sie erst einmal die Frage klären wie viele Tiere Sie aufnehmen wollen. Wir raten Anfängern dazu, sich erst einmal nur zwei Kaninchen anzuschaffen. Optimal ist die Haltung von einem kastriertem Rammler und einem Weibchen. Solche Paare sind meist sehr harmonisch. Weibchen vertragen sich nach der Geschlechtsreife meist nicht mehr und werden ab dem 6. - 8. Lebensmonat aggressiv gegen über anderen Kaninchenweibchen. Das gilt auch für Mütter und Töchter oder Geschwister, auch wenn die Jungtiere sich augenscheinlich gut verstehen, fangen sie meist als erwachsene Tiere an, Ränge auszufechten. Rammler können unkastriert nicht zusammen gehalten werden. Werden die Rammler frühkastriert, ist eine Gruppenhaltung möglich, allerdings kann es auch hier passieren, dass sich die Tiere irgendwann nicht mehr vertragen und getrennt werden müssen. Mit einer Paarhaltung sind Sie also auf der "sicheren Seite". Größere Gruppen sind mitunter nicht ganz unproblematisch. Wir raten davon ab, zu einem bestehenden Pärchen ein weiteres Weibchen dazu zu gesellen, das geht nur selten gut. Grundsätzlich sind aber größere Gruppen möglich. Es gibt auch durchaus reine Weibchen oder Rammlergruppen, die sich gut vertragen, aber diese sind eher selten. Sie müssen beim Zusammenführen größerer Gruppen immer damit rechnen, dass sich die Tiere nicht vertragen und Sie diese in Kleingruppen auftrennen müssen.

Mehr Informationen zur Gruppenhaltung von Kaninchen bekommen Sie hier:
Soziale Kaninchen - welche Kombination passt?
Kaninchen vergesellschaften

Beachten Sie Folgendes beim Kauf neuer Kaninchen:

Fragen Sie im Tierheim nach Kaninchen, oft warten dort liebe Tiere auf ein neues Zuhause. Die Tiere in Tierheimen sind nur in Ausnahmefällen krank oder alt. Babys von ungewollten Schwangerschaften und Rassetiere bekommen Sie ebenfalls im Tierheim! Für gewöhnlich sind die Rammler im Tierheim schon kastriert und Paare zusammengeführt, also ersparen Sie sich die aufregende und teure Kastration, wenn Sie sich für Tierheimtiere entscheiden. Bei erwachsenen Tieren sehen Sie auch von Anfang an, wie groß die Tiere sind und der Charakter der Tiere ist weitgehend bekannt und gefestigt. Werden Sie im Tierheim nicht fündig, schauen Sie auf den Internetseiten verschiedener Kaninchenvermittlungsstellen im Internet nach, eine Auswahl entsprechender Links finden Sie hier.

Möchten Sie eine bestimmte Rasse, dann können Sie sich an einen Züchter wenden. Gute Züchter beraten Sie gerne und züchten nur wenige Rassen. Bei einem gutem Züchter leben die Kaninchen in großen Gehegen und haben viel Bewegung oder Auslauf. Die Kaninchen sitzen nicht einzeln sondern haben Kontakt zu Artgenossen. Sie sind entweder kastriert oder erwachsene Tiere sind nach Geschlechtern getrennt. Die Gehege sind sauber, die Kaninchen haben gefüllte Heuraufen im Gehege, saubere Wasserflaschen/oder Wassernäpfe und bekommen Grünfutter und wenig Mastfutter. Selbstverständlich wird ein vorbildlicher Züchter die Jungen erst mit 8 - 10 Wochen abgeben, es werden nur gesunde Tiere angeboten und schwangere Kaninchen werden nicht verkauf. Bedauerlicherweise sind solche Züchter selten zu finden. Bei den meisten Züchtern leben Kaninchen einzeln in kleinen Boxen und werden mit preiswertem Fertigfutter ernährt. Unterstützen Sie solche Züchter nicht! Falls Sie einen vorbildlichen Züchter kennen, dann teilen Sie uns bitte die Anschrift mit, damit wir ihn in unsere interne Vermittlungsliste aufnehmen.

Wir raten vom Kauf in einem Zoofachgeschäft ab. Einen ausführlichen Infotext zu diesem Thema finden Sie hier: Kaufen Sie keine Tiere in Zooläden!

Kaufen Sie keine kranken Tiere frei! Auf den ersten Blick mag dieser Rat grausam erscheinen - sollte man wirklich ein krankes Tier seinem Schicksal überlassen? Sicher ist das für dieses Tier ein schlimmes Schicksal - aber wenn Sie kranke Tiere frei kaufen, unterstützen Sie damit den Produzenten dieser kranken Tiere - er verdient also Geld und wird also weiter produzieren und es weiteres Tierelend geben! Für jedes bedauernswerte Tier aus dem Zooladen, das Sie freikaufen, wird ein neues Tier folgen!

Kaufen Sie kein Tier, das jünger als 10 Wochen ist! Diese Winzlinge sind zwar besonders niedlich, aber sie brauchen dringend noch ihre Mutter. Kaninchenjunge werden zwar häufig ab der vierten Lebenswoche nicht mehr gesäugt, benötigen aber zum Erlernen des Sozialverhaltens Mutter und Geschwister, je früher sie von allen erwachsenen Tieren getrennt werden, umso unsozialer bleiben Sie. Außerdem nehmen sie in den ersten Wochen den Blinddarmkot der Mutter auf um ihre eigene Darmflora aufzubauen. Ein Umzug der Jungtiere vor der zehnten Lebenswoche ist meist auch mit großem Stress für die Jungtiere verbunden, den nicht alle Jungtiere verkraften.

Untersuchen Sie die Kaninchen genau: eine Anleitung dafür finden Sie im Kaninchen TÜV und nehmen Sie nur gesunde Kaninchen mit nach Hause. Was Sie beim Transport der Kaninchen beachten müssen, können Sie hier nachlesen: Kaninchen richtig transportieren. Zuhause sollte das bereits fertig eingerichtete Gehege auf die neuen Hausgenossen warten. Auch wenn der Verkäufer, die Notaufnahme oder die Mitarbeiter im Tierheim das Geschlecht der Tiere mitgeteilt hat, lassen Sie es sich von einem Tierarzt noch einmal bestätigen. Lassen Sie ebenfalls überprüfen, ob Rammler wirklich kastriert sind!

Nehmen Sie das gewohnte Trockenfutter der Kaninchen mit und stellen Sie nur sehr langsam auf die von Ihnen bevorzugte Futtersorte oder die gesündere, trockenfutterfreie Ernährung um, da es sonst zu schweren Verdauungsstörungen kommen kann. Lassen Sie sich auch unbedingt sagen, an welche Frischfuttersorten die Kaninchen gewöhnt sind und welche sie gern mögen und geben Sie nur langsam und in kleinen Mengen andere Sorten! Mehr Infos dazu finden Sie hier: Futterumstellung bei Kaninchen.

Eingewöhnung

Am ersten Tag sollten Sie den Tieren etwas Ruhe gönnen. Wenn die Kaninchen schon munter ihr Gehege erkunden und angefangen haben zu fressen, können Sie sich mit den Tieren unterhalten, damit sie Ihre Stimme kennen lernen. Greifen Sie nicht unvermittelt oder von oben nach den Tieren und vermeiden Sie laute Geräusche. Setzen Sie sich vor den geöffneten Käfig in den Auslauf und halten Sie Ihre Hand hin, damit die Kaninchen Ihren Geruch kennen lernen oder setzen Sie sich direkt in das Gehege. Bleiben Sie ganz ruhig und locken Sie die Kaninchen mit etwas Futter (Gemüse, Grünfutter oder auch mal einer Erbsenflocke) zu sich hin. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn sie nicht sofort kommen, das braucht seine Zeit. Nur nicht ungeduldig werden, es kann Tage dauern, bis die Kaninchen herausfinden, dass Sie ungefährlich sind! Wenn Sie mögen, können Sie auch ein Lied singen, wenn Sie mit der Kontaktaufnahme beginnen, manche Kaninchen kommen schon nach kurzer Zeit angehoppelt, sobald sie "ihr" Lied hören.

Wenn die Kaninchen anfangen, Ihnen zu vertrauen, dann versuchen Sie die Kaninchen vorsichtig zu streicheln. Zu Anfang vorsichtig an den Öhrchen und an der Seite. Schubst das Kaninchen Sie weg, knurrt es oder zwickt es, hören Sie sofort auf und lassen Sie die Kaninchen in Ruhe. Manche Kaninchen lassen sich schon bald richtig streicheln, andere brauchen einige Zeit bis sie sich anfassen lassen und manche Kaninchen mögen es niemals.

Wenn die Kaninchen zutraulich geworden sind, aus der Hand fressen und vielleicht sogar schon fröhlich angehoppelt kommen, wenn Sie sich dem Gehege nähern, dann müssen sie auch langsam daran gewöhnt werden, hin und wieder hoch genommen zu werden. Das ist leider für den Kaninchen Gesundheitscheck notwendig. Üben Sie erst vorsichtig indem Sie den Tieren Ihre Hand auf den Rücken der Tiere legen. Heben Sie dann die Tiere vorsichtig auf Ihren Schoß, während Sie auf dem Boden sitzen, lassen Sie die Tiere gehen, wenn sie sich wehren. Wenn die Kaninchen sich hochnehmen lassen und Sie sich zutrauen, die Kaninchen auch gegen ihren Willen einfangen zu können, dann geben Sie Ihren Kaninchen in der Wohnung Auslauf, denn sie möchte nicht immer nur im Käfig hocken.

Einen Bericht von einem Kaninchenneuling über die aufregende, erste Zeit mit den Kaninchen finden Sie hier:
Erfahrungsbericht einer Ersthalterin von zwei Zwergkaninchen

Auslauf

Achten Sie beim ersten Auslauf darauf, dass die Kaninchen leicht in ihr Gehege zurück können, um sich zu verstecken und um selbstständig den Auslauf zu beenden. Wenn Sie den Auslauf beenden wollen, hilft es, die Tiere gleich daran zu gewöhnen, dass es nach dem Auslauf Ihr Lieblingsfutter im Gehege gibt. Viele Kaninchen hoppeln gleich freiwillig zurück, wenn der Halter mit der Futterschüssel kommt. Manche Tiere reagieren auch auf bestimmte Schlüsselworte, Lieder oder Pfeifen.

Viele Kaninchen sind von sich aus stubenrein und gehen selbst wieder in ihr Gehege zurück, wenn sie mal müssen. Sollte Ihr Kaninchen aber nicht von Anfang an stubenrein sein, dann achten Sie gut darauf, welche Stelle es für sein Geschäft bevorzugt (meist sind es Zimmerecken oder geschützte Stellen) und stellen Sie dort eine Toilette auf (eine Plastikschale mit Streu oder/und Stroh). Rammler markieren mitunter sehr stark ihre Umgebung, nach der Kastration sollte dieses Verhalten nachlassen.

Mehr Informationen zur Stubenreinheit bekommen Sie hier:
Stubenreinheit beim Kaninchen.

Gefahren beim Auslauf in der Wohnung:

  • Giftige Zimmerpflanzen - Kaninchen zerwühlen nicht nur gerne die Erde in ihren Blumentöpfen, sondern sie naschen auch leider gerne an Pflanzen, die ihnen nicht so gut bekommen.
  • Kabel - die weichen Ummantelungen der Kabel werden gerne angenagt. Um der Gefahr eines Stromschlags vorzubeugen, kann man die Kabel in Kabelkanäle einziehen oder sie werden gleich unter dem Teppich oder hoch oben verlegt, wo die Kaninchen nicht dran kommen.
  • Steckdosen - Kindersicherung einstecken.
  • Käfiggitter - Kaninchen springen gern auf Käfige. Dabei kann es passieren, dass sie darin hängen bleiben und in Panik versuchen herunter zu springen. Als Folge kann sich das Kaninchen die Gelenke brechen oder ausrenken - decken Sie Käfiggitter während des Auslaufs ab.
  • Türen öffnen, Türen schließen. Bei dem Versuch, eine Tür schnell zu schließen, damit das Kaninchen nicht mit hinausgelangt, wurden schon mehrfach Tiere eingeklemmt. Ebenso können beim Öffnen der Tür können ebenso Tiere, die sich gerade in der Nähe der Tür aufhalten, eingeklemmt werden!
  • Glatte Böden wie Parkett, PVC und Laminat sind nicht ganz ungefährlich; die Kaninchen rutschen darauf häufiger aus. Zumindest ein Teil des Auslaufs sollte daher mit Teppichen ausgelegt sein.
  • Offene Fenster verleiten dazu, aus dem Fenster zu springen. Gekippte Fenster können eine böse Falle für neugierige Kaninchen sein. Schranktüren verleiten die Tiere, in Schränke zu klettern; sie könnten dabei versehentlich eingesperrt werden.
  • Balkonbrüstungen können übersprungen werden!

Gefährdet beim Auslauf: Ihre Tapeten, Ihre Teppiche, Ihre Gardinen, Ihre Möbel, Ihre Bücher... Kurzum, lassen Sie Ihr Kaninchen niemals unbeaufsichtigt frei laufen, sie gefährden damit nicht nur das Kaninchen, sondern auch Ihr Wohnungsinventar.

Wollen Sie Ihre Kaninchen unbeaufsichtigt laufen lassen oder ihnen ein Kaninchenzimmer anbieten, dann finden Sie hier weitere Informationen dazu:
Das Kaninchenzimmer / Freilauf in der Wohnung

Richtiges Hochnehmen und Tragen

Für Kaninchen ist das Hochnehmen mit sehr viel Stress und sogar mit Todesangst verbunden. Als reine Bodenbewohner verlieren sie nicht gern den Boden unter den Pfoten. Wenn sie hochgenommen werden, glauben sie instinktiv, dass sie von einem Fressfeind (Greifvogel) gefangen wurden und sterben müssen.

Wenn Sie Ihr Kaninchen doch mal hochnehmen müssen, (Tierarztbesuch, Krankheit, Vorsorgecheck), dann sollten Sie wie folgt vorgehen:
Nähern Sie sich den Tieren langsam und sprechen Sie es mit ruhiger Stimme an. Mit der Hand über die Ohren streicheln und beruhigen. Dann fasst eine Hand vorne um die Brust und fixiert die Vorderpfoten. Bei kleineren Kaninchen können dabei beide Pfoten in eine Hand genommen werden, bei größeren Tieren ist es häufig einfacher, wenn der Mittelfinger zwischen den Pfoten auf der Brust zu liegen kommt und die Beine jeweils entweder mit Daumen und Zeigefinger oder Ring- und kleiner Finger fixiert werden. Der Griff sollte weder zu fest (das tut weh) noch zu locker (sie können sich sonst losstrampeln) sein. Beim Anheben wird dann sofort mit der anderen Hand unter das Hinterteil gefasst, um das Kaninchen abzustützen. Dabei werden wieder beide Beinchen fest gehalten. Kaninchen dürfen niemals einfach nur mit dem Griff in das Nackenfell oder an den Ohren hochgehoben werden!

Zum Tragen wird das Kaninchen auf den angewinkelten Unterarm gesetzt. Die zweite Hand bleibt am Rücken und liegt griffbereit im Nacken - es wird aber nicht ins Nackenfell gegriffen! Der Griff am Rücken dient lediglich dazu, das Kaninchen schnell festhalten zu können, wenn es plötzlich zappelt und dadurch stürzen könnte. Denn Stürze (auch aus geringer Höhe) sind sehr gefährlich und enden leider oft mit Knochenbrüchen.

Tragen Sie das Kaninchen aber nur, wenn es unbedingt nötig ist; die Tiere fühlen sich auf dem Arm und beim Hochnehmen nicht sehr wohl.

Warnhinweis: Hat der Halter eine Streptokokken Infektion, Schnupfen, eine Mandelentzündung, eine Erkältung etc. kann er das Kaninchen damit anstecken. In solchen Fällen sollten die Kaninchen nicht, oder nur mit Handschuhen angefasst und hochgehoben werden!