|
Die Wildform unserer Hauskaninchen ernährt sich in erster Linie von Gräsern, Kräutern, Blättern, Rinden und Zweigen und, wenn sie diese erreichen, ebenfalls vom Grün von Gemüsepflanzen und Pflanzenwurzeln. Auch wenn unsere Kaninchen sich optisch doch sehr von ihren wilden Verwandten unterscheiden, ihre Verdauung funktioniert immer noch fast nach dem gleichen Prinzip, zwar ist ihr Darm leicht verkürzt, aber trotzdem unterscheiden sich ihre Nahrungsbedürfnisse nicht von denen ihrer wilden Verwandten. Kaninchen haben einen dünnwandigen Magen und einen langen Darm, der keine Peristaltik aufweist. Die Verdauung von Kaninchen funktioniert nur, wenn die Kaninchen über den Tag verteilt viele Mahlzeiten zu sich nehmen. Da der Darm nur eine geringe Peristaltik aufweist, funktioniert er nur nach dem Prinzip: oben rein, unten raus. Die Zähne der Kaninchen wachsen zeitlebens und sind auf einen ständigen Zahnabrieb angewiesen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Kaninchen Anatomie.
Kaninchen sind in der Lage nahezu alle Nährstoffe die sie brauchen über eine Mischung aus frischem Gras, Grasähren, Heu und frischen sowie getrockneten Kräutern/Grünfutter zu bekommen. Vitamine synthetisieren sie in ihrem Blinddarm und nehmen diese mit dem Kot wieder auf. Sie können Vitamin C speichern.
Auf dieser Seite gehen wir ausschließlich auf die Bedürfnisse von Kaninchen, die als Heimtiere gehalten werden, ein. Wir befassen uns also in erster Linie mit Zwergkaninchen, kleinen und mittelgroßen Kaninchen.
Das gesündeste und wichtigste Nahrungsmittel für Kaninchen wäre eine schöne Kräuterwiese. Kräuter und Gras enthalten alle Nährstoffe, die Kaninchen benötigen. Die enthaltene Rohfaser hält den Darm in Schwung und beim Zermahlen der Nahrung werden die Zähne durch die Rohfaser und enthaltene Kieselsäure optimal abgenutzt. Es gibt unzählige verschiedene Grassorten und Kräuterarten, die als Futtermittel angebaut werden und sich auch auf Wildwiesen finden lassen. Nach langsamer Gewöhnung dürfen Gras und frische Kräuter zur freien Aufnahme unbegrenzt angeboten werden. Hilfreiche Infos und Tipps zum Gras- und Kräuterpflücken, ebenso zur Heuherstellung, finden Sie hier: Kleine Graserei.
Da wilde Wiesen nicht immer in ausreichender Menge und leider auch nicht jedem Stadtmenschen zur Verfügung stehen, wird zusätzlich getrocknete Wiese, also Heu gereicht. Heu hält den Darm in Schwung da es durch den hohen Rohfaseranteil in großen Mengen aufgenommen und wieder ausgeschieden wird, es nützt dem Zahnabrieb der Backenzähne wenn es zermahlen wird und es enthält, obwohl es getrocknet ist, viele Mineralien und Vitamine, darüber hinaus ist es ein gutes Beschäftigungsfutter. Heu muss immer zur freien Verfügung im Kaninchengehege vorhanden sein. Die Raufen müssen täglich geleert und neu befüllt werden, damit die Kaninchen aus dem vorhandenen Heu selektieren können. Auf keinen Fall dürfen die Kaninchen gezwungen werden, alle Bestandteile eines Heus zu fressen, denn dann würden sie auch minderwertige Bestandteile bis hin zu schädlichen Fressen. Es ist sehr wichtig, dass die Kaninchen beim Heu, genau wie auf einer Wildwiese, selektieren können und es ist völlig normal, wenn über 50 % des Heus nicht gefressen werden. Auch bei durchgehender Fütterung von frischem Gras- und Kräutern ist es sinnvoll, zusätzlich Heu anzubieten! Hochwertiges Kräuterheu enthält viele Nährstoffe, die ein Kaninchen benötigt um gesund zu bleiben. Das Heu sollte idealerweise grobe Fasern und grobe Halme aufweisen, zu weiches und feines Heu sorgt nicht für genug Zahnabrieb. Empfehlenswert ist Heu vom Pferdehof im Ballen, Heu, dass für Kühe angebaut wird, enthält andere Gräser und ist meist nicht so hochwertig und häufig auch schlecht gelagert. Ideal wäre Heu vom Reuter oder heißluftgetrocknetes Heu. Heu muss leicht grünlich sein und
aromatisch riechen. Ungeeignet ist altes, staubiges, muffiges oder gelbgraues Heu. Hat das Heu schwarze Flecken, ist es schimmelig und/oder feucht kann es schwere Krankheiten hervorrufen. Heu wird idealerweise in Jutesäcken oder auch in alten Bett- oder Kissenbezügen aus Baumwolle gelagert. So kann Restfeuchte entweichen und es kommt nicht zur Schimmelbildung. Das Heu sollte auf jeden Fall trocken und dunkel gelagert werden. Nicht geeignet ist die Lagerung in Tüten, denn dort kommt es durch die Restfeuchte eher zu Schimmelbildung.
Empfehlenswert ist Heu des ersten Schnitt, idealerweise ab Juni geerntet. Der erste Schnitt ist meist grober und enthält mehr Rohfaser und Nährstoffe als der zweite Schnitt. Wichtig sind hierbei Grasähren als Fett- und Proteinlieferant. Eine Mischung aus zweitem und ersten Schnitt ist ebenfalls günstig. In einem hochwertigem Heu sind verschiedene Grassorten sowie verschiedene Kräuter enthalten. Die Erntezeit, das Wetter, die Laberung sowie die Grassorten ist für die Qualität und den "Nährwert" vom Heu entscheidend, deshalb können für Heu nur grobe Analysewerte angegeben werden. Es enthält durchschnittlich 8 -16 % Rohprotein, 22 - 35 % Rohfaser, bis zu 3 % Kalzium und 1- 2 % Phosphor.
Heumuffel?
Wenn die Kaninchen trotz mangelnder Grünfutteraufnahme die Heuaufnahme ganz verweigern, kann das am Heu liegen! Versuchen Sie verschiedene Heumarken. Mischen Sie das Heu mit Trockenkräutern (vorzugsweise mit solchen, die das Kaninchen mag). Wenn Sie diese Mischung einige Tage in einer verschlossenen Tüte aufbewahren, nimmt das Heu den Geruch der Kräuter an und wird dann evtl. lieber gefressen. Viele Heumuffel mögen auch gern Timothy-Heu. Fast alle Kaninchen bevorzugen die Heuaufnahme vom Boden, dies entspricht ihrer natürlichen Haltung bei der Futteraufnahme. Deshalb sollte grundsätzlich immer auch Heu auf dem Boden angeboten werden, entweder in einer Schale oder in einer sauberen Ecke, selbstverständlich muss es regelmäßig erneuert werden.
Heubezugsquellen:
Heukorb, Heuandi, Hasenhaus im Odenwald, Kräuter Kate, Just 4 bun, Kleintier Heu von Nabu Wiesen.
Unter Grünfutter werden alle grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Gemeint sind vor allem Kräuter wie Löwenzahn, Kohldistel, Beifuß, Kamille, Ackerminze, auch Küchenkräuter wie Petersilie, Basilikum, ebenfalls Blumen (mit Blüten) wie Sonnenblumen, Ringelblumen, Gänseblümchen. Blätter von Bäumen und Sträuchern (Haselnuss, Birke, Apfel, Johannisbeere), sowie Kraut und Blätter von Kulturpflanzen (ungedüngt, Bio oder aus eigenem Garten, ansonsten zumindest gründlich abwaschen!) wie Möhrenkraut, Fenchelgrün, Kohlrabiblätter und natürlich verschiedene Gräser, sowie grüne Getreidehalme.
Grünfutter liefert dem Kaninchen vor allem Kohlenhydrate, Fette (in Form von Samen), Eiweiße, Mineralien, Vitamine und natürlich jede Menge Abwechslung auf dem Speiseplan. Gesunde Kaninchen dürfen sich an Grünfutter satt fressen, es darf und sollte zur freien Aufnahme angeboten werden.
Wer im Sommer die Möglichkeit hat, sollte täglich frisch gepflücktes Grünfutter oder durchgehend Auslauf auf Wiesen anbieten. Auch Stadtmenschen ohne Naturanbindung können so einiges an Grünfutter im Supermarkt finden, aber bitte nicht die matschigen Reste aus der Grünfuttertonne verfüttern, unsere Kaninchen sind keine Abfalleimer. Achten Sie auch bei Kohlrabiblättern, Möhrengrün und anderen Grünpflanzen aus dem Supermarkt darauf, dass sie frisch und sauber sind. Stellen Sie Kohlrabiblätter und Möhrengrün vor dem Verfüttern eine Weile ins Wasser, dann sind sie frischer. Bei starker Grünfütterung geht die Heuaufnahme mitunter stark zurück, manche Kaninchen nehmen dann kein Heu mehr auf. Das ist nicht weiter bedenklich, es sollte aber trotzdem immer Heu angeboten werden.
Was beim Pflücken von Grünfutter zu beachten ist, können Sie hier nachlesen:
Eine kleine Graserei
Was beim Verfüttern von feuchtem Grünfutter zu beachten ist, können Sie hier nachlesen:
Nasses Grünfutter für Kleintere?
Eine ausführliche Auflistung geeigneter Grünfuttersorten mit den zu beachtenden Fütterungshinweisen / Besonderheiten finden Sie hier: Kräuter/Blätter/Blüten.
Eine spezielle Liste mit Futterpflanzen und Giftpflanzen auf der Wiese und im Garten finden Sie hier:
Futterpflanzen auf der Wiese
Besonders reich an Vitaminen, Mineralien und Proteinen sind getrocknete
Kräuter, sowie Blüten und Blätter. Auf die Fütterung von getrocknetem Grünfutter kann vor allem im Winter nicht verzichtet werden, täglich eine kleine Ration getrocknetes Grünfutter ist gerade bei Tieren in Außenhaltung Pflicht, um ihnen Proteine zuzuführen. Getrocknete Kräuter, Blätter und Blüten können Sie direkt ins Heu streuen oder im Winter als Futterzusatz geben. Die meisten getrockneten Kräuter enthalten sehr viele Mineralien, vor allem Kalzium (im Schnitt ca. 8 x so viel wie frische Kräuter). Bei Tieren mit einer entsprechenden Prädisposition oder bestehenden Blasen-/Nierenproblematik können getrocknete Kräuter Blasenschlamm oder Blasensteinene begünstigen, hier müssen die getrockneten Kräuter rationiert verfüttert werden, nicht mehr als 20 g pro 1 kg Kaninchen. Getrocknete Blüten und getrocknete Blätter von Bäumen und Sträuchern dürfen auch in dem Fall gern in größeren Mengen gegeben werden. Allerdings: normalweise wird ja gleichzeitig mit den Trockenkräutern auch immer viel wasserhaltiges Futter (Grünfutter und Gemüse gereicht). Es kommt nur zu Problemen, wenn die Tiere nicht genug Flüssigkeit aufnehmen. MancheKaninchen trinken allerdings zu wenig und nehmen Flüssigkeit nur bedingt über die Tränke auf.
Trockenkräuter werden idealerweise in Blechdosen/Keksdosen oder in mit Papier ausgeschlagene, dickwandige Pappschachteln oder Holzschachteln gelagert, damit Restfeuchte entweichen kann. Fest verschließbare Plastikdosen, sowie Plastiktüten sind nicht geeignet, da aus ihnen keine Restfeuchte entweichen kann und so kommt es in diesen Dosen eher zu Schimmelbildung. Tüten aus verschiedenen Materialien oder dünne Pappschachteln eignen sich zur Aufbewahrung nicht, sie bieten Parasiten keinen ausreichenden Wiederstand und so kommt es in Tüten häufiger zu einem Befall mit Mottenlarven und Milben. So aufbewahrt halten sich die Trockenkräuter gut 6 Monate und verlieren in der Zeit nur wenig Nährstoffe.
Getrocknete Kräuter, Blätter und Blüten können Sie in der Apotheke, im Kräuterladen oder im Internet bekommen z. B. hier: Hasenhaus im Odenwald, Kräuter Kate, das Scheunenlaedchen, Kleintierbistro, Kräuter Kühne.
Eine ausführliche Auflistung geeigneter Kräuter/Blätter/Blüten mit den zu beachtenden Fütterungshinweisen / Besonderheiten finden Sie hier: Kräuter/Blätter/Blüten.
Um Ihrem Kaninchen Flüssigkeit, Vitamine, Eiweiß und auch Kohlenhydrate zuzuführen und Abwechslung in den Futterplan zu bringen, sollten Sie frisches Gemüse und auch gelegentlich Obst anbieten. Füttern Sie täglich mindestens zweimal Gemüse, in solchen Mengen, dass es bis zur nächsten Fütterung verzehrt wird. Übrig
gebliebene Frischfutterreste unbedingt entfernen um Schimmelbildung im Gehege vorzubeugen. Waschen Sie das Frischfutter vor dem Verfüttern gründlich.
Als grobe Faustregel gilt: etwa 80 g Frischfutter pro 1 kg Kaninchengewicht braucht ein Kaninchen zum Überleben. Allerdings hängt die wirklich benötigte Menge von der Qualität und der Zusammensetzung der Frischfuttermenge und dem Bedarf des einzelnen Tieres ab. Nicht alle Frischfuttersorten können unbegrenzt gefüttert werden, auf eine ausgewogene Mischung und ein Kalzium/Phosphorverhältnis von 1,5 : 1 ist zu achten. Gesunde, aber schlanke Tiere, sollten vermehrt Knollengemüse bekommen, eher übergewichtige Tiere benötigen davon nicht zu viel. Grundsätzlich dürfen die Kaninchen sich an Gemüse satt fressen, wird allerdings massiv zu viel Gemüse, Obst und minderwertiges Heu gefüttert, kann es durch die hohe Zuckermenge im Gemüse zu einer massiven Besiedelung mit Hefen im Darm kommen. Im Sommer, bei starker Grünfütterung, kann das Gemüse fast ganz durch frisches Grün ersetzt werden. Frisches Grünfutter begünstigt Hefen im Darm nicht.
Eine ausführliche Auflistung geeigneter Gemüsesorten mit den zu beachtenden Fütterungshinweisen / Besonderheiten finden Sie hier: Gemüseliste.
Eine ausführliche Auflistung geeigneter Obstsorten mit den zu beachtenden Fütterungshinweisen / Besonderheiten finden Sie hier: Obstliste.
Da wir oft von neuen Kaninchenhaltern gefragt werden, wann und in welchen Mengen Sie füttern sollten, finden Sie hier verschiedene Fütterungspläne mit genauen Angaben für eine Woche hier Kaninchenfütterung / Vorschlagspläne für eine Woche..
| Es wird immer wieder behauptet, Frischfutter am Morgen würde zu Darmproblemen führen und Kaninchen müssten ihren Darm erstmal mit Heu in Schwung bringen. Diese Aussage ist nicht richtig. Kaninchen fressen normalerweise rund um die Uhr Heu und es sollte niemals ausgehen. Allerdings wird der Heukonsum stark eingeschränkt, wenn die Tiere am Abend Trockenfutter / Mastfutter bekommen. Dann wird der Darm träge und muss am Morgen erst angeregt werden. Tiere welche Abends Trockenfutter bekommen, sollten also wirklich Morgens nur wenig oder kein nasses Frischfutter erhalten. Tiere die gesund und ohne Trockenfutter ernährt werden, können aber bedenkenlos schon am Morgen Frischfutter bekommen, da ihre Verdauung ständig durch das Heufressen angeregt ist. |
Wichtig!
Es ist nicht sinnvoll, nur einmal täglich Grünfutter oder Gemüse zu reichen, so wird der Darm extrem ungleichmäßig belastet. Die Kaninchen neigen dann dazu, das begehrte Gemüse regelrecht heißhungrig runter zu schlingen, sie schlucken dabei viel Luft und es kann allein deshalb schon zu Fehlgärungen im Darm kommen. Das es den Darm ungleichmäßig belastet, wenn 23 Stunden nur Heu und Gras gefressen wird und dann plötzlich eine Riesenladung feuchtes Gemüse im Darm landet, sollte eigentlich jedem klar sein. Von daher ist es wesentlich sinnvoller, die Fütterung von Grünfutter und Gemüse über den Tag zu verteilen. Auch berufstätige Menschen können schon vor der Arbeit die ersten "Möhrentaler" verteilen, nach der Arbeit gibt es wieder eine kleine Portion Gemüse, am Abend dann noch eine und so kommen wir schon auf drei Fütterungen am Tag. Dabei muss und sollte es pro Fütterung gar nicht viel sein, trotzdem wird dann weniger geschlungen und die Kaninchen fressen entspannter.
Unverträgliches und Giftpflanzen
Folgende Pflanzen sind für Kaninchen eher unverträglich:
Unverträglich meint: diese Futtermittel können bei Verzehr größerer Mengen zu Gesundheitsschädigungen führen:
Zwiebelgewächse wie Porree, Zwiebeln, Schnittlauch führen zu starken Blähungen und sind für Kaninchen zu scharf - Speisezwiebeln gelten als giftig. Die meisten Kohlarten, wie z. B. Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl können bei Überfütterung oder wenn sie ungewohnt sind zu schweren Blähungen und Durchfällen führen, weitere Infos dazu finden Sie hier: Kohl ist nicht gleich Kohl. Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen) können roh zu Blähungen führen, Bohnen sind roh giftig, frische Süßerbsenschoten werden vertragen, Kartoffeln enthalten im Rohzustand schlecht verdauliche Stärke, die grüne Stellen, Triebe und Grün sind giftig. Rettich und Radischen sind etwas zu scharf, und sollten nur in kleinen Mengen gegeben werden. Rhabarber enthält zu viel Oxalsäure und wird als schwach giftig eingestuft. Steinobst wie Kirschen, Pfirsich, Pflaume, Nektarine, Mirabelle etc. enthalten zu viel Zucker und können in größeren Mengen zusammen mit Wasser zu starkem Durchfall führen. Exotische Früchte wie Cherimoya, Curuba, Granatapfel, Guaven, Physalis, Kumquat, Litchi, Mangos, Papaya etc. können bei Verzehr zu schweren Verdauungsstörungen führen und sollten nicht gegeben werden. Manche Avokadosorten sind sogar schwer giftig für Kaninchen und alle Avocadosorten führen in unreifem Zustand zu Durchfall.
Giftig sind unter Anderem folgende Pflanzen:
Agave, Aloe Vera, Alpenveilchen, Amaryllis, Anthurie, Aronstab, Azalee, Bärenklau, Bärlauch, Berglorbeer, Bilsenkraut, Bingelkraut, Bittersüßer Nachtschatten, Blauregen, Bocksdorn, Bohnen, Buchsbaum, Buschwindröschen, Christrose, Christusdorn, Eibengewächse, Einblatt, Eisenhut, Essigbaum, Farne, Fensterblatt, Fingerhut, Geranien, Ginster, Goldregen, Gundermann, Hahnenfuss, Hartriegel, Heckenkirsche, Herbstzeitlose, Holunder, Hundspetersilie, Hyazinthe, Ilex, Jakobsgreiskraut, Kalla, Kartoffelkraut, Kirschlorbeer, Kornwicken, Lebensbaum, Liguster, Lilien, Lonicera, Lupine, Maiglöckchen, Mistel, Narzissen, Oleander, Osterglocke, Primel, Rebendolde, Robinie, Sadebaum, Sauerklee, Schachtelhalm, Schierling, Schneebeere, Schneeglöckchen, Schöllkraut, Seidelbast, Sommerflieder, Stechapfel, Tollkirsche, Wacholder, Wolfsmilchgewächse (alle), Wunderstrauch, Zypressenwolfsmilch.
Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie erst Ihren Tierarzt oder uns, eine Liste mit Giftpflanzen finden Sie auch hier: Giftpflanzendatenbank Uni Zürich
Ein ausgewachsenes, abwechslungsreich ernährtes, kleines bis mittelgroßes Kaninchen in Wohnungshaltung, welches nicht zur Zucht eingesetzt wird, benötigt kein Trockenfutter, keine Pellets, kein Alleinfutter, kein Kraftfutter und kein Mastfutter! Trockenfutter jeglicher Art ist als Energie- oder Kraftfutter zu betrachten.
Die meisten im Handel erhältlichen Trockenfuttersorten für Heimtiere enthalten zu viel Fett, Stärke, Zucker, sind oft schwer verdaulich.
Zuchttiere, kranke Tiere, Kaninchen in Winterkaltstallhaltung oder bestimmte Rassen (Großrassen und teilweise mittelgroße Rassen), benötigen unter bestimmten Umständen zusätzlich etwas Kraftfutter. Gerade in Außenhaltung und bei der Zucht werden vor allem mehr Proteine und Fette benötigt. Die großen Kaninchenrassen sind durch das verhältnismäßig geringe Fassungsvermögen ihrer Verdauungsorgane, nicht mehr in der Lage, benötigte Nährstoffe und ihre benötigte Energie aus der sonst üblichen kargen Kost zu ziehen. Eine allgemein gültige Mengenangabe kann nicht gemacht werden. Der Bedarf der Kaninchen richtet sich nach Größe, Rasse, Haltungsbedingungen, Alter, Zucht etc. Es ist also nötig, die Mengen und Art des Trockenfutters sehr genau den Lebensumständen der Kaninchen anzupassen. Jeder Halter solcher besonderen Rassen muss sich bei seinem Züchter oder der entsprechenden Vermittlungsstelle sehr genau über die Bedürfnisse dieser Kaninchenrassen informieren. Grundsätzlich kann aber gesagt werden: mehr als einen Teelöffel Trockenfutter pro Kilo Kaninchengewicht braucht kein Kaninchen.
Das benötigte Trockenfutter kann in Form von Pellets gegeben werden, welches die einfachste aber nicht unbedingt die sinnvollste Variante ist. Besonders große Kaninchen haben mitunter Probleme mit kleinen Pellets, sie werden teilweise verschluckt und führen dann zu Atembeschwerden, werden zu viele Pellets schnell gefressen, können sie im Magen aufquellen und die Magenwände massiv belasten. Hochwertiger wäre als Trockenfutter eine Mischung aus getrockneten Kräutern, Trockengemüse; sowie wenigen Getreideflocken (Hafer, Gerste, Hirse, Dinkel) und einigen Sonnenblumenkernen als Fettlieferanten. Als Beifutter können dann noch Heucobs gereicht werden.
Hier finden Sie sehr ausführliche Informationen zu dem Thema Trockenfutter: was ist drin, was ist sinnvoll, was sollte nicht gegeben werden, inklusive Infos zu Trockengemüse, Pellets, Getreide etc.:
Trockenfutter für Kaninchen?
Maren Begemann hat hier einen Artikel verfasst, indem sie über ihre Erfahrungen mit einer falschen Fütterung, welche zu viel Trockenfutter und Leckerlies beinhaltete, berichtet: Erfahrungsbericht.
Bieten Sie Ihren Kaninchen frische und / oder getrocknete Zweige verschiedener Bäume und Sträucher an. In der Rinde stecken viele Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die Kaninchen zu ihrem Wohlbefinden brauchen. Kaninchen können sich stundenlang mit den Ästen beschäftigen. Beim Benagen der Rinde wird das Zahnfleisch massiert, so dass es gut durchblutet wird. Das führt zu gesundem Zahnfleisch und gutem Zahnwachstum. Außerdem halten die Kaninchen mit den Zweigen ihre Schneidezähne kurz. Es dürfen auch gern die Blätter und Blüten als Grünfutter mit verfüttert werden.
Eine ausführliche Auflistung geeigneter Zweige mit den zu beachtenden Fütterungshinweisen / Besonderheiten finden Sie hier: Zweige (Sträucher und Bäume).
Altes,
hartes Brot dient nicht der Abnutzung der Zähne. Auch wenn uns Brot hart vorkommt, für die Schneidezähne eines Kaninchens ist Brot keine Herausforderung und es nutzt dem Zahnabrieb der Schneidezähne kaum, zu den Backenzähnen gelangt das Brot nur noch als aufgeweichter Stärkebrei, es nutzt also dem Backenzahnabrieb nicht. Ebenso gehört auch Knäckebrot, Zwieback, Brötchen, Schwarzbrot und alle anderen Brotsorten nicht auf den Kaninchenspeiseplan. Brot enthält zu viel schwer verdauliche Stärke und oft auch Konservierungsstoffe, Backtriebmittel und Salz, somit ist es für Kaninchen eher schwer verdaulich. Außerdem finden sich auf altem Brot oft Schimmelsporen (unsichtbar für das menschliche Auge). Brot sorgt bei übermäßiger Fütterung für Übergewicht. Es sollte von daher nicht verfüttert werden.
Wenn das Heu wenig Sämereien und Ähren enthält, benötigen Kaninchen zusätzlich Fette. 2 - 4 Sonnenblumenkerne pro kg Kaninchengewicht pro Woche reichen aus, um essentielle Fettsäuren zuzuführen, auch ein Esslöffel Gras-/Kräutersamen die Woche beugt Mangel vor.
Salzlecksteine sind überflüssig und mitunter sogar ungünstig. Ein gesund ernährtes Tier bekommt seine Salze und Mineralien über das Futter (Grünfutter!), es benötigt keine billigen Kochsalze. Salzlecksteine sind sogar mitunter gefährlich, wenn ein Tier zu viel dran leckt oder sie sogar annagt kann es zu einer Natriumchloridüberversorgung kommen, eine Folge wären starke Nierenprobleme, sollte ein Stein ganz verzehrt werden, kann es schlimmstenfalls zu Nierenversagen und somit zum Tod des Tieres führen. Salzlecksteine, die mit Mineralien und anderen Spurenelementen versetzt sind, können zu einer Nitratüberversorgung führen. Sollten die Tiere nur selten am Stein lecken ist dieser ungefährlich, aber benötigt wird ein Stein bei einer abwechslungsreichen Ernährung nicht.
Kalksteine bestehen zum größten Teil aus Kalzium, nagen die Tiere zu sehr daran (meist aus Langeweile), führt das zu einer zu hohen Kalziumresorption (Kalzium/Phosphorungleichgewicht) was zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen kann. Grünfutter enthält im Normalfall mehr als genug Kalzium, um die Tiere damit ausreichend zu versorgen.
Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei einem artgerecht ernährten Kaninchen
nicht nötig. Tropfen die über das Wasser gegeben werden, sind schlecht dosierbar (ein Tier trinkt zu viel, das Andere zu wenig), außerdem lassen sie gerade im Sommer das Wasser eher schlecht werden (umkippen). Eine zu hohe Vitamingabe kann sogar schädlich sein.
Im Krankheitsfall kann es nötig sein, dem Tier zusätzliche Vitamine oder Mineralien zuzuführen, dies sollte aber nicht ohne ausführliche Beratung durch einen Tierarzt und niemals ohne Tierärztliche Anweisung geschehen.
Kaninchen sollten grundsätzlich einen Wassernapf oder eine Wasserflasche im Gehege haben. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden. Achten Sie auf eine weiche Wasserqualität. Oft decken die Tiere ihren Wasserbedarf über das gereichte Frischfutter. Aber bei einem Wetterumschwung, bei trockener Heizungsluft oder auch bei einer beginnenden Infektion ist es lebensnotwendig, dass Kaninchen unverzüglich Zugang zum Wasser haben, ein Wassermangel könnte dann sehr schnell zur Austrocknung der Kaninchen führen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier: Welches Wasser für Kleintiere?
Auch beim Futter ist weniger oft mehr. Geben Sie nicht zu oft ausgefallene
Obst- oder Gemüsesorten. Füttern Sie Ihr Kaninchen abwechslungsreich, aber doch
wenn möglich mit einer festen Reihenfolge, und wechseln Sie auch die
Gemüsesorten nicht zu oft. Kaninchen reagieren sehr empfindlich auf eine
Futterumstellung. Der Verdauungstrakt von Kaninchen wird durch schnellen
Futterwechsel oder unbekanntes, ungewohntes Futter schnell überfordert, gewöhnen
Sie deshalb Ihre Tiere langsam an neue Frischfuttersorten und füttern sie davon
erst nur sehr wenig und dann, jeden Tag etwas mehr, wenn es vertragen wurde.
Auch im Frühjahr die Tiere erst langsam an das Gras gewöhnen. Wechseln Sie das Trockenfutter nur selten
gegen ein anderes Trockenfutter und dann nur sehr langsam. Wenn Sie das Trockenfutter absetzen möchten, sollten Sie auf keinen Fall das Futter von Heute auf Morgen absetzen. Über einen Zeitraum von ca. 3 - 4 Wochen sollte das Futter langsam auf Null reduziert werden. Falls Sie noch Trockenfutter verfüttern, sollten Sie am Morgen erst das Heu auffüllen und erst später Frischfutter füttern. Auch Jungtiere müssen immer erst langsam an ungewohntes Futter gewöhnt werden. Mehr Informationen zur Futterumstellung bekommen Sie hier: Futterumstellung bei ausgewachsenen Kaninchen und bei Jungtieren. Natürlich müssen Kaninchen immer frisches Wasser zur Verfügung haben. Auch wenn die Tiere nicht viel trinken weil sie ihren Flüssigkeitsbedarf über ihr Frischfutter decken, kann es durchaus sein, dass sie bei warmen Wetter oder Heizungsluft vermehrt trinken. Kot fressen: Kaninchen spalten ihre Nahrung im Blindarm auf, der Blinddarmkot enthält für das Kaninchen lebenswichtige Vitamine und Mineralien, die Tiere nehmen ihren Blinddarmkot, welcher kleiner und meist traubenförmig ist, direkt am After auf. Werden sie daran gehindert ihren Kot aufzunehmen kommt es zu schweren Mangelerscheinungen.
Geeignete Leckerchen
Erbsenflocken enthalten Lysin, welches in geringen Mengen als Nährstoff benötigt wird. Die enthaltene Stärke ist aufgebrochen und damit leicht verdaulich. Deshalb sind Erbsenflocken eine sinnvolle Nahrungsergänzung. Allerdings sollten sie sehr rationiert verfüttert werden, eine Erbsenflocke am Tag reicht aus - bei sehr übergewichtigen Tieren muss darauf verzichtet werden.
Sonnenblumenkerne enthalten Fette, die ebenfalls für die Ernährung sinnvoll sind (siehe auch: Futterzusätze). Auch hier gilt: ein Kern am Tag ist meist mehr als genug, übergewichtige Tiere bekommen keine Kerne.
Kleine gepresste Heuballen. Diese Mini Heuballen mit grob strukturiertem Heu bestehen aus Wiesengras- und kräutern, welche einfach nur fest gepresst wurden. An so einem Miniheuballen nagen Kaninchen tagelang herum.
Wiesengrascobs Pre Alpin Protein light, Heucobs/Wiesencobs und Bloxx bestehen zu einem großen Teil aus kaltgepresstem Heu und Kräutern. Sie müssen unbedingt so groß sein, dass die Tiere sie nicht einfach ins Maul nehmen und zerkauen können. Als Beschäftigungsfutter dürfen sie hin und wieder angeboten werden (kein voller Napf - einzelne Cobs täglich oder ein Bloxx die Woche!).
Trockengemüse in Scheiben oder Würfeln ist ein geeignetes Futter um Beschäftigungsspielzeuge zu füllen. Es sollte aber wirklich ebenfalls ein Leckerchen bleiben und nur selten gegeben werden, Trockenobst ist extrem zuckerhaltig und deshalb nicht wirklich zu empfehlen.
Getreideähren und Hirserispen? Auch wenn mit den Spelzen Rohfaser aufgenommen wird, enthalten diese immer noch viel unaufgeschlossene Stärke. Gesunde Kaninchen in Wohnungshaltung benötigen diese Stärkemengen nicht. Tieren in Außenhaltung können im Winter hin und wieder Getreideähren und Hirserispen als Kraftfutter angeboten werden. Grüne Ähren (Ähren die vor dem Ausreifen des Stärkekörpers geerntet werden) sind hingegen ein gesundes und nahrhaftes Leckerchen.
Das gehört nicht zur gesunden Ernährung
Nicht zur tiergerechten Ernährung gehören die meisten Leckerlis, die Sie im Fachhandel angeboten bekommen. Knabberstangen, Loftis, Ringe und ähnliche Knabbereien enthalten häufig Zucker (Mehrfachzucker, Melasse, Melasseschnitzel etc.) und Honig, Getreide oder Mais. Diese stärke- und zuckerhaltigen Inhaltsstoffe sorgen für eine Absenkung des ph-Wertes in der Darmflora und somit zu einer nachhaltigen Schädigung des Darmes. Außerdem führen sie dazu, dass die Kaninchen fett und faul werden. Joghurtdrops und andere Milchprodukte sind für Kaninchen ebenfalls nicht geeignet, Kaninchen sind reine Veganer und ihre Verdauung ist nicht auf tierisches Eiweiß ausgelegt. Sie schaden den Tieren sehr, wenn Sie die oben genannten Produkte verfüttern, diese Leckerchen dienen nur dem Hersteller und Ihrem Auge, nicht den Kaninchen! Geben Sie als Leckerchen lieber Gemüse, Kräuter, Blüten und selten auch getrocknetes Gemüse oder Erbsenflocken, welche auch als Leckerlie im Fachhandel angeboten werden. Umfassende Informationen zu diesem Thema bekommen Sie hier: Der Unsinn mit den "Snacks" für Kaninchen und Meerschweinchen
Zu den Dingen die normale Zwergkaninchen in der Heimtierhaltung nicht bekommen sollten gehören unter Anderem: Bonbons, Honig, Kekse, Müsli, Milchprodukte, gekochtes/gewürztes Menschenessen, Nudeln, Reis, Salzstangen, Schokolade, Sirup, Melasse, Zucker, Getreidekörner und grob fast alles was nicht als klar fressbar in dieser Frischfutterliste aufgeführt ist.
Links zum Thema Ernährung:
Wer ganz genau wissen möchte, was es mit Proteinen, Rohfaser, Vitaminen und Co auf sich hat, der sollte sich diese tolle Zusammenfassung der Futtermittelkunde nicht entgehen lassen:
Degupedia Ernährungsgrundlagen
Kaninchenwiese - Ernährung für Kaninchen
Zusammenfassung der Informationen dieser Seite:
- Heu muss in großen Mengen angeboten werden.
- Um Nährstoffe und Flüssigkeit, die im Heu fehlt zu ersetzen, wird dazu täglich Gemüse gegeben.
- Grünfutter von der Wiese wäre eine natürlichere Ernährung, Grünfutter darf immer in großen Mengen gegeben werden.
- Trockenfutter ist nur bei sehr großen Rassen und im Ausnahmefall sinnvoll.
|
 |
Gras/Heu
Grünfutter
Kräuter
Frischfutter
Unverträgliches
Trockenfutter
Zweige
Futterzusätze
Wasser
Wichtig!
Leckerchen
Ungesund!
Extrakt
Ausführliche
Infotexte
Trockenfutter
Frischfutter
Futterplan
Umstellung
Graserei









|